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Deutsche Bank unter Druck, Post profitiert von Streikende, Telekom leidet unter Griechenland-Beteiligung: Was Du am Mittwoch wissen musst

Image: hslergr1 Licence: CC0 Public Domain.

Der Countdown läuft

Genau viereinhalb Tage noch: Dann soll am Sonntag die endgültige Entscheidung über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone fallen. Das sagte am Dienstagabend der EU-Ratspräsident Donald Tusk nach einem mehrstündigen und wie so oft ergebnislosen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone. Dieses Meeting hatte stattgefunden, weil die die Griechen am Sonntag in einer Volksabstimmung „Nein“ zu den Reformvorschlägen der Geldgeber gesagt hatten.

Die Reaktion seiner europäischen Kollegen dürfte dem griechischen Premier Alexis Tsipras nicht gefallen haben, denn die Ultimaten der Entscheider waren diesmal wesentlich deutlicher formuliert als sonst. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte, ein detailliertes Szenario für den Grexit sei bereits ausgearbeitet. „Sonntag wird so oder so ein Schlussstrich gezogen“, sagte Juncker am Mittwochmorgen.

Aber zum Grexit muss es nicht kommen. Die Athener Regierung will bis zum Donnerstag detaillierte Reformvorschläge einreichen, die nach Prüfung durch die Fachleute am Samstag von den Euro-Finanzministern bewertet werden sollen. Falls das Ergebnis positiv ausfällt, können die Regierungsschefs aller 28 EU-Mitgliedsstaaten bei einem weiteren außerordentlichen Gipfel am Sonntag ein neues langfristiges Hilfsprogramm für die Hellenen beschließen – oder eben auch nicht.

Bis dahin werden wohl noch viele Hellas-Meldungen über die Nachrichtenticker laufen und die Märkte in Aufregung versetzen.

Der DAX fällt deutlich unter 11.000 Punkte

Besser als befürchtet reagierte der deutsche Leitindex am Montag auf das Ergebnis des Referendums in Griechenland. Der DAX fiel lediglich um 1,52 % auf 10.890 Punkte. Bankenwerte standen europaweit unter Druck. Die Aktienkurse der Deutschen Bank  (FRA:DBK) (ETR:DBK), der Commerzbank (ETR:CBK) (FRA:CBK) und der Aareal Bank (ETR:ARL) (FRA:ARL) gaben zwischen 2,95 % und 3,73 % nach.

Die Anteilscheine der Deutschen Telekom (ETR:DTE) (FRA:DTE), die eine 40-prozentige Beteiligung am griechischen Telekom-Unternehmen OTE hält, verbilligten sich um 2,44 %. Aber nicht alle DAX-Titel mussten Federn lassen: Die Aktie der Deutschen Post (ETR:DPW) (FRA:DPW) legte wegen der Beendigung des Poststreiks mehr als 2 % zu.

Während der Handelszeiten am Dienstag war nicht absehbar, wie sich die unendliche Griechenland-Geschichte weiter entwickeln würde. Da die Märkte solche Ungewissheit nicht mögen, ging es an den europäischen Börsen abwärts. In Frankfurt verlor der DAX weitere 1,96 % und schloss beim Stand von 10.676,78 Zählern.

Gegen den Trend legten die Anteilscheine von Axel Springer (ETR:SPR) (FRA:SPR) um 2,18 % zu. Grund für den Anstieg: Es hatte sich herumgesprochen, dass der Medienkonzern mit ProSiebenSat.1 (ETR:PSM) (FRA:PSM) Verhandlungen über einen Zusammenschluss gestartet hat. Die Papiere der TV-Kette konnten davon allerdings nicht profitieren und gaben 0,53 % ab.

Auch die Aktionäre von Zalando (ETR:ZAL) (FRA:ZAL) hatten Grund zur Freude, denn die Marktteilnehmer hatten einen Glücksschrei aus London gehört. Dort hatte der britische Online-Versandhändler Asus einen positiven Zwischenbericht vorgelegt. Zalando-Aktien verteuerten sich um 2,37 % und setzten sich damit an die MDAX-Spitze.

Da man den Griechen nach dem Eurogipfel am Dienstag nicht sofort den Stecker gezogen hatte, keimte am Mittwochvormittag wieder neue Hoffnung auf deren dauerhafte Mitgliedschaft im Euro-Club auf. Bis zum Mittag konnte der DAX leicht zulegen. Besonders gefragt waren Papiere von ThyssenKrupp (ETR:TKA) (FRA:TKA), die am Vortag starke Verluste verbucht hatten.

Wie geht es weiter?

Am Donnerstag erscheinen endlich mal wieder neue Unternehmenskennziffern: Südzucker (ETR:SZU) (FRA:SZU) liefert am frühen Morgen den Bericht übers erste Quartal des Geschäftsjahrs. Zur Mittagszeit informiert uns die Lufthansa (ETR:LHA) (FRA:LHA) über die Verkehrszahlen im Monat Juni, und aus den USA kommen Daten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe.

Weitere Verkehrszahlen für Juni und seinen Halbjahresbericht veröffentlicht am Freitagmorgen der Flughafenbetreiber Fraport (ETR:FRA). Kurz darauf erfreuen uns die deutschen Statistiker mit Daten zur Entwicklung der Großhandelspreise im Juni und einem Zahlenwerk zu den Insolvenzen im April.

Es darf jedoch getrost bezweifelt werden, dass die Akteure auf dem Parkett ihren Nachrichtenhunger ausschließlich mit Unternehmensmeldungen und volkswirtschaftlichen Statistiken stillen werden. Das Griechenland-Drama ist spannender und dürfte in den kommenden Tagen die Kursentwicklung bestimmen.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool eine angenehme Restwoche.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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