MENU

Warum die Kuka-Aktie in den letzten 12 Monaten um 68 % gestiegen ist — und dem Unternehmen damit vorauseilte

Quelle: Wikipedia

Die Aktie der KUKA AG (ETR:KU2) (FRA:KU2) legte in den letzten 12 Monaten (1. Juli 2014 bis 30. Juni 2015) laut Yahoo Finance von 44,45 EUR um 68 % auf 74,72 EUR zu. Der DAX stieg im selben Zeitraum um gerade einmal 11 %. Und bei Kuka ist die Dividende noch nicht eingerechnet. Lohnt es sich, die Aktie bei diesem Preis noch zu kaufen?

Um das herauszufinden, habe ich mir die Gründe angeschaut, weshalb Aktionäre in den letzten Monaten mehr Vertrauen in KUKA gewonnen haben könnten. Drei Hauptgründe habe ich gefunden. Und auch wenn insbesondere der erste das langfristige Gewinnpotential von KUKA steigert, der Kursanstieg um über zwei Drittel macht die Aktie meiner Meinung nach heute überbewertet. Aber hier sind erst einmal die drei positiven Entwicklungen, von denen ich spreche.

Die erfolgreiche Übernahme von Swisslog finanziert durch eigene Kapitalerhöhung

Am 25. September 2014 kündigte KUKA an, dass es ein Angebot für den Schweizer Roboterhersteller Swisslog vorlegen werde. Ziel der Übernahme war laut Tender Offer, „in den attraktiven Logistik Markt einzusteigen und den Umsatzanteil der „General Industry“-Sparte von 30 % auf 50 % zu erhöhen.“

In der Tat ergänzen sich die Produkteangebote beider Unternehmen und KUKA erhofft mit dem Zukauf zu einem „neuen, globalen Lieferanten integrierter Automationslösungen für zahlreiche Industrien“ zu werden.

Der Markt schätzte das offenbar ähnlich ein und lies die Aktie bis zur Bekanntgabe der erfolgreichen Übernahme von 92,2 % aller Swisslog Aktien am 11. Dezember um 55,54 EUR steigen. Auch die in der Zwischenzeit erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung zur teilweisen Finanzierung der Übernahme trug zur guten Stimmung der Anleger bei — der damalige Ausgabepreis der zusätzlichen Aktien lag noch bei 49 EUR.

Voith ist ebenfalls KUKA-Bulle und übernimmt über ein Viertel aller Aktien

Fast zur gleichen Zeit, als KUKA dabei war, Swisslog zu übernehmen, bekundete ein anderes süddeutsches Unternehmen sein Interesse an KUKA. Am 3. Dezember gab Voith bekannt, dass es über ein Viertel aller KUKA-Aktien übernommen hatte. Die Voith GmbH ist ein sich zu 100 % in Familienbesitz befindliches Unternehmen, das mehrere Märkte mit einem breiten Portfolio aus Anlagen, Produkten und Industriedienstleistungen bedient. Voiths Umsatz im Jahr 2014 war nur 2,5 mal Höher als der Umsatz von KUKA, was diese Übernahme bemerkenswert macht, da sie sich direkt und signifikant auf Voiths Zahlen auswirken wird.

Allerdings übernahm Voith den Großteil dieser Aktien nicht am Aktienmarkt, sondern erwarb sie direkt vom vorherigen Großaktionär Grenzebach Maschinenbau GmbH. Voiths Chef Dr. Hubert Lienhard begründete die Entscheidung, sich an KUKA zu beteiligen so:

KUKA ist […] für die Industrie 4.0 mit seinem hoch spezialisierten Automatisierungs-Know-how hervorragend positioniert. Es ist für uns daher eine ideale, zukunftsweisende Beteiligung. Voith unterstützt die bewährte Strategie von KUKA und hat Vertrauen in die Persönlichkeiten, die in den vergangenen Jahren maß­geblich zur außerordentlich erfolgreichen Entwicklung des Unter­nehmens beigetragen haben.

Der Markt hat sich diese klaren, vertrauensbildenden Worte wohl genau angehört. Danach stieg der Aktienkurs trotz fehlender großer Neuigkeiten über die Weihnachts- und Neujahrszeit vom 11. Dezember bis zum 10. Februar um weitere fast 20 % auf über 65 EUR.

Stärkeres Wachstum als erwartet

KUKA zeigte in den letzten fünf Jahren laut S&P Capital IQ ein beeindruckendes jährliches Wachstum von 18 %. Für das Jahr 2014 rechnete das KUKA-Management trotzdem mit einem Umsatz von 2 Milliarden EUR. Dieses Ziel wurde am 5. November noch bestätigt.

Am 11. Februar meldete KUKA dann, dass es sein Ziel mit 2,1 Milliarden und einem Wachstum von 18,1 % übererfüllt hatte. Hinzu kam, dass die starke Nachfrage nach Robotern zu Auftragseingängen von 2,2 Milliarden EUR führten — welche damit zum ersten Mal in der KUKA-Historie die Marke von 2,2 Milliarden EUR überschritten.

Diese Nachrichten nahm der Markt ebenfalls positiv auf und jagte die Aktie an diesem Tag zum ersten Mal über die Marke von 70 EUR.

Die Aktie könnte dem Unternehmen meiner Meinung nach vorausgeeilt sein

KUKA-Aktionäre sind in den letzten 12 Monaten tatsächlich mit einer ganzen Reihe guter Nachrichten verwöhnt worden, die zu einem steilen Aufwärtstrend des Aktienkurses führten. Heute (am 1. Juli 2015) ist die Aktie laut Yahoo Finance mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 39 bewertet.

Das ist meiner Meinung nach zu viel für ein Unternehmen, das mit 18 % pro Jahr wachsen konnte. Auch wenn KUKA einer der Marktführer in einer Zukunftsindustrie (Roboter) ist und viel Potential besitzt, erzielt das Unternehmen noch einen großen Teil seines Umsatzes mit Kunden aus der sehr zyklischen Automobilindustrie. Die Swisslog-Übernahme wird daran vorerst nur wenig ändern, da die Umsatzanteile aus diesem Bereich noch zu wenig sein werden. Aktionäre sollten also damit rechnen, dass der Wachstumsmotor in den kommenden Jahren auch mal stottern kann.

Ist KUKA es wert zu kaufen?

Wenn du in ein Unternehmen wie KUKA investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid, 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob KUKA wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

Bernd Schmid besitzt Aktien der Kuka AG. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Yahoo.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool