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Wenn du so über den “Grexit” denkst, wirst du wohl falsch liegen

Foto: Pixabay, jarmoluk

Dieser Artikel ist ein Auszug der 28. Juni Ausgabe des Motley Fool Newsletters, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Wie die meisten von euch habe ich ein großes Interesse an dem Thema „Grexit“. Daher war ich besonders neugierig, als ich die Schlagzeile im Handelsblatt las „Ein Grexit wäre heilsam“.

Heilsam? Wirklich?

Der Artikel war ein Interview mit drei der größten Investoren in Deutschland: Dirk „Mr. Dax“ Müller, Max Otte und Hendrik Leber.

Das vorgebliche Thema war einfach „Value-Investing“. Das ist das Gleiche, was wir oft miteinander bei The Fool diskutieren. Auch Warren Buffett verfolgt diesen Ansatz.

Aber… worüber sonst kann man heute sprechen, wenn nicht über den Grexit? Ok, ja, vielleicht Value-Investing. Die drei konzentrierten sich bei dem Interview jedenfalls auf den Grexit.

Du kannst den vollen Text hier lesen, aber ich fand dieses Zitat von Dirk Müller besonders interessant:

„Ein Grexit wäre sogar eher positiv. Wir können es doch alle nicht mehr hören. Immer wieder das Griechenland-Drama, alle halbe Jahre wieder. Bringt eine Lösung, egal wie! So denken auch die meisten Anleger. Das Thema ist abgefrühstückt.“

Ich stimme besonders dem „abgefrühstückt“-Teil zu.

Doch würden Anleger wirklich die Ruhe kriegen, die sie sich wünschen? Ich bezweifele es.

Ja, Ruhe vor dem Grexit würden sie wohl bekommen, aber was kommt als Nächstes? Und als Übernächstes?

Wir Anleger haben immer Sorgen vor dem nächsten. Was vorbei ist, ist vorbei. Aber das erschafft keine Ruhe. Es gibt uns bloß den Platz im Gehirn, damit wir uns um die nächste Krise Sorgen machen können.

Warum ist das so? Meistens sind wir selbst daran schuld.

Ein großer Teil davon ist einfach Biologie. Wir haben uns als Spezies nicht durch unsere unerschütterliche Entspanntheit entwickelt. Ganz im Gegenteil. Wir haben ein Gespür für Probleme entwickelt. Der Mann im Busch, der sich fragt: „War das ein Löwe?“, nur um dann zu denken: „Wer weiß. Ich werde weiter entspannt bleiben“ … Dieser Mann lebt wahrscheinlich nicht lang genug, um seine Gene weiterzugeben.

Also, von Natur aus sind wir immer auf die Suche neuen Gefahren.

Auch die Medien haben etwas damit zu tun. Die Medienbranche ist ein 24-Stunden-Betrieb. Zeitungen, Fernsehanstalten und auch Webseiten brauchen immer etwas, worüber sie schreiben können. Wenn es nicht der Grexit wäre, dann wäre es etwas anderes.

Und, schließlich, sind die Risiken auch echt. Wir leben in einer unruhigen Welt. Der Grexit ist ein Risiko. Die verrückte Niedrigzinspolitik ist ein Risiko. Die hohen Bewertungen vieler Börsen weltweit schaffen Risiko. Und so weiter.

Kurz gesagt: Es gibt immer Risiken. Es hängt einfach davon ab, welche Risiken wir zu einem bestimmten Zeitpunkt auswählen, um uns darauf zu konzentrieren.

Der Artikel des Handelsblatts fing mit dem Gedanken an, über Value-Investing zu diskutieren. Ich stelle mir vor, dass die drei Männer es lieber gehabt hätten, wenn sie über dieses ursprüngliche Thema gesprochen hätten. Die Entdeckung der großartigen Unternehmen, in die wir investieren können, kann uns gut weiterhelfen. Die endlosen Ratespiele über das Risiko des Tages? Nicht so sehr.

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