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Steve Jobs und die beeindruckendste Wachstumsgeschichte aller Zeiten

Steve Jobs mit dem MacBook Air auf der Macworld 2008. Quelle: MATTHEW YOHE [CC BY 3.0 (HTTP://CREATIVECOMMONS.ORG/LICENSES/BY/3.0)], VIA WIKIMEDIA COMMONS

Kurz nachdem Steve Jobs 1997 als CEO zu Apple zurückgekehrt ist, wurde Michael Dell gefragt, was er tun würde, wenn man ihm die Leitung des Unternehmens übertragen würde. Dell antwortete: „Ich würde es schließen und das Geld an die Aktionäre zurückgeben“.

Apple-Aktionäre sind offensichtlich sehr dankbar dafür, dass Dell nicht die Leitung übernommen hat. Seit seinem Kommentar sind die Aktien des Unternehmens nämlich um mehr als 17.000 % gestiegen.

Der Zeitraum zwischen Steve Jobs’ Rückkehr zu Apple und seinem Tod 2011 markiert den größten Lauf amerikanischer Unternehmensgeschichte. Während dieser Zeit ist Apple von einem geplagten Unternehmen auf dem absteigenden Ast zu dem wertvollsten der Welt geworden.

Das wirft für Investoren zwei essentielle Fragen auf:

  1. Warum genau war Steve Jobs’ zweiter Akt so ein unglaublicher Erfolg?
  2. Gab es 1997 Anzeichen dafür, dass Apple kurz davor stand, so rasant aufzusteigen?

Das großartige neu erschienene Buch Becoming Steve Jobs von Brent Schlender und Rick Tetzeli wartet mit wertvollen Einsichten hinsichtlich dieser zwei Fragen auf. Die Autoren sind der Meinung, es sei essentiell, sich die wilden Jahre zwischen 1985 und 1997 anzuschauen — als Jobs Apple verlassen, NeXT gegründet und Pixar erworben hat — um die bemerkenswerte Wandlung des Unternehmens ab 1997 besser verstehen zu können. Sie schreiben:

Wir können sehr viel oder sogar mehr vom Misserfolgen und von vielversprechenden Wegen, die zu Sackgassen werden, lernen. Die Vision, das Verständnis, die Geduld und die Weisheit, die Steves letzten zehn Jahre geprägt haben, wurden in diesen Jahren geformt.

Der Management-Experte Jim Collins, Autor von Bestsellern wie Good to Great und Built to Last, glaubt, dass Jobs‘ Geschichte keine von Erfolg sondern von Wachstum war. Schlender und Tetzeli zeigen uns, dass Jobs den Großteil seines persönlichen Wachstums in seiner oft übersehenden Phase zwischen seinen beiden Amtszeiten bei Apple erreicht hat.

Von Woody lernen

1985 hatte Steve Jobs Reife sicher sehr nötig. Einige Beobachter würden sogar sagen, er musste erwachsen werden. Die Autoren beschreiben ihn als „egozentrisch, unrealistisch idealistisch und unfähig, die Höhen und Tiefen von echten Beziehungen zu handhaben“. Sie glauben, dass Jobs zu dieser Zeit ein „verzogenes Gör“ sein konnte.

Die Dinge begannen sich jedoch zu ändern, als er die Computergraphik-Abteilung von George Lucas kaufte, die dann „Pixar“ wurde. Schlender und Tetzeli sagen, dass es „ohne das Wissen, das er sich bei Pixar angeeignet hat, keinen großartigen zweiten Akt bei Apple gegeben hätte“.

Am meisten hat Jobs von Ed Catmull gelernt, der unter ihm Pixars Chief Technical Officer war. Die Autoren stellen fest, dass Catmull mehr von Management und dem Motivieren kreativer Menschen versteht als jeder andere, den sie je getroffen haben. Das hat Jobs zutiefst beeinflusst, da er lernte, dass „die beste Management-Technik die ist, auf Mikromanagement zu verzichten und talentierten Leuten den Raum zu geben, erfolgreich zu sein“. Diese Lektion ist zentral für seinen späteren Erfolg.

Während er nicht bei Apple war, hat Jobs auch Disziplin gelernt, da er versuchte, sein schwächelndes neues Unternehmen NeXT zu retten und dabei Deals für Pixar zu verhandeln. Jobs’ Kampf darum, auch in Anbetracht der vielen Hindernisse erfolgreich zu sein, hatte einen riesigen Einfluss auf ihn. Er wurde zu einer effizienten Führungskraft und laut Jim Collins entwickelte er sich von einem „großartigem Künstler zu einem Unternehmensgründer“.

Nach dem Ausstieg wieder einsteigen

War es 1997 offensichtlich, dass Steve Jobs weiser und als bessere Führungskraft zurückkehrte? Das ist natürlich unmöglich zu wissen, aber die Autoren bieten einen interessanten Ansatz, um dieser Frage nachzugehen. Ihr Ausblick kann hilfreich für Investoren in ähnlichen Situationen sein.

In seiner berühmten Rede an der Stanford Universität im Jahr 2005 hat Jobs seine persönliche Art, die Zukunft zu verstehen, vorgestellt. Er erzählte eine schöne Geschichte davon, wie er in einem Kaligraphie-Kurs vorbeischaute, nachdem er das Reed College verlassen hatte. Er dachte damals, der Kurs könne kaum unnötiger sein und dennoch fühlte er sich 10 Jahre später beim Designen des ersten MacintoshComputers dazu inspiriert, verschiedene Schriftarten mit einzubetten. Jobs sagte den Absolventen:

Es war natürlich unmöglich, die Verbindungen damals herzustellen, als ich im College war. Aber es wurde mir zehn Jahre später sehr klar. Noch einmal: Man kann Verbindungen nur rückblickend herstellen, nicht wenn man in die Zukunft blickt. Also muss man darauf vertrauen, dass sich alles irgendwann fügt. Man muss in etwas vertrauen – Bauchgefühl, Schicksal, Leben, Karma, egal was. Dieser Ansatz hat mich nie enttäuscht und mein Leben entscheidend geprägt.

Die Autoren glauben, das ist der Schlüssel, um Apples zukünftigen Erfolg zu verstehen. Jobs hat mit NeXT und Pixar viel durchgemacht und er musste darauf vertrauen, dass „sich alles fügen würde“. Schlender und Tetzeli halten das iPhone als das perfekte Beispiel dafür. Fünf verschiedene Teams haben wie verrückt geforscht und Jobs war in der Lage, sie alle zusammenzubringen, um das erfolgreichste und profitabelste Konsumprodukt aller Zeiten zu erschaffen. Wie Jobs feststellte, sind sie ihren Wünschen gefolgt, und vorne angekommen.

1997 wusste niemand, was genau die Zukunft für Apple bereithielt. Aber Investoren, die verstanden, wo Jobs herkam und was er gelernt hatte, waren gewillt, auf seinen zweiten Akt zu setzen. Indem wir die Verbindungen rückblickend hergestellt haben, wissen wir, dass das eine extrem lukrative Wette gewesen wäre.

Der echte Steve

Schlender und Tetzeli haben ein wichtiges Buch geschrieben, das zusammen mit Walter Isaacsons maßgebenden Buch Steve Jobs gelesen werden sollte. Ihr Buch zeigt mehr Bewunderung für Jobs und sie zitieren Tim Cook, der der Meinung ist, dass Isaacsons Buch Jobs absolut nicht gut getan habe. Ich persönlich habe beide Bücher gerne gelesen und glaube, dass Jobs eine so große Persönlichkeit war, dass er verschiedene Interpretationen verdient. Irgendwie glaube ich, Jobs hätte Walt Whitmans berühmtes Zitat zu schätzen gewusst: „Ich bin groß, ich enthalte Vielheiten“.

Buffett verkündete, den "Code geknackt zu haben"

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple.

Dieser Artikel wurde von John Reeves auf Englisch verfasst und am 29.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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