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Bereitet Beats Apple langsam Kopfzerbrechen?

Quelle: Flickr User Kārlis Dambrāns.

Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) war bislang so gar nicht das Unternehmen, das teure Zukäufe macht. In Cupertino kauft man zwar schon andere Unternehmen, insgesamt ist von 70 Firmen die Rede, aber normalerweise handelt es sich dabei um halb fertig gestellte Güter oder Technologien, die man in eigenen Produkten verwendet, um diese noch zu verbessern. Sogar die wohl erfolgreichste Akquisition, nämlich NeXT und der damit verbundene Wiedereintritt von Steve Jobs, kostete das Unternehmen gerade mal 400 Millionen USD.

NeXT war für Apple der zweitteuerste Kauf. Darüber lag nur noch Beats Electronics, das man 2014 für 3 Milliarden USD übernommen hat. Beats ist ein Streaming Service, darüber ein Hersteller von Kopfhörern. Es ist noch zu früh, um die Akquisition als Erfolg oder als Flop abzustempeln. Dennoch lässt sich behaupten, dass der Deal Apple bereits einige Kopfschmerzen bereitet hat.

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Probleme mit den Produkten

Auf Seiten der Hardware scheint es so, dass Beats von der Qualität her unter dem Standard von Apple liegen. Einem Artikel auf Medium zufolge hat man herausgefunden, dass man für die Apple Beats Solo Kopfhörer anstatt solider Schrauben lieber Kleber verwendet, um Geld zu sparen. Noch schockierender ist wohl die Tatsache, dass man kleine Gewichte verwendet, um den Eindruck entstehen zu lassen, dass man ein schweres, wertiges Produkt in den Händen hält.

Neulich hat Variety berichtet, dass man sich bei Beats bereits tief in der Entwicklungsphase von einem Lautsprechersystem befindet, das mit Sonos konkurrieren soll. Apple hat nach der Akquise Berichten zufolge das Produkt aber erst einmal wieder auf Eis gelegt, Grund sollen verschiedene Probleme bei der Entwicklung gewesen sein. Darunter sich ändernde Chip-Hersteller und das Rauszögern des Verkaufsdatums. Klar ist, dass die meisten Tech-Firmen Produkte entwickeln, die es oft nicht bis in den Laden schaffen. Sogar Apple selber hat das TV-Projekt erst einmal verschoben. Und doch zeugen diese Probleme bei Beats von Schwierigkeiten bei der Durchführung, Herstellung und dem Design.

Gerichtsverfahren über Gerichtsverfahren

Kurz nachdem Apple die Übernahme verkündet hat, wurde Beats von Bose verklagt, weil man angeblich gegen ein Geräuschminderungspatent verstoßen hat. Man einigte sich außergerichtlich, es sind keine Einzelheiten zu Zahlen bekannt. Dennoch ist dabei ein bitterer Nachgeschmack geblieben, so viel, dass zeitweise Produkte von Bose in den Apple Stores nicht mehr geführt wurden. Mittlerweile ist die Beziehung aber wieder entspannt.

Ein weiteres Gerichtsverfahren könnte es für Apple aber noch schlimmer in sich haben. Bloomberg zufolge will der Gründer vom Luxus-Kabel Unternehmen Monster Noel Lee tatsächlich Andre Young (Dr. Dre) und Jimmy Iovine verklagen. Er wirft den beiden vor, dass sie „das Design, die Herstellungsmethoden und die Verbreitung“ des Produkts gestohlen hätten. Apple werden zwar nicht als Angeklagte angeführt, aber Bloomberg berichtet, dass Apples Anwälte Young und Iovine verteidigen.

Angebliches Fehlverhalten beim Verkauf

Die Anklage lautet „Änderung der Provision“, was besagt, dass sollte Beats Electronics verkauft werden, die neuen Eigentümer nicht mehr mit Monster zusammen arbeiten müssten. Und genau das ist auch eingetreten. Im August 2011 – also Jahre bevor Apple tatsächlich Beats übernahm – hat HTC 51% Anteile von Beats von Young und Iovine übernommen. Der Preis belief sich auf 309 Millionen USD. Damit war das Unternehmen bei 606 Millionen USD bewertet. Im Juni 2012 haben dann Beats und Monster ihre Zusammenarbeit beendet.

Dieser Vorgang fand weniger als einen Monat nachdem Beats sich von Monster getrennt hat statt. Er war nur möglich aufgrund der sich geänderten Machtverhältnisse. Young und Iovine haben anschließend die Hälfte der 51% von HTC zurückgekauft, die Kapitalgeber Carlyle kaufte HTC den Rest der 51% ab. Damit war Beats plötzlich 1,95 Milliarden USD wert. Lee sagt, dass der Verkauf an HTC lediglich ein Vorwand war, um Monster aus dem Vertrag zu drängeln. Angeblich hat ein Vorstand von HTC Monster gegenüber verlauten lassen, dass dies der Fall gewesen ist.

Wird sich das alles als Problem für Apple erweisen? Wahrscheinlich nicht, obwohl Apple anschließend Monster die Lizenz entzog, offizielle Third-Party-Ware herzustellen, weil die „Geschäftsbeziehungen nicht beiden Parteien nutzen.“ Insgesamt geht es um 150 Millionen USD, die Lee verdient hätte, wenn er seine ursprünglichen 5% behalten hätte, die er freiwillig verkauft hat. Auch wenn Apple den kompletten Betrag zahlt, stellt dieser doch weniger als 1% des gesamten Cashwerts des Unternehmens dar. Insgesamt aber kann man sagen, dass die Zusammenarbeit mit Beats Apple doch viel Kopfschmerzen bereitet hat. Zumindest mehr als die nächstgrößere Investition NeXT, die Steve Jobs zurück in die Firma holte.

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The Motley Fool empfiehlt Apple. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple.

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette auf Englisch verfasst und erschien am 23.6.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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