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3 Aktien für den Fall, dass der Markt den Bach runter geht: Rolls Royce, Aviva, GlaxoSmithKline

Image: hslergr1 Licence: CC0 Public Domain.

Nach zwei Tagen der Unsicherheit hat der Markt am Mittwoch (1.7.) erst einmal wieder durchgeatmet, und das, obwohl Griechenland das erste Erste-Welt-Land ist, das seine Schulden nicht mehr bezahlen kann. Auch jetzt gibt es genügend Spekulation darüber, ob die Politik sich einigen kann, wie man das Debakel lösen kann – und zwar auf eine Weise, die die Gläubiger wie auch die Griechen glücklich macht.

Wie wir alle wissen hasst der Markt Ungewissheit. Ich nehme an, dass es in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten noch genügend Volatilität zu beobachten geben wird.

Wie auch immer sich die Menschen dann am Sonntag entscheiden werden, es wird auf keinen Fall einfach in den kommenden Jahren.

Also Investor bin ich mir bewusst, wieviel Schmerz und Not diese Krise für die Menschen bedeutet. Und doch ist es meine Aufgabe, nach Chancen zu suchen, die diese Krise mir bieten. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf sehen wir uns einmal drei Unternehmen an, die mir aufgefallen sind:

Rolls Royce Holdings

Als Leser dürfte man überrascht sein, ein Unternehmen hier zu finden, das seit dem letzten Oktober eine ganze Reihe an Profitwarnungen ausgegeben hat. Aber wenn Blue-Chip-Unternhehmen wie Rolls Royce (LSE:RR) (FRA:RRU) (bzw. der Aktienpreis) fast 50% in den letzten 18 Monaten in den Keller gehen, dann werde ich hellhörig.

Ich habe schon einmal gesagt, dass der Aktienpreis noch weiter sinken könnte, obwohl der Markt langsam auf die Idee kommt, dass es noch etwas dauern könnte, bis das Unternehmen wieder rund läuft – wenn überhaupt. Wenn man dann noch einen gute Dosis Unsicherheit in Europa hinzutut und eine ebenfalls unsichere Weltwirtschaft, dann begreifst du, warum ich hier eine größere Sicherheitsmarge als sonst sehen möchte.

Da die Aktien derzeit gerade mal 14-fach über den kommenden Gewinnen gehandelt wrid und dazu noch unter 3% abwirft, kann ich gerne noch ein bisschen warten.

Aber nur dass das klar ist: Dieses Unternehmen hat Bestellungen in Höhe von 70 Milliarden GBP. Man muss also nicht gerade um Arbeit betteln. Meiner Meinung nach muss man diese Arbeit nur etwas effizienter vollbringen. Der neue Mann an der Spitze ist Warren East, der zuvor CEO bei ARM Holdings war und dort dafür gesorgt hat, dass das Unternehmen gut für die Zukunft aufgestellt ist. Könnte also der richtige sein, um das Ruder rumzureißen. Wenn der Markt also wegen Griechenland noch ein bisschen mehr durchdreht, dann könnte ich mir gut vorstellen, langfristig einzusteigen.

Aviva

Der eine oder andere könnte der Meinung sein, dass Aviva (LSE:AV) (FRA:GU8) es schon seit 2012 mit dem Turnaround versucht, als der damalige CEO Andrew Moss aus dem Unternehmen gedrängt wurde, weil die Aktionärsausschüttungen seinen Gehaltsscheck so dünn haben lassen. Was nicht verwunderlich ist, da der Aktienpreis fünf Jahre zuvor – als er ins Unternehmen kam – noch 50% mehr wert war.

Das hat das Unternehmen dazu bewegt, einen Plan zur Restrukturierung aufzustellen, wozu Stellenstreichungen, Expansion nach u.a. Asien und Verkäufe von Unternehmenszweigen gehörten.

Unter dem neuen CEO Mark Wilson ging das weiter. Er traf die Entscheidung, die Dividende zu kappen und half dabei, dem Unternehmen im Jahr 2013 Profite zuzuführen, die besser als erwartet waren.

Das Unternehmen hat außerdem den Deal eingetütet, mit dem man die Friends Life Group mit ins Boot geholt hat. Der Deal bringt den Kunden etwa 50% und spart jährlich 200 Millionen GBP an Kosten.

Darüber hinaus hat die Gruppe die letzte Dividende um 30% angehoben. Schritte wie diese geben mir das Gefühl, dass man den Turnaround schafft. Obschon der CEO darauf Wert legt, dass noch viel zu tun ist, sehen die Aktien doch sehr interessant aus.

GlaxoSmithKline

GlaxoSmithKline (LSE:GSK) (FRA:GS7) (ETR:GS7) ist derzeit dabei, den Deal mit Novartis auszuhandeln, den man im letzten Jahr verkündet hat.

Mr Market ist zur Zeit etwas unsicher, was den strategischen Ausblick angeht. Dazu kommt, dass die Dividende für die nächsten drei Jahre bei 0,80 GBP festgesetzt ist. Außerdem beträgt die ursprünglich als 4 Milliarden GBP angekündigte Ausschüttung von dem Deal mit Novartis jetzt doch nur 1 Milliarde GBP. Der Betrag wird im letzten Quartal zusammen mit er letzten Dividende ausgeschüttet. Das bietet dem Unternehmen mehr Freiraum, aber der Markt war davon trotzdem enttäuscht.

Wenn man die jetzigen Preise betrachtet, dann können Investoren gewiss sein, dass sie die nächsten drei Jahre eine sichere Dividende von etwa 6% haben werden.

Das ist kein schlechter Betrag, während wir darauf warten, dass man im Unternehmen selber mit der strategischen Neuausrichtung zu einem Ende kommt. Der eine oder andere könnte der Meinung sein, dass das mangelnde Wachstum Glaxo unattraktiv macht. Aber ich glaube, dass das Dividendenwachstum im Jahr 2017 wieder weitergehen könnte. Sollte die Neustrukturierung so laufen wie geplant, könnte man finanziell besser dastehen – und damit würde die Dividende wachsen.

In Zukunft will das Unternehmen entstehende Märkte erschließen, um zu wachsen. Dabei will man sich auf Impfstoffe und Einzelpatientenbehandlungen konzentrieren. Das Geschäft mit Impfstoffen ist um 10% gestiegen, das Umsatzwachstum soll im hohen einstelligen Bereich erfolgen, und zwar bis zum Jahr 2020. In diesem Bereich ist das Unternehmen gut aufgestellt und hat weise vorgesorgt, da man von einer starken Nachfrage nach den Produkten ausging.

Stimmt der Preis?

Wie du dem 3-Monatsverlauf unten entnehmen kannst, haben alle drei Aktien gegenüber dem FTSE 100 unterperformt. Sollte das so weitergehen und die Panik vor dem Grexit das alles beschleunigen, können geduldige Langzeitinvestoren hier klug und ruhig ein echtes Schnäppchen eintüten.

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The Motley Fool UK hat GlaxoSmithKline und ARM Holdings empfohlen.

Dieser Artikel wurde von Dave Sullivan auf Englisch verfasst und erschien am 3.7.2015 auf Fool.co.uk. Er  wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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