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Aktien für Anfänger: Du hast also eine Aktie gekauft… was jetzt?

Foto: Pixabay, Unsplash

Wenn du die komplette Monatsserie verfolgt hast, hast du zu diesem Zeitpunkt vielleicht deine erste Aktie gekauft. Vielleicht ist es eine der beiden, die Bernd Schmid und ich präsentiert haben oder eine der Aktien aus unserem Aktien-Roundtable.

So oder so wirst du dir jetzt vielleicht denken: Ok, ich hab’s gekauft… was jetzt?

Das ist, was wir heute ansprechen möchten.

Zunächst: Sei dir darüber im Klaren, wieso du eine Aktie gekauft hast

Schnapp dir ein Notizbuch. Wir sind ja im zwanzigsten Jahrhundert, also kann es auch der Computer sein. Dieses Notizbuch wird das Heim deiner Gedanken übers Investieren sein, also kannst du etwas Kluges auf den Einband schreiben wie z.B. „Mein Investment-Notizbuch“ oder „Wie ich mir einen großartigen Ruhestand schaffen werde“.

Das Erste, was du schreiben solltest, ist, wieso du deine erste Aktie gekauft hast.

Das muss nicht besonders lang sein und kann in ein paar Sätzen zusammengefasst werden, aber es ist sehr wichtig. Von sich selbst zu lernen ist eine der besten Möglichkeiten, ein besserer Anleger zu werden. Hast du eine Aktie heute gekauft, wirst du im Laufe der Zeit sehen, ob das die richtige Entscheidung war … oder nicht. In ein paar Jahren könnte es dir jedoch schwer fallen, dich an die Gründe zu erinnern, aus denen du sie gekauft hast. Allerdings nicht, wenn du diese Gründe in dein Notizbuch geschrieben hast.

Was genau in dieser „Warum ich kaufte“-Aktiennotiz stehen soll, ist flexibel. Wenn du die gesamte Aktien-Anfänger-Serie gelesen hast, hattest du wahrscheinlich gute Gründe. Aber am wichtigsten ist, dass deine Notizen es dir ermöglichen, dass du später auf deinen Kauf zurückschauen kannst, um deinen Investitionsprozess zu bewerten.

Als Nächstes: Was du nicht tun solltest

Nach deinem ersten Aktienkauf kann die Verlockung, jeden Tag deren Kurs zu beobachten, sehr groß sein.

Kämpfe gegen dieses Gefühl an.

Der Grund dafür ist sehr einfach: Du wirst bessere Ergebnisse haben, wenn du dir die Kurse deiner Aktien nicht ständig anschaust. Die Forschung zeigt, dass Anleger, die häufiger auf ihr Depot schauen, am Ende schlechtere Ergebnisse vorweisen.

Ich weiß, wie schwer es ist, aber dennoch… widersetze dich dem Drang. Die Börse ist unvorhersehbar und wenn du immer die wilden Marktschwankungen beobachtest, entwickelst du den Gedanken, dass mehr zu tun ist, als tatsächlich der Fall ist.

Schließlich: Beobachte die wichtigen Sachen

Ich selbst finde, dass ein Vierteljahr ein guter Zeitabstand zwischen einem Blick auf mein Depot und dem nächsten ist.

Wenn du diese Check-Ins durchführst, solltest du einfach die Sachen, über die wir in dieser Serie gesprochen haben, prüfen. Das heißt, dass wir einen Blick auf das Geschäft werfen sollten, um sicherzustellen, dass es noch so gut ist wie zu dem Zeitpunkt des Kaufes und sich nichts Großes geändert hat. Wir möchten lesen, was die Führung über die Quartalsergebnisse zu sagen hat. Ist das sinnvoll? Scheinen die Aussagen des CEOs vertrauenswürdig? Und natürlich möchten wir auch auf die Zahlen schauen, um sicherzustellen, dass sie gut aussehen und die selbe Geschichte erzählen wie das Management.

Dieser Prozess ist besonders am Ende des Jahres wichtig, wenn du den Jahresbericht  — und für die meisten börsennotierten Unternehmen auch den Aktionärsbrief — bekommst.

Die meisten Quartale werden nichts oder zumindest wenig Neues für dich bereithalten. Das ist aber echt gut: Du hast ein Unternehmen wegen seiner Qualität und Stärke ausgewählt. Du solltest hoffen, dass die Zukunft langweilig ist und du viele Jahre lang sagen kannst: „Noch ein langweiliges Quartal mit mehr Erfolg“.

Seufz, was für ein anstrengendes Leben.

Manchmal wirst du herausfinden, dass sich doch etwas geändert hat, was das Unternehmen plötzlich weniger attraktiv macht. Dinge ändern sich und diese Sachen können passieren. Wenn eine große Verschlechterung offensichtlich ist, dann kannst du einfach verkaufen. Häufig könnte es aber eine Veränderung sein, die nicht so gut aussieht, aber auch nicht sofort eine Dealbreaker ist. In diesen Fällen: Mach dir eine Notiz im Notizbuch (erinnerst du dich an das hilfreiche kleine Buch?) darüber, was es ist und warum es dir Sorgen bereitet. Dadurch kannst du im nächsten Quartal und vielleicht in weiteren danach dieses Problem verfolgen, um zu sehen, ob deine Besorgnis gerechtfertigt ist.

Weiter zum Ende!

Morgen ist der letzte Junitag und damit auch der letzte Tag unserer Juni-Serie. Aber übersehe den letzten Artikel nicht. Darin werden wir die Gründe für den Verkauf von Aktien entdecken. Bis dann!

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