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3 unbekannte Unternehmen mit gefragten Produkten, die heute auf deine Watchlist gehören

Foto: Julia Roegner

Hast du heute Morgen gut gefrühstückt? Mit Marmelade und Früchtetee? Danach Zähne geputzt, geduscht und etwas After Shave oder Parfüm aufgelegt?

Dann bist du garantiert mit Duft- und Aromastoffen in Kontakt gekommen. Im Jahre 2012 betrug eren Gesamtmarkt weltweit rund 23 Mrd. US-Dollar. Die vier größten Firmen teilten sich 56 % des Marktes, nämlich Givaudan (SIX:GIVN) (ETR:GIN), Firmenich, International Flavor & Fragrances (NYSE:IFF) (FRA:IFF) und Symrise (ETR:SY1) (FRA:SY1). Firmenich befindet sich in Familienbesitz und ist nicht börsennotiert, aber die anderen drei Unternehmen können wir kaufen.

Grundsätzlich sind die Unternehmen interessant, da sich ihre Produkte fast überall finden lassen. Nicht nur an den offensichtlichen Orten wie in meinen Beispielen, sondern auch in Geschäften, Büros, Krankenhäusern, Textilien und Wellness-Produkten. Oftmals werden Industrie-Erzeugnissen konzentrierte Lösungen von Geruchsstoffen beigemengt, um aus Kostengründen die Verwendung natürlicher Produkte zu umgehen und Qualitätsschwankungen bei der Produktion zu vermeiden. Wenn das Eigenaroma nicht ausreicht, kommen natürliche oder naturidentische Aromastoffe ins Spiel beziehungsweise in die Nase.

Der Trend in den asiatischen Ländern hin zu einer westlichen Lebensweise sorgt auch hier für gute Zukunftsaussichten. Dabei sind die Hersteller wenig bekannt, da ihre Fabrikate nicht unter eigenen Marken auftreten.

Um einen ersten Eindruck zu bekommen, ob die drei Unternehmen auch erfolgreich wirtschaften und heute ein guter Kauf sein können, werfe ich in diesem Artikel einen Blick auf drei leicht zu ermittelnde Kennzahlen: Umsätze der vergangenen Jahre, um zu sehen ob die Unternehmen wachsen; Gewinnmargen, um zu sehen wie viel des Umsatzes noch als Gewinn übrig bleibt; und die Bewertungen, um einzuschätzen ob der Markt uns vielleicht ein Schnäppchen liefert.

Umsätze

Alle Gesellschaften kommen aus unterschiedlichen Ländern. Givaudan ist ein schweizer Unternehmen, IFF ist amerikanisch und Symrise stammt aus Deutschland. Für die folgenden Grafiken habe ich die jeweiligen Zahlen in Landeswährung genommen, um die Entwicklungen deutlicher werden zu lassen.

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Umsatz in Mrd. Landeswährung, Quellen: Geschäftsberichte

Rechnen wir die 2014er Umsätze zu den Kursen per 31.12.2014 in Euro um, so erreicht Givaudan 3,7 Mrd. EUR , IFF 2,6 Mrd. EUR und Symrise 2,1 Mrd. EUR. Wir sehen schon Größenunterschiede bei den Unternehmen, aber wir sehen auch, dass Givaudan und IFF nur verhalten wachsen. Symrise verdankt seinen Sprung in 2014 der Übernahme der französischen Diana-Gruppe. Duft- und Aromastoffe werden zwar verstärkt genutzt, aber dieser Trend reicht offensichtlich nicht für deutlicheres Wachstum.

Interessant ist auch, dass alle drei auf Emerging Markets (EM) und den Trend zum westlichen Lebensstil setzen. Der Umsatzanteil der EM betrug 2014 fast einheitlich 44 % (IFF), 46 % (Givaudan) und 47 % (Symrise).

Was bleibt von den Umsätzen übrig?

In der folgenden Grafik habe ich die EBIT-Margen der drei dargestellt. Das EBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern. Damit wird der operative Gewinn dargestellt, also das, was aus der eigentlichen Geschäftstätigkeit übrig bleibt. Diese Zahl wird ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt und ergibt dann die EBIT-Marge.

EBIT-Margen

EBIT-Margen, Quellen: Geschäftsberichte

Wir erkennen, dass die Unternehmen generell recht hohe EBIT-Margen haben. Seit 2012 liegen die Margen auch relativ eng beieinander und unterscheiden sich wenig. Bei IFF sind sie etwas höher als bei den Konkurrenten, aber Symrise hat in den letzten Jahren aufgeholt und durch Kostendisziplin und Verzicht auf margenschwaches Geschäft deutliche Verbesserungen erreicht.

Insgesamt hat hier keines der Unternehmen einen deutlichen Vorteil.

Bewertung der Aktien

Zum Schluss möchte ich die Bewertungen der drei Aktien gegenüberstellen. Hier habe ich das KGV der letzten Jahre ermittelt und dazu jeweils den Gewinn pro Aktie und den Aktienkurs in Landeswährung benutzt.

KGV

KGV zum Jahresende, Quellen: Geschäftsberichte und finanzen.net

Die Werte der europäischen Vertreter Givaudan und Symrise sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Dagegen ist das KGV von IFF nahezu unverändert bei etwa 20 geblieben.

Alle drei Aktien haben ein relativ hohes KGV, was sich durch die hohen Margen gut erklären lässt. Auch die Konjunkturunabhängigkeit der wichtigen Kunden aus den Bereichen  Nahrungsmittel und Körperpflege spielt eine Rolle. Der Abschlag von IFF zu den anderen beiden scheint nicht gerechtfertigt zu sein. IFF leidet zurzeit zwar unter den hohen Dollar-Kursen, aber bei Givaudan aus der Schweiz sind die Währungseffekte noch stärker.

Symrise möchte durch Zukäufe stark wachsen. Dazu wurde 2014 Jahr das französische Unternehmen Diana gekauft, von dem man schon in diesem Jahr einen positiven Ergebnisbeitrag erwartet. Im ersten Quartal 2015 ist der Umsatz um 42 % gestiegen, die EBIT-Marge ist jedoch leicht auf 15,9 % gesunken. Unter diesen Umständen erscheint die Aktie mit einem KGV von etwa 30 ausreichend bezahlt zu sein. Für ein noch höheres KGV müssten Umsätze und Margen noch mehr steigen.

Obwohl ich die Branche interessant finde und mich Umsatzentwicklung und Margen der Unternehmen überzeugen, sind mir alle drei Aktien heute zu teuer. Ich werde sie aber auf meine Watchlist nehmen, um sie immer im Auge zu behalten und zuschlagen zu können, wenn sich eine Chance ergibt.

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Peter Roegner besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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