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Warum ich meine K+S Anteile nur freiwillig abgebe, wenn Potash Corp sein Angebot um 50 % erhöht

Foto: Pixabay, horjaraul

Bei rund 41 EUR soll der Preis je Aktie liegen, den der kanadische Kaligigant Potash Corp (NYSE:POT)(ETR:POC) für seinen kleineren deutschen Konkurrenten K+S (ETR:SFD)(FRA:SDF) letzte Woche laut Wirtschaftswoche geboten hat. Aus meiner Sicht müssen die Kanadier ihr Angebot deutlich nach oben schrauben, damit es für die Aktionäre attraktiver wird zu verkaufen, als die Aktie langfristig zu halten.

Was der vermeintlich angebotene Kaufpreis bedeutet

Einen Kurs von 41 EUR je Aktie haben K+S Investoren schon lange Zeit nicht mehr gesehen. Der durchschnittliche Kurs der Aktie lag in den letzten zwölf Monaten bei rund 26 EUR. Aus dieser Perspektive scheint der Aufschlag von fast 60 % attraktiv.

Auch aus einer anderen Perspektive betrachtet könnte man zu einem ähnlichen Schluss kommen. In den zwölf Monaten zwischen April 2014 und März 2015 erwirtschaftete K+S einen Gewinn von 2,21 EUR je Aktie. Auf Basis dieses Gewinns bedeuten die im Raum stehenden 41 EUR ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18,5. Zwar ist das bei den heutigen Marktpreisen nicht extrem hoch, aber bei K+S handelt es sich auch um eine Firma, die in den letzten drei Jahren (zwischen 2011 und 2014) mit Umsatz- und Gewinnrückgängen kämpfen musste.

Also ist das Angebot von Potash doch gar nicht so schlecht, oder? Naja, wenn man die Sache historisch nur anhand dieser Zahlen betrachtet und damit rechnet, dass die Entwicklung sich so fortsetzt, dann denke ich schon. Allerdings glaube ich auch, dass im Falle von K+S die Vergangenheit nur bedingt als Indikator für zukünftige Aussichten dient.

In K+S steckt viel mehr Potential

Denn es gibt eine Sache, unter der K+S in den letzten Jahren besonders leiden musste: Die negative Entwicklung des Kalimarkts.

Entwicklung des Kalipreises bis Mai 2015

Entwicklung des Kalipreises bis Mai 2015

Was du in der Grafik siehst ist der Marktpreis für eine Tonne Kali. Dieser ist bis Mitte 2011 auf ein Hoch von rund 475 USD gestiegen, bevor er sich bei knapp unter 400 USD einpendelte. Dann kam ein Paukenschlag des Konkurrenten Uralkali, der Export-Vereinbarungen mit Belaruskali auflöste, seine Produktion erhöhte, damit für ein Überangebot auf dem Kalimarkt und einen Sturz des Preises auf unter 300 USD sorgte.

Allerdings hat sich der Markt seitdem stabilisiert und wie du siehst, beginnen die Preise wieder leicht zu steigen. Es ist meiner Meinung nach unwahrscheinlich, dass sich ein Ereignis wie 2013 wiederholen wird und für eine weitere Erschütterung sorgt. Aber selbst wenn, in finanzielle Bedrängnis wird dies das gut aufgestellte K+S nicht bringen.

Langfristig sieht die Lage für K+S Investoren sehr gut aus, denn ein Großteil des Umsatzes wird mit kaliumhaltigen Düngemitteln erzielt. Die Nachfrage dafür dürfte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten kontinuierlich steigen, da immer mehr Menschen mit einer immer geringer werdenden Agrarfläche ernährt werden müssen – und das wird ohne Kalium, als einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe, nicht leicht möglich sein.

Aus diesem Grund lohnt sich auch die bedeutende Investition in eine neue Kali-Mine in Kanada, die 2016 in Betrieb genommen werden und ab 2017 2 Millionen Tonnen Kali pro Jahr abbauen soll. Im Moment beträgt die Kapazität von K+S 7,5 Millionen Tonnen, das Projekt bedeutet also eine Erhöhung um 27 %. Es werden immer wieder besorgte Stimmen laut, die befürchten, dass dies zu einer weiter überhöhten Kaliproduktion und folglich weiter sinkenden Preisen auf dem Weltmarkt sorgen wird.

Allerdings beträgt die weltweite Produktions-Kapazität über 70 Millionen Tonnen. Die Erhöhung dieser um nicht einmal 3 % wird sich meiner Meinung nach nicht besonders stark auswirken. Erst recht nicht auf lange Sicht, weswegen ich als Aktionär damit rechne, dass sich diese Investition auszahlen wird. Insbesondere dieses Potential sehe ich im angebotenen Preis von Potash für K+S nicht berücksichtigt.

Bei welchem Preis ich verkaufen würde

Das ist schon eine schwierigere Frage. Ich habe meine K+S Aktien im letzten Jahr mit der Absicht gekauft, diese noch sehr lange zu halten. So lange, dass ich mir über einen potentiellen Verkaufspreis überhaupt keine Gedanken machen musste.

Aber bald ist man als Aktionär eventuell doch gefordert, seine Meinung zu einem konkreten Preis abzugeben. Daher eine einfache Rechnung, um wenigstens eine Idee zu erhalten, ab wann ich verkaufen würde.

K+S rechnet mit Kosten je Tonne von maximal 255 CAD für die Mine in Kanada. Sollte sich der Kalipreis nicht weiter ändern und sich langfristig bei rund 300 USD je Tonne stabilisieren, würde die Mine für einen zusätzlichen Gewinn von 0,88 EUR je Aktie sorgen. Das würde einen Sprung um 40 % der heutigen 2,21 EUR auf 3,09 EUR in 2017 bedeuten.

Da ich diese Schätzungen für konservativ halte (über das stark cash-generierende Salzgeschäft und das noch erfolgreich fortschreitende Kostensenkungsprogramm haben wir uns noch keine Gedanken gemacht), würde ich heute sagen, dass ich meine Anteile in 2017 nur für ein relatives hohes KGV von 20 abgeben würde – also bei einem Preis von rund 62 EUR.

Um dorthin zu kommen müsste Potash sein Angebot um 50 % erhöhen. Ich bezweifle, dass die Kanadier ihren Preis so stark anheben. Daher hoffe ich, dass andere Aktionäre bei einem geringeren Preis ebenso gegen die Übernahme stimmen und so verhindern, dass uns eine potentiell hervorragende Investition verloren geht.

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Bernd Schmid besitzt Aktien von K+S. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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