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Die beste Kapitalrendite im Bereich Social Media: Facebook und Yelp

Foto: The Motley Fool

Eine sehr beliebte Art, Aktien zu bewerten besteht in der Kapitalrendite (Return on Equity, ROE), die Profite als Prozentsatz des Kapitals eines Aktionärs anzeigt. Je höher die Prozentzahl, desto effizienter ist das Unternehmen darin, mit den Einsätzen der Aktionäre Profite zu erzeugen. Da die Wirtschaftlichkeit von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ist, sollte man den ROE zweier Unternehmen nur innerhalb eines Sektors vergleichen.

Bei den sozialen Medien sind Umsatz und Nutzerwachstum häufig wichtiger als Wirtschaftlichkeit, deswegen haben Unternehmen wie Twitter (NYSE:TWTR) (ETR:TWR) (FRA:TWR) und LinkedIn (NYSE:LNKD) (ETR:LKI) (FRA:LKI) derzeit einen negativen ROE. Und doch schaffen es andere Unternehmen – wie Facebook (NASDAQ:FB) (FRA:FB2A) (ETR:FB2A) und Yelp (NYSE:YELP) (ETR:Y9L) (FRA:Y9L), einen positiven ROE zu erzeugen. Sehen wir doch einmal nach, was diese beiden von ihren Kontrahenten unterscheidet.

Facebook

Nicht nur, dass man der größte Player im Bereich soziale Netzwerke ist, Facebook ist auch noch am profitabelsten von allen. Im letzten Jahr sind die Netto-Einnahmen auf 2,94 Milliarden USD gestiegen. Deswegen ist der ROE von 10,8% der höchste unter den vier großen Netzwerken, zu denen man auch Twitter, LinkedIn und Yelp rechnet.

Quelle: YCharts.

Allerdings ist Facebooks ROE im letzten Jahr gesunken, weil man etwas Profitabilität einbüßen musste. In den letzten drei Quartalen sind die Betriebskosten um jeweils 41%, 87% und 83% gestiegen. Während dieser Zeit ist die operative Marge on 44% auf 26% gefallen.

Letzten Juli hat CEO Mark Zuckerberg Investoren gegenüber gesagt, dass das Unternehmen weiterhin „stark investieren“ würde, das Ökosystem ausbauen würde, wie man bereits oft vorgegangen ist, als man Instagram für eine Milliarde USD, WhatsApp für 19 Milliarden USD und Oculus VR für 2 Milliarden USD kaufte. Außerdem hat man bereits viel Geld für Videohosting auf der Seite ausgegeben, interne News-Kanäle, mobile Bezahlsysteme und Plattformen für künstliche Intelligenz; alles, um Googles (NASDAQ:GOOG) (FRA:GGQ1) (FRA:GGQ7) ausgedehntes Ökosystem anzugreifen. Die Saat wird wohl irgendwann einmal aufgehen, aber kurzfristig dürfte es die Profitabilität des Unternehmens belasten.

Allerdings könnte Facebooks solides Umsatzwachstum den Druck ein wenig lösen. Im letzten Quartal stieg der Umsatz 42% vor allem dank großer Nachfrage nach Anzeigenplätzen. Der unkonventionelle Ansatz des Unternehmens, der darin besteht, dass man die Anzahl der Plätze verringert, hat die Preise und die Nachfrage in die Höhe getrieben – 62% weniger Anzeigenplätze sorgten für einen Preisanstieg von 285% pro Platz.

Yelp

Die Review-Seite hatte ein hartes Jahr. Die Aktie fiel um 50% in den letzten 12 Monaten, was einerseits an enttäuschenden Einnahmen und Sorgen darüber, dass Dienste wie Facebook und Google das Unternehmen komplett überflüssig machen könnten, lag. Zudem hat man neulich mit den Gefühlen von Aktionären gespielt, indem man sich selber auf den Markt begab, allerdings keinen Käufer finden konnte.

Im letzten Quartal ist der Umsatz 55% angestiegen, auf 118,5 Milliarden USD. Damit verfehlte man die Marke von 120 Milliarden USD. Darüber hinaus berichtete man Verluste von 1,3 Milliarden USD, was zwar eine Verbesserung gegenüber der 2,6 Milliarden USD Verluste im Vorjahr darstellte, jedoch die Erwartung der Analysten – man prophezeite einen Gewinn von 878.000 USD – weit verfehlte. Die Anzahl der individuellen Seitenbesucher stieg 8% auf 142 Millionen, dennoch hat man einen weitaus kleineren Nutzerkreis als Facebook oder sogar Twitter. Märkte außerhalb der USA stellen gerade einmal 3% des Umsatzwachstums dar.

Quelle: YCharts.

Trotz dieser Probleme hat Yelp einen positiven ROE von 6,7%, da man für das ganze letzte Jahr einen Profit von 36,5 Millionen USD berichten konnte. Davon kamen allerdings 26,2 Millionen USD von Steuervorteilen im vierten Quartal. Deswegen ist der ROE stark aufgebläht und dürfte dieses Jahr kleiner sein, da es dieses Mal den Steuervorteil nicht geben wird.

Für die Zukunft versucht man das Umsatzwachstum anzukurbeln, indem man Analytics und Kunden-Interaktion für Geschäftspartner anbietet, neue Märkte erschließen will und neue Features wie Videouploads für Nutzer anbieten wird. Leider bedeuten diese neuen Features auch erhöhte Kosten und Ausgaben, die 52% auf 123 Millionen USD stiegen, was den ganzen schönen Umsatz von 119 Millionen USD verschlang.

Verlass dich nicht auf den ROE allein

Der ROE kann Investoren einen schnellen und präzisen Überblick über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens geben. Und doch spiegeln sie nicht das große Ganze wider. Um einen umfassenden Blick zu bekommen, sollte man sich als potenzieller Investor auch noch andere Zahlen ansehen, darunter das Kurs-Gewinn-Verhältnis und den Preis pro Aktie sowie den Cashflow. Zudem können viele arg verschuldete Unternehmen einen anormal hohen ROE präsentieren, aber diese Schulden bergen natürlich große Risiken.

Facebooks ROE könnte in der Zukunft fallen, aber nur, weil man heftig in das Wachstum des Ökosystems investiert. Die Gewinne werden davon unbeeindruckt bleiben. Yelp hingegen hat nicht dasselbe Umsatzwachstum, um die steigenden Kosten zu schultern, was bald dafür sorgen könnte, dass man einen negativen ROE berichten muss.

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The Motley Fool empfiehlt Facebook, Google (A Aktien), Google (C Aktien), LinkedIn, Twitter und Yelp. The Motley Fool besitzt Aktien von Facebook, Google (A Aktien), Google (C Aktien), LinkedIn und Twitter.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und erschien am 6.7.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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