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Ist Warren Buffett wirklich nur 2,09 Millionen Euro wert?

Foto: The Motley Fool.

Was für ein Privileg: Sich zum Frühstück mit einem der reichsten Menschen der Erde verabreden. Scheint unmöglich? Nicht unbedingt. Nicht, wenn man bereit ist, dafür einmal im Jahr richtig tief in die Tasche zu greifen. Wie tief? Nun, das kommt ganz darauf an, wie hartnäckig deine Mitbieter sind…

Seit einigen Jahren schon stellt sich Warren Buffett dafür zur Verfügung, dass man ihn zum Frühstück ersteigern kann. Dieses Jahr fand die Versteigerung sowie das Frühstück zum 16. Mal in Folge statt. Der Chinese Zhu Ye schaffte es, sich den Mann für die Dauer einer Mahlzeit zu kaufen. Der Preis für dieses exklusive Erlebnis: Umgerechnet 2,09 Millionen Euro, die traditionell der karitativen Einrichtung namens Glide Foundation in San Francisco zugutekommen.

Eine neue Tradition

Was also mittlerweile ein Spektakel für sehr, sehr vermögende Menschen ist, fing im Jahr 2000 einmal relativ harmlos an: 25.000 USD musste man dafür auf den Tisch legen, wollte man mit dem legendärsten aller legendären Investoren einmal über leicht rosa gebratenem Steak mit Cherry Coke anstoßen und die Ohren spitzen. In den Jahren darauf stieg der Preis für das Event fast wie die Inflation in der Weimarer Republik: 2007 waren es schon 650.000 USD. Im Jahr darauf ging es mit der Weltwirtschaft steil bergab; sicherlich war man dann auch nicht mehr ganz so zügellos beim Bieten, oder?

Weit gefehlt: Wiederum ein Chinese, Zhao Danyang, schaffte es 2008 sage und schreibe 2,1 Millionen USD für das Date auszugeben. Einige Monate vorher hatte er 200 Millionen USD aus seinen fünf Fonds in Hongkong geräumt — wer weiß, wie weit er noch beim Bieten gegangen wäre, hätte die Konkurrenz nicht so früh aufgegeben. Und es scheint ganz so, als hätte ihm Warren Buffett beim Nachtisch den einen oder anderen guten Rat erteilen können: Seit 2013 schlägt Danyang mit seinem Fonds Pureheart Capital Asia den Markt — dreifach. Ein gutes Investment also. (Lecker war es bestimmt auch.)

Und wenn man gerade keine 2 Millionen EUR oder mehr herumliegen hat?

Sicherlich ist das Gespräch mit Warren Buffett ein quasi-heiliger Akt. Niemand sonst wird seit Jahren schon in der Investment-Szene derart mystisch behandelt wie der Mann, dem man scheinbar in jedem Artikel den Beinamen „Orakel von Omaha“ gibt. Nicht umsonst wollen viele Bieter, denen es am Ende gelingt dem Halbgott tatsächlich im Restaurant Smith & Wollensky in New York City gegenüber zu sitzen, anonym bleiben. Zu groß das Spektakel, das um einen gemacht wird. Zu akribisch die Analysen der eigenen Aktivität am Markt, die auf das Frühstück folgen.

Hier jetzt die guten Neuigkeiten für dich: Wenn du auf der Suche nach Rat und Tat bist und diese beiden Sachen gerne von Warren Buffett erfahren möchtest, dann hast du ziemlich großes Glück. Wenn der Vorstandsvorsitzende von Berkshire Hathaway (NYSE:BRK.A) (NYSE:BRK.B) (ETR:BRH) für etwas bekannt ist, dann dafür, dass er nicht unbedingt mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Nicht umsonst widmen wir ihm bei Fool.de einen ganzen Monat — das frei erhältliche Material, die Zitate und die Ressourcen findest du hier und anderswo zuhauf.

Eine ganz besondere Leseempfehlung, gerade auch für Neulinge am Aktienmarkt: Die legendären Briefe an die Aktionäre, in denen Buffett einmal im Jahr die Aktionäre von Berkshire Hathaway über den Stand der Geschäfte auf dem Laufenden hält. Buffett ist für seinen Witz und seine Geistesschärfe bekannt. In den Briefen wird deutlich, wieso.

Alle Informationen sind frei verfügbar

Vor allem wäre es interessant zu erfahren, was der von Natur aus sehr genügsame Buffett von Menschen hält, die — wie im Jahr 2013 anonym geschehen — 3,4 Millionen USD für zwei Stunden Tafeln ausgeben. Vor allem, wenn die allerinteressanteste Frage, die man Buffett stellen könnte, leider tabu ist. Nämlich die, in welche Aktien und Unternehmen der weise Mann demnächst zu investieren gedenkt.

Wenn du das nächste Mal also am Sonntagmorgen zu deinem gemütlichen Brunch mit Kinderspielecke und Fahrradständer schlenderst, kannst du dir sicher sein, dass du ein ganz gutes Geschäft machst, indem du einfach nur das All-Inclusive-Angebot mit Kännchen Kaffee nimmst und dabei in einer der vielen guten Warren-Buffett-Biographien schmökerst.

Und wenn du tatsächlich 2,09 Millionen EUR auf der hohen Kante hast, kannst du natürlich in ein Frühstück mit Warren investieren — oder stattdessen immer mal wieder hier vorbeischauen. Ist nämlich gerade ein guter Zeitpunkt: In dieser Woche betrachten wir die interessantesten Lektionen, die uns das Orakel aus Omaha gelehrt hat.

Hast du dir schon einmal vorgestellt, so erfolgreich zu sein wie Warren Buffett?

Dachten wir uns. Schon einmal darüber nachgedacht, so wie Warren Buffett in Deutschland zu investieren? Nein? Dann melde dich jetzt für unseren neuen kostenlosen Sonderbericht an, in dem unsere Analysten unter anderem verraten, welche Aktie die Investorenlegende in Deutschland schätzt wie keine andere -- und was du noch zum Thema Indexfonds wissen solltest. Wie Buffett zu investieren ist nämlich keine Zauberei - sondern viel einfacher und besser.

Alex Langer besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway.

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