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3 Dinge, auf die es beim kommenden Quartalsbericht von Netflix zu achten gilt

Foto: Netflix

Der Video-Streaming Marktführer Netflix (NASDAQ:NFLX) (ETR:NFC) (FRA:NFC) plant diese Woche, seine Quartalsergebnisse zu veröffentlichen. Netflix ist die Aktie mit der besten Performance im S&P 500 in diesem Jahr — seit Jahresbeginn hat sich ihr Kurs fast verdoppelt. Investoren haben also offensichtlich hohe Erwartungen.

Können die guten Zeiten bei Netflix weitergehen? Oder könnten Investoren einem weiteren Rückschlag gegenüberstehen, der die Party beendet – zumindest vorübergehend? Hier sind drei Dinge, auf die Investoren beim kommenden Quartalsbericht von Netflix achten sollten.

Ist die Saisonalität bei Netflix vorüber?

Das zweite Quartal war bisher immer das schwächste für Netflix, da besseres Wetter die Menschen in der nördlichen Hemisphäre dazu bringt, mehr Zeit draußen zu verbringen und weniger TV zu sehen. In der Vergangenheit hat Netflix davor gewarnt, dass die Zahl der zusätzlichen heimischen Abonnenten im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich sinken wird.

Das trat im letzten Jahr ein, als Netflix im zweiten Quartal 0,57 Millionen zusätzliche Abonnenten berichtete, wobei es im Vorjahr noch 0,6 Millionen waren. Zusätzlich zu dieser normalen Saisonalität sagte Netflix Investoren im April, dass das Unternehmen plant, einen Teil seiner Marketing-Ausgaben von den USA für die internationalen Märkte verwenden zu wollen. Das könnte das Abonnenten-Wachstum im letzten Quartal zusätzlich erschwert haben.

Überraschenderweise prognostizierte Netflix im April trotzdem 0,6 Millionen zusätzliche Abonnenten in seinem Heimatmarkt in Q2. Das wäre ein leichter Anstieg gegenüber den 0,57 Millionen in Q2 2014.

Für Investoren wären es großartige Neuigkeiten, wenn Netflix diese Marke erreicht oder sogar übertrifft. Erstens würde es bedeuten, dass Netflix keinen großen Marketingaufwand mehr betreiben müsste, um in den USA weiter zu wachsen. Zweitens wäre das ein weiterer Hinweis dafür, dass das Unternehmen seine langfristigen Ziele was Abonnentenzahlen und Profitabilität anbelangt, erreichen kann.

Werden die Kosten für heimischen Inhalt wieder steigen?

Ein zweiter Punkt, auf den Investoren schauen sollten, sind die Kosten für den heimischen Inhalt. Der Anteil der Streaming-Kosten ist in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen, da sich das Wachstum der Inhalts-Kosten verlangsamt hat.

In Q1 zum Beispiel stiegen die Streaming-“Umsatzkosten” — was in etwa den Kosten für den Inhalt entspricht — um 12,7 % im Vergleich zum Vorjahr und gerade einmal um 1,6 % im Vergleich zum vorherigen Quartal. Im Gegensatz dazu stiegen die Umsatzkosten um 17,4 % im Vergleich zum Vorjahr und 4,2 % im Vergleich zum vorherigen Quartal.

Die Erwartungen von Netflix implizieren jedoch einen Anstieg der heimischen „Contribution costs“ — einer Metrik, die sowohl Umsatzkosten, als auch Marketingkosten beinhaltet — um 23 Mio. USD in Q2 im Vergleich zu Q1. Wenn wir nun berücksichtigen, dass Netflix plant, die heimischen Marketingkosten drastisch zu kürzen, dann können wir daraus schließen, dass sich das Wachstum der heimischen Kosten für Inhalte auf 40 Mio. USD oder mehr im Vergleich zu Q1 beschleunigen könnte.

Macht der starke Dollar die internationalen Verluste noch schlimmer?

Nachdem Netflix in Q2 2014 international fast schon den Break-even erreichte, beschleunigte das Unternehmen seine Expansion. Dies führte zu höheren Verlusten mit dem internationalen Geschäft. Netflix berichtete einen Verlust von 65 Mio. USD in Q1 aus dem internationalen Geschäft und erwartet, dass dieser Verlust in Q2 auf 101 Mio. USD wächst.

In der Analystenkonferenz zum ersten Quartal im April machte Netflix CFO David Wells die höheren Verluste daran fest, dass man für Australien und Neuseeland (wo Netflix im März startete) bereits volle Unkosten hatte und Investitionen für Marketing und Inhalt tätigte. Er fügte hinzu, dass die Verluste im Laufe des Jahres und bis 2016 wahrscheinlich weiter steigen werden, da Netflix bis dahin in weitere Märkte eintreten wird.

Netflix könnte in seinem internationalen Geschäft allerdings ein stärkerer Gegenwind entgegenblasen: Der starke Dollar. Einige Währungen in den Märkten, in denen Netflix bereits ist, sind im vergangenen Jahr gegenüber dem Dollar um 15 % oder mehr gefallen — inklusive dem Euro, dem Kanadischen Dollar und dem Brasilianischen Real.

Auf die Profitabilität sollten diese Währungsfluktuationen keinen Einfluss haben, da Netflix die Kosten für Inhalte in lokalen Währungen bezahlt. Aber ein steigender Anteil des Budgets von Netflix wird für Originalproduktionen und global lizensierten Inhalt eingesetzt; für beides zahlt Netflix tendenziell in Dollar.

Wenn ein signifikanter Anteil der Kosten für internationalen Inhalt von Netflix in Dollar bezahlt wird, dann erhöht der starke Dollar den internationalen Umsatz, der benötigt wird, um diese Kosten zu decken. Und Netflix kann nicht jedes Mal seine Preise erhöhen, wenn der Dollar stärker wird — ansonsten riskiert das Unternehmen, Kunden in Märkten zu vergraulen, die es heute noch nicht dominiert.

Netflix Investoren sollten daher genau darauf hören, was über die Auswirkungen des starken Dollars auf die internationalen Verluste gesagt wird. Ein zu großer Anstieg der internationalen Verluste könnte Netflix dazu zwingen, seine weltweite Expansion zu verlangsamen, um zu vermeiden auf weltweiter Basis unter den Break-even zu fallen.

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Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und wurde am 10.07.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Netflix.

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