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Exxon, BP, Imperial Oil und Chevron läuft die Zeit davon, in der kanadischen Arktis nach Öl zu bohren

Foto: Berardo62. Bearbeitet. Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

In der Arktis vermutet man ein Drittel aller unentdeckten Gasvorkommen der Erde. Auch 13 % aller unentdeckten Ölvorkommen der Erde sollen dort zu finden sein, rund 90 Milliarden Barrel wären das. Das Problem dabei ist, dass sich dieses Öl und Gas an einem der am schwersten zu erreichenden Orte der Welt befinden. Das heißt, dass es sehr viel Zeit und noch mehr Geld kosten wird, diese Energie-Rohstoffe nur zu finden. Leider, für Ölunternehmen, läuft ihnen die Zeit davon.

Ein von Imperial Oil (TSX:IMO)(NYSE:IMO) angeführtes Joint Venture unterbricht seine Ölbohr-Anstrengungen in der Beaufortsee in der kanadischen Arktis, da die Pachtverträge 2020 auslaufen. Das Unternehmen und seine Partner Exxon Mobil (NYSE:XOM)(FRA:XONA) und BP (NYSE:BP)(FRA:BGO) unterbrechen ihren Betrieb zeitweise. Sie versuchen in der Zwischenzeit, den gegenwärtigen Pachtvertrag rückwirkend um 16 Jahre zu verlängern. Damit macht das Trio es Chevron (NYSE:CVX)(FRA:CHV) (FRA:CHV) nach, welches seine dortigen Anstrengungen aufgrund der tickenden Uhr bereits eingestellt hat.

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Nicht genügend Zeit um zu planen

Das größte Problem, dem die Ölbohrunternehmen gegenüberstehen sind regulatorische Hürden, die sich als logistischer Alptraum herausstellen. Das Hauptproblem ist, dass man alles unternehmen muss, um das potentielle „Auslaufen“ von Öl zu vermeiden — bevor man anfängt Test-Bohrlöcher zu bohren, nur um festzustellen, ob es an einer Stelle überhaupt Öl gibt.

Diese Regularien wurden nach dem Deepwater Horizon Unfall von BP im Golf von Mexiko erlassen und zwingen die Unternehmen dazu, genügend Standby-Kapazitäten zu haben zur gleichen Jahreszeit eine Entlastungsbohrung durchzuführen — die eine Panne verhindert –,zu der sie auch die eigentliche Bohrung durchführen. Das ist eine unmögliche Aufgabe, da Bohrlöcher in der Beaufortsee so tief sein müssen, dass es mehrere Jahreszeiten (in denen man bohren kann) dauern würde, um nur ein Bohrloch zu vollenden — ganz zu schweigen von zweien.

Tatsächlich soll die erste Testbohrung von Imperial Oil, Exxon Mobil und BP bis zu einer Tiefe von über sechs Meilen unter den Meeresboden gehen. Das wäre nicht nur eine der tiefsten Offshore-Ölbohrungen aller Zeiten, es wäre die mit Abstand tiefste jemals in der Arktis gebohrte.

Eine so tiefe Bohrung würde auf immensen Speicherdruck stoßen, weswegen eine Entlastungsbohrung die gegenwärtig beste Option ist, einen Blow-out von Öl zu verhindern, da ein solcher einen Teil des Drucks ablassen würde. Allerdings muss das nicht die einzige Option sein. Genau deswegen wollen die Ölunternehmen mehr Zeit für technische Studien, so dass sie einen besseren Notfall-Ablaufplan erarbeiten können.

Eine langfristige Investition

Keiner der Partner möchte den Plan über Bord werfen, in der Arktis zu bohren. Dort gibt es einfach zu viel unberührtes Öl- und Gasvorkommen. Außerdem sind diese Unternehmen keine Fremden, wenn es darum geht, langfristig zu planen; Ölunternehmen schauen Jahrzehnte in die Zukunft, nicht Quartale. Das wird ersichtlich aus der Hebron-Öl Entdeckung vor Neufundland, die Exxon und Chevron erst 30 Jahre nach ihrer Entdeckung in ein kommerzielles Projekt umgesetzt haben. Das Ölfeld wurde 1981 entdeckt, aber das 14 Mrd. USD schwere Entwicklungsprojekt wurde nicht vor 2013 gestartet — und der erste Tropfen Öl daraus wird nicht vor 2017 sprudeln.

Bei einem typischen Offhore-Ölfeld vergeht zwischen der Entdeckung und der ersten Ölförderung etwa ein Jahrzehnt. Bei den Ölentdeckungen in der Beaufortsee könnte das Ganze noch deutlich länger dauern. Es wird nicht nur Jahre dauern, um Probe- und Erwartungsbohrlöcher zu bohren. Die Entdeckungen könnten aufgrund ihrer hohen Kosten von Bohrungen in einer solch brutalen Umgebung und einer solch abgelegenen Gegend noch eine ganze Weile unangezapft bleiben, bis Öl- und Gaspreise hoch genug sind, um die Investitionen und Risiken zu rechtfertigen, die notwendig sind, um diese Ölquellen anzuzapfen.

Das Takeaway für Investoren

In der Arktis vermutet man riesige, unberührte Öl- und Gasvorkommen. Ölunternehmen, die diese Quellen erschließen wollen, lief allerdings die Zeit davon und sie glauben nicht, dass sie anfangen können zu bohren, bevor ihre Pachtverträge in fünf Jahren auslaufen. Das ruft Energie-Investoren in Erinnerung, wie langfristig Energieunternehmen planen. Das wiederum sollte uns daran erinnern, dass wir bei einer Investition in Energieunternehmen eine besondere Portion Geduld mitbringen sollten.

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Dieser Artikel wurde von Matt DiLallo auf Englisch verfasst und wurde am 30.06.2015 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt ExxonMobil Aktien.

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