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Facebook greift weiter Googles YouTube an

Schau mal: Facebooks neues Logo. Bild: Source: Facebook/Christophe Tauziet

Facebooks (NASDAQ:FB) (FRA:FB2A) (ETR:FB2A) Drängen in den Videobereich war schnell und aggressiv. Das Unternehmen hat im Juni 2014 verkündet, dass die große Anzahl an Nutzern Tag für Tag rund 1 Milliarde Videos auf der Plattform ansieht. Beim letzten Einnahmenbericht für das Q1 konnte CEO Mark Zuckerberg verkünden, dass diese ohnehin schon beeindruckende Zahl auf 4 Milliarden Ansichten pro Tag gewachsen ist. Selbst wenn das noch immer wenig gegenüber Googles (NASDAQ:GOOG) (ETR:GGQ7) (FRA:GGQ7) YouTube ist, das es auf stolze 8 Milliarden Ansichten pro Tag bringt, ist doch der Abstand zwischen den beiden kleiner geworden.

Um fair zu bleiben: Bei Zuckerbergs Zahl scheint es sich um die Gesamt-Klicks zu handeln und ist keinesfalls verbindlich. Zum Beispiel würde ein auf Facebook geteiltes YouTube-Video für beide zählen. Das Problem für YouTube besteht aber darin, dass Facebook seine eigene, eigenständige Videoplattform gebaut und damit mächtig Marktanteile abgegraben hat, weil Marken mittlerweile ihre Videos auf Facebook veröffentlichen und damit Google aus der Rechnung streichen.

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Dennoch bietet Google den Vermarktern noch immer die bessere Wertgewinnung, da Facebook Autoplay einsetzt und bereits 3 Sekunden eines Videos als komplette Ansicht rechnet – und damit alles andere als eine zuverlässige Zahl zur Verfügung stellen kann. Zudem bietet Google ein sehr gut definiertes Programm zur Monetarisierung, was Video-Content-Editoren die Möglichkeit gab, Geld zu scheffeln, während Facebook in dieser Hinsicht nichts bot. Und jetzt sind beide Aussagen nicht mehr wahr.

Wann ist eine Ansicht eine Ansicht? Facebook reichen 10 Sekunden

Facebook bietet mittlerweile Anzeigenkunden zwei Modelle: Cost-per-click und cost-per-impression. (Sehr wahrscheinlich, um sich bei Anzeigenkunden beliebter zu machen.) Wem das alles fremd ist: Ersteres Modell ist etwas kostspieliger, weil man einen Klick als größere Interaktion wertet als eine Ansicht.

Es scheint, als wollte Facebook das Cost-per-Impression-Modell für jene Kunden, die sich damit wohlfühlen, beibehalten. Wer aber zu dem anderen Modell (Kosten pro Klick) wechselt, dem wird Facebook erst für jede Ansicht ab 10 Sekunden eine Rechnung schreiben.

Guter Schachzug von Facebook. Man nähert sich damit der großen Vielfalt, die YouTube bietet. Indem man einen Kunden erst etwas in Rechnung stellt, was auch tatsächlich von der Zielgruppe aktiv wahrgenommen wird, macht man sich bei Kunden beliebt. Es scheint, als würde Facebook an einer nachvollziehbareren Strategie arbeiten. Das sind keine guten Neuigkeiten für YouTube.

Facebooks empfohlene Videos zahlt dasselbe wie YouTube

Facebook will mehr mit Content-Erschaffern zusammenarbeiten, die keine Werbung machen. Damit will man Googles Vorteil zunichte machen. Für Media-Unternehmen und Googles YouTube-Stars, die Video-Content nur erschaffen, um Anzeigenkunden zu werben, ist YouTube noch immer die bessere Wahl. Aber Facebook arbeitet auch hier schwer daran, YouTubes Vorsprung einzuholen.

In den letzten Wochen hat Facebook in der iPhone-App ein kleines, neues Feature eingebaut: „Empfohlene Videos.“ Das Unternehmen hat sich dafür mit Content-Erschaffern wie u.a. Fox Sports, Funny or Die und Hearst zusammengetan, um kuratierte Videos zu liefern. Und die Umsätze vom In-Line-Advertising teilt Facebook angeblich im Verhältnis 45%/55%, wobei die Macher den größeren Teil bekommen. Genau so läuft es auch bei YouTube.

Natürlich ist es wichtig zu wissen, dass dies nur ein kleiner Testlauf war. Trotzdem bekommt YouTube gerade mächtig Ärger mit seine Stars, weil man sich an einem neuen und bislang noch unerprobten Modell versucht. Die Bewegung hin zum Native Publishing auf Facebook sieht für viele Stars sehr verlockend aus. Vor allem, wenn Facebook es hinbekommt, für Videomacher mit großer Fanzahl eine attraktive Monetarisierung zu schaffen.

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Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette auf Englsich verfasst und erschien am 7.7.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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