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Wieso Ladestationen für Tesla ein verstecktes Problem sein könnten

Foto: The Motley Fool

Tesla Motors‚ (NASDAQ:TSLA) (FRA:TL0) (ETR:TL0) wachsendes Netzwerk seiner Ladestationen ermöglicht es seinen Kunden in den USA, mit einem Model S durchs ganze Land zu fahren und dabei jeweils nur etwas länger als 30 Minuten Halt zu machen, um die Batterien wieder aufzuladen. Aber das Wall Street Journal berichtete vor kurzem, dass sich vor den Ladestationen lange Schlangen bilden, da Besitzer ihr Model S in Stadtgebieten als tägliches Transportmittel verwenden.

Mal abgesehen davon, dass Tesla die Ladestationen für lange Fahrten entworfen hat und nicht für tägliche Stadtfahrten –  sind sie beliebt und Menschen machen reichlich Gebrauch von ihnen. Das sind gute Nachrichten, aber sie unterstreichen auch ein Problem, dem Tesla sich langfristig stellen muss, wenn es die Fahrzeuge seiner Kunden dauerhaft mit Energie versorgen will.

Nicht alle Ladestationen sind gleich

Bei der wachsenden Industrie der Elektrofahrzeuge gab es keine große Übereinstimmung darüber, welchen Stecker man für die Tesla-Fahrzeuge verwenden solle. Der CHAdeMO-Standard wird im Allgemeinen von japanischen und koreanischen Fahrzeugbauern wie Nissan, Kia und Mitsubishi bevorzugt. BMW und Volkswagen setzten sich für den SAE- oder CCS-Standard ein. Und dann gibt es Tesla Motors mit seinem ganz eigenen Ladegerät.

Während Autohersteller um Normen kämpfen, macht Elon Musk Patente der Ladestationen frei zugänglich, was Konkurrenten erlaubt, Teslas Technologie zu nutzen und als Anreiz dient, diese Technologie auch bei ihren Ladestationen zu verwenden. Wenn andere Autobauer das jedoch nicht tun, wäre Musk bei den Bemühungen, Normen zu schaffen, buchstäblich von jedem anderen Akteur der Autoindustrie abgeschottet.

Wenn neulich angekündigte „Express Charging Corridors“ als jegliche Art von Hinweis interpretiert werden können, sind Autohersteller dabei, eine Übereinkunft über die Verfahrensweise mit unterschiedlich schnellen Ladevorgangsnormen zu treffen. Das Problem ist, dass sie Tesla oder seine öffentlich zugänglichen Patente nicht miteinbeziehen.

TESLA MOTORS' CHADEMO-ADAPTER IST FÜR 450 USD ERHÄLTLICH, ABER ZUM HERUMTRAGEN IST ES EIN ZIEMLICH SPERRIGES ACCESSOIRE.

TESLA MOTORS‘ CHADEMO-ADAPTER IST FÜR 450 USD ERHÄLTLICH, ABER ZUM HERUMTRAGEN IST ES EIN ZIEMLICH SPERRIGES ACCESSOIRE.

Das Doppelt-Standarddesign macht das Rennen

ChargePoint, eines der größten Netzwerke von Ladestationen in des USA, hat neulich zugestimmt, Doppel-Ladestationen zu bauen, die sowohl dem CHAdeMO- als auch dem CCS-Standard entsprechen. Es scheint, als hätten sich die Autohersteller momentan auf diesen Kompromiss geeinigt, um den Markt der Elektrofahrzeuge weiter voranzubringen.

Aber es bleibt zu erwähnen, dass diese nicht mit Tesla Motors’ Ladetechnologie kompatibel sind. Teslas Supercharge-Netzwerk wird also weiterhin Tesla-Besitzern vorbehalten bleiben und das wachsende Netzwerk von Nicht-Tesla-Superchargern macht einen Bogen um Tesla. Das ist wichtig, da ein deutlicher Ausbau des Ladenetzwerks helfen wird, das Elektroauto dem Markt näher zu bringen. Wenn dies aber mit einer anderen Norm passiert, bleiben Tesla-Besitzer außen vor, was bedeutet, dass Tesla nicht einfach mit anderen Autobauern zusammenarbeiten kann, um seinen Fahrern lange Reichweiten zu ermöglichen.

Besitzer können einige der Ladestationen benutzen, da Tesla einen CHAdeMO-Adapter für 450 USD verkauft. Aber ein Verlust des Normenkampfes würde Tesla langfristig in eine schwierige Position bringen. Wird sich Musk den Normen eines anderen Autobauers anpassen oder wird er selbst Tausende Tesla-eigene Ladestationen bauen lassen?

Normenschlachten sind eine Herausforderung für Tesla Motors

Da immer mehr Elektroautos ohne Tesla Motors’ Ladetechnologie verkauft werden, driftet Tesla mit seinen „Superchargern “ immer weiter davon. Heute ist das noch kein großes Problem, da die Netzwerke für Schnellladestationen recht klein sind und Tesla momentan eines von fünf in den USA verkauften Elektroautos stellt.

Aber Konkurrenten wie BMW, VW und GM sind mit besseren und erschwinglicheren Elektroautos im Kommen und die Ladenetzwerke, an denen ihre Partner momentan arbeiten, wachsen ebenfalls. Auch wenn es Elektrizität zumeist im Überfluss gibt, gibt es für drei Ladenormen einfach keine Zukunft und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir in einem Jahrzehnt nur noch eine haben werden.

Tesla Motors will in dieser Hinsicht sich auf lange Sicht nicht sein eigenes Ding durchziehen und das ist eine große Herausforderung für sein Supercharger-Netzwerk, das nicht mehr lange ein Wettbewerbsvorteil bleiben wird.

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The Motley Fool empfiehlt BMW und Tesla Motors. The Motley Fool hält Aktien von Tesla Motors. Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 9.7.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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