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Adidas, Daimler und 3 weitere DAX-Unternehmen mit den dienstältesten CEOs – und wie sich die Aktien seit Amtsantritt entwickelt haben

Foto: Pixabay

Der Fisch stinkt vom Kopf her. Damit meine Aktien nicht stinken, schaue ich daher immer vor einer Investition genau auf das Management. Und je beständiger es an der Unternehmens-Spitze zugeht, desto höher ist mein Vertrauen in diese. Daher kann sich ein Blick auf die DAX-Unternehmen lohnen, deren Chefs heute am längsten im Amt sind. Jedoch haben es bisher nicht alle geschafft, den Markt zu schlagen.

Hier sind sie, die Manager, die Unternehmen und ihre Aktienkursentwicklung im Vergleich zum DAX.

1. Adidas (ETR:ADS)(FRA:ADS)

Firmenboss Herbert Hainer
Dienstalter 14 Jahre, 4 Monate
Kursentwicklung der Aktie seit Amtsantritt (annualisiert)* +13,7 % 9,8 % Outperformance
Kursentwicklung des DAX seit Amtsantritt (annualisiert)* +3,8 %

Seit ein paar Tagen ist Herbert Hainer 61 Jahre alt und damit heute nicht nur der dienstälteste aller DAX CEOs,  er gehört auch zu den erfahreneren. Allerdings scheint Adidas nicht viel daran zu liegen, dass Herr Hainer seinen Job noch bis Vertragsende 2017 ausführt – das Unternehmen soll auf der Suche nach einem Nachfolger sein.

Das Alter ist allerdings nicht der Grund, sondern laut Bloomberg offenbar eher, dass der Sportartikelhersteller weiterhin Marktanteile auf Marktführer Nike verliert. Ob der Nachfolger die Adidas Aktie ebenfalls zu einer solch beeindruckenden Outperformance gegenüber dem DAX führen kann? Die Fußstapfen, die Hainer hinterlässt, sind diesbezüglich jedenfalls groß.

Wie auch immer, es scheint, als ob diese Rangliste beeindruckender Weise bald von einem Unternehmen mit einem der drei jüngsten DAX CEOs angeführt wird.

2. Fresenius (ETR:FRE)(FRA:FRE)

Firmenboss Dr. Ulf Mark Schneider
Dienstalter 12 Jahre, 1 Monat
Kursentwicklung der Aktie seit Amtsantritt (annualisiert)* +25,7 % 14,3 % Outperformance
Kursentwicklung des DAX seit Amtsantritt (annualisiert)* +11,4 %

Ulf Mark Schneider wurde mit gerade einmal 36 Jahren CFO des Gesundheitskonzerns – und nicht einmal zwei Jahre später wurde er ganz an die Spitze gesetzt. Es geht nicht immer gut aus, wenn ein CFO zum CEO wird. Für Fresenius hat sich dieser Schritt aber mehr als gelohnt. Das Unternehmen ist heute unter anderem Weltmarktführer bei Dialyseprodukten und -dienstleistungen und Europas größter Krankenhausbetreiber.

Für seine Aktionäre hat sich der Schritt ebenfalls richtig gelohnt. Eine jährliche Rendite von über 25 % hättest du bekommen, wenn du die Fresenius Aktie zum Amtsantritt Dr. Schneiders gekauft hättest. Der damalige Bärenmarkt hätte dir zwar in die Karten gespielt, aber trotzdem wäre deine Rendite bis heute um 14,3 % höher gewesen, als wenn du zu diesem Zeitpunkt in den DAX investiert hättest. Das sind fast schon Buffett’sche Sphären.

Und wenn es nach dem St. Gallen und Harvard Alumnus geht, dann soll die Zukunft nicht viel anders aussehen; Dr. Schneider sieht durchaus weiteres Wachstumspotential für „sein Baby“.

3. Münchener Rückversicherung (ETR:MUV2)(FRA:MUV2)

Firmenboss Dr. jur. Nikolaus von Bomhard
Dienstalter 11 Jahre, 6 Monate
Kursentwicklung der Aktie seit Amtsantritt (annualisiert)* +9,1 % 0,1 % Outperformance
Kursentwicklung des DAX seit Amtsantritt (annualisiert)* +9,0 %

Nicht ganz so hohe Renditen hättest du mit der Aktie der Münchener Rückversicherung erzielt, wenn du zusammen mit Dr. Nikolaus von Bomhard eingestiegen wärst. Buffett selbst ist über sein Konglomerat Berkshire Hathaway trotzdem an dem Versicherungsriesen beteiligt. Ein Grund dafür könnte die Erfahrung des Mannes an der Spitze sein.

Dr. Bomhard stieg vor 30 Jahren bei der Münchener Rück ein und hat sich über mehrere Stationen im Unternehmen nach oben gearbeitet. 2000 wurde er in den Vorstand berufen und am 1. Januar 2004 schließlich zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Was mir an ihm auch gefällt ist, dass er scheinbar keine Angst hat, unpopuläre Meinungen zu äußern, wie bei seiner Kritik an der Politik der EZB zu Beginn des Jahres.

Neben Fresenius ist die Münchener Rück daher das zweite Unternehmen auf meiner DAX-Watchlist.

4. HeidelbergCemment (ETR:HEI)(FRA:HEI)

Firmenboss Dr. Bernd Scheifele
Dienstalter 10 Jahre, 5 Monate
Kursentwicklung der Aktie seit Amtsantritt (annualisiert)* +7,2 % 2,0 % Underperformance
Kursentwicklung des DAX seit Amtsantritt (annualisiert)* +9,2 %

Dr. Bernd Scheifele hat es als einziger in dieser Liste nicht geschafft, den DAX mit dem Aktienkurs seines Unternehmens zu schlagen. Sein Vertrag wurde im letzten Jahr trotzdem bis 2019 verlängert – und vor einem Monat hat der Unternehmenschef seinen Wachstumsplan für den Zementhersteller angekündigt.

Der Umsatz der Gruppe soll von 12,6 Mrd. EUR im letzten Jahr um immerhin 35 % auf 17 Mrd. EUR in 2019 wachsen und dabei kumulativen Free Cashflow in der Höhe von 8,8 Mrd. EUR generieren. 2 Mrd. davon sollen in Form von Dividenden an die Aktionäre zurückfließen und 2,5 Mrd. in organisches Wachstum.

Die Kontinuität im Management und dessen Klarheit darüber, wie er das ihm zur Verfügung stehende Kapital einsetzt spricht für HeidelbergCemment. Trotz der vergangenen Underperformance der Aktie ist das Unternehmen für mich daher interessant.

5. Daimler (ETR:DAI)(FRA:DAI)

Firmenboss Dr. Dieter Zetsche
Dienstalter 9 Jahre, 6 Monate
Kursentwicklung der Aktie seit Amtsantritt (annualisiert)* +11,6 % 4,2 % Outperformance
Kursentwicklung des DAX seit Amtsantritt (annualisiert)* +7,4 %

Den fünften Platz hat Daimlers Dr. Zetsche vor einem Monat dem ehemaligen CEO der Deutschen Börse, Dr. Reto Francioni, weggeschnappt – der hat im Juni sein Amt verlassen. Wenn ich mir aber die Outperformance der Daimler Aktie gegenüber dem DAX seit dem Amtsantritt Dr. Zetsches anschaue, dann hat er den Platz verdient.

Und er möchte wohl so weitermachen. Nachdem sein Vertrag Anfang 2013 nach zwei enttäuschenden Jahren nur um drei Jahre verlängert wurde hat er es scheinbar mit Kosteneinsparungen und einem aufgebesserten Produktportfolio geschafft, seinen Arbeitgeber wieder zu überzeugen – Daimler soll seinen Vertrag bis 2019 verlängern wollen.

Für die Aktionäre meiner Ansicht nach ein gutes Zeichen.

Längere Amtszeiten tun den Unternehmen gut

Für Aktionäre sind längere Amtszeiten an der Unternehmensspitze generell eher ein gutes Zeichen – vier der fünf hier gezeigten Unternehmen haben den DAX seit Amtsantritt ihrer jeweiligen CEOs geschlagen.

Von den fünf hier genannten Unternehmen fallen mir die Münchener Rück und Fresenius besonders auf — letzteres vor allem aufgrund der Tatsache, dass der Firmenlenker trotz seines Dienstalters noch sehr jung ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass eines dieser Unternehmen zu meinen nächsten Investitionen gehört.

*Quellen: Yahoo Finance. Gemessen wurde der Kursanstieg der Aktien auf Basis der bereinigten Schlusskurse am Tag vor Amtsantritt der jeweiligen Chefs bis zum Schlusskurs am 07.07.2015.

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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Yahoo.

 

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