MENU

SWOT-Analyse Microsoft

Foto: Pixabay, Pezibear

Die Aktie von Microsoft (NASDAQ:MSFT) (FRA:MSF) ist seit Anfang des Jahres 3% gesunken. Zur gleichen Zeit ist der NASDAQ 7% gestiegen. Manche Investoren fragen sich, ob die Aktie etwa wieder stagniert, wie man es einen Großteil des letzten Jahrzehnts erlebt hat. Schauen wir doch einmal mit einer einfachen SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Gefahren) unter die Haube, was dran ist.

Quelle: Microsoft.

Stärken

Microsofts Stärken liegen klar auf der Hand. Über 90% aller PCs weltweit laufen mit irgendeiner Version von Windows, und Microsoft Office ist und bleibt die am weitesten verbreitete Geschäftssoftware, mit 1,2 Milliarden Nutzern auf der ganzen Welt.

Solange also PCs relevant bleiben werden diese beiden Säulen Umsätze generieren. Somit konnte also der jährliche Umsatz von Microsoft von 36,8 Milliarden USD im Jahr 2004 auf 86,8 Milliarden USD im letzten Jahr ansteigen. Während dieser Zeit sprangen die Gewinne von 0,75 USD auf 2,63 USD pro Aktie. Dieses robuste Wachstum ermöglichte Microsoft seine Dividenden im letzten Jahrzehnt jährlich zu erhöhen.

Die unangefochtene Dominanz bei Betriebssystemen und Geschäftssoftware fesselt eine große Basis an Geschäftskunden an sich, die nicht einfach mal so ihre immensen Daten auf kostenfreie Alternativen wie Linux oder Google (NASDAQ:GOOG) (FRA:GGQ1) (ETR:GGQ7) Apps schieben können. Da also viele große Unternehmen nicht um Microsoft herum kommen und trotzdem mehr Mobilität verlangen, ist die Nachfrage nach 2-in-1-Lösungen wie das Surface Tablet gestiegen.

Schwächen

Microsofts größte Schwäche ist seine Überbeanspruchung des PC-Markts. Das Forschungsunternehmen Gartner erwartet, dass die globalen PC-Bestellungen dieses Jahr 2,4% sinken werden, da Verkäufer die Preise anheben, um Währungsfluktuationen zu kontern.

Im Vergleich wird erwartet, dass Smartphones 3,5% auf 1,94 Milliarden Einheiten steigen werden – das ist das Sechsfache der prognostizierten PC-Verkäufe. Und doch laufen nur 2,7% aller Smartphones weltweit mit Windows als Betriebssystem gegenüber 78% für Google Android und 18,3% für Apples iOs.

Zur gleichen Zeit dringt Google mit Chrome OS auf den PC-Markt. Das Betriebssystem läuft auf Chromebooks. Chromebooks hatten zwar im letzten Jahr einen Marktanteil von lediglich 1%, dennoch erwartet Gartner, dass die günstigen Geräte bis 2017 4% des Markts gewinnen können. Da Chromebooks kostenlose Geschäftssoftware zur Verfügung stellen und außerdem noch mit Android-Smartphones kompatibel sind, könnten sie zumindest im Segment von Studenten, Kreativen und kleinen bist mittleren Unternehmen Microsoft großen Schaden zufügen.

Chancen

In der Vergangenheit hat sich Microsoft darauf verlassen, dass in bestimmten Abständen erscheinende Updates für Windows und Office genügend Geld in die Kassen spülen wird. Mittlerweile aber bleiben Nutzer einfach bei Versionen stehen, die sie als „gut genug“ empfinden. Heute haben erst 16% aller PCs die Betriebssysteme Windows 8 bzw. 8.1 installiert. Eine Studie von Forrester Research, die Ende 2013 durchgeführt wurde, besagte, dass 28% aller befragten Unternehmen noch immer Office 2003 nutzten.

Um dieser Stückelung entgegenzuwirken, promotet Microsoft derzeit seine „One Windows“ Strategie. Windows 10 soll den Nutzern von 7 und 8 frei verfügbar sein. Es soll dabei helfen, alle PCs, Tablets und Smartphones unter einem gemeinsamen Betriebssystem zu vereinen. Die Skalierbarkeit dieses Betriebssystems könnte Microsofts Stärken im Bereich PC befeuern, und die Schwächen im Bereich Mobile vernachlässigen.

Quelle: Microsoft.

Darüber hinaus bewegt sich Microsoft mit Office 365 weg von wiederkehrenden Office Updates. Stattdessen setzt man auf das Abo über die Cloud. Das gesamte Cloud-Business – darunter Office 365, Dynamics CRM und Azure – stellt Microsofts langfristige Wachstumsstrategie dar. Die Gesamtumsätze für die Cloud stiegen im letzten Quartal um 106%, jährlich lockt ein Umsatz von 6,3 Milliarden USD.

In den vergangenen beiden Jahren hat Microsoft Unternehmen wie Parature (CRM Software), Green Button (Cloud), Aorato (künstliche Intelligenz) und Datazen (Datenvisualisierung) akquiriert. Damit ist das Portfolio an Cloud-Diensten gut bestückt. Es darf angenommen werden, dass das Geschäft mit zusätzlichen Zukäufen auch demnächst frisch gehalten wird.

Gefahren

Langfristig betrachtet ist Microsofts größte Gefahr Google. Da Google sich von Anzeigeneinnahmen ernährt, kann es immer wieder kostenfreie Alternativen zu Microsofts kostenpflichtigen Produkten auf den Markt bringen. Chrome OS und Google Docs sind zwar weniger beliebt als Windows und Office, aber das beständige Wachstum am unteren Ende des Spektrums hat Microsoft bereits dazu gezwungen, die Preise zu senken.

Im letzten Jahr hat Microsoft die Windows-Lizenzgebühren für Tablet- und Smartphonehersteller abgeschafft, darüber hinaus für einige Laptophersteller die Windows-Lizenzgebühren verringert. Diese aggressive Strategie hat allerdings dazu geführt, dass der jährliche Umsatz im letzten Quartal bis zu 26% zurück ging. Microsoft hat weiterhin gratis Einjahresangebote für Office 365 und OneDrive zu neuen Windows Tablets und Laptops hinzugegeben. Diese Strategie ist langfristig nicht durchzuhalten, und Microsoft braucht frisches Geld aus Softwareverkäufen, um überleben zu können.

Diese Gefahr besteht auch für die Cloud-Dienste, wo sich mit IBM, Amazon, Google und anderen sich viele große Namen tummeln. Als Resultat daraus könnten die Einnahmen weniger wichtig für das Unternehmen sein.

Wie sieht die Zukunft aus?

Microsoft befindet sich im Umbruch. Kurzfristig sehen die Bilanzen nicht gut aus. Allerdings gießt man gerade das Fundament für zukünftiges Wachstum. Windows 10 könnte der Zerstückelung von Betriebssystemen vorbeugen und mehr Nutzer in die Cloud locken. Letztlich möchte ich aber erst sehen, dass Microsoft gegenüber Google eine effektivere Strategie verfolgt, bevor ich die Aktie als lohnenswerte Langzeit-Investition bezeichne.

Buffett verkündete, den "Code geknackt zu haben"

Der weltbeste Investor Warren Buffett glaubt, dass deutsche Unternehmen heute außergewöhnliche Möglichkeiten für Investoren bieten, reich zu werden. Zumindest sagte er das, nachdem er ein kleines deutsches Unternehmen gekauft hat. Er verkündete, den "Code geknackt zu haben", hochwertige deutsche Aktien zu identifizieren. Möchtest du in die Fußstapfen des 84-jährigen Milliardärs treten? Falls ja, klick einfach hier, um unseren kostenlosen Sonderbericht herunterzuladen, der die vier effektivsten Wege aufzeigt, um von Buffetts Vorstoß nach Deutschland zu profitieren.

The Motley Fool empfiehlt Amazon.com, Apple, Gartner, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com, Apple, Google (A Aktien) und Google (C Aktien).

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und erschien am 28.6.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool