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STRATEC Biomedical, Krones und OHB: 3 Ingenieursunternehmen, die heute auf deine Watchlist gehören

Quelle: Wikipedia

Deutschland ist das Land der Ingenieure. Ich bin auch ein Ingenieur, Elektrotechniker. Was liegt also näher als hierzulande nach Aktien von Ingenieursunternehmen zu suchen? Das hab ich getan und dabei drei eventuell wundervolle gefunden, die sich ab sofort auf meiner Watchlist befinden – und die du auch auf deine Watchlist setzen kannst, wenn du an Qualitätsunternehmen interessiert bist.

Bei meiner Suche wollte ich nicht nur irgendwelche Unternehmen finden. Sie sollten alle wachsen; sie sollten alle Gewinn erwirtschaften; und besonders sollten alle Manager oder Aufsichtsräte haben, die selbst eine große Anzahl von Aktien ihrer Unternehmen besitzen. Als Investor ist mir das wichtig, weil ich dann weiß, dass die Interessen der Unternehmenslenker mit meinen Interessen als potentieller Aktionär übereinstimmen.

Das schien keine zu große Einschränkung gewesen zu sein. Hier sind die drei, die mir mehr als alle anderen ins Auge gefallen sind.

STRATEC Biomedical (ETR:SBS) (FRA:SBS)

Jährliches Umsatzwachstum zwischen 2010 und 2014 13 %
Durchschnittliche Eigenkapitalrendite (2010 – 2014) 18 %
Durchschnittliche Eigenkapitalquote (2010 – 2014) 78 %
Insider Ownership* 33 %

Datenquelle: S&P Capital IQ, Stand 11.06.2015 (*Stand 21.04.2015)

STRATEC Biomedical steht unangefochten an der Spitze meiner Liste. Das Unternehmen „projektiert, entwickelt und produziert“ Lösungen für die „gesamte Wertschöpfungskette automatisierter Prozesse der In-vitro-Diagnostik und Life Sciences“ – und das Ganze mit „eigenen patentgeschützten Technologien“.

Das klingt erst einmal komplex. Heißt aber nichts anderes, als dass das Unternehmen ein Spezialist in einer Nische ist, auf die es sich voll und ganz konzentriert. Und das im Gesundheitssektor, einem Markt, der aufgrund der demographischen Entwicklung in den westlichen Ländern langfristig weiter wachsen dürfte.

Zugegeben, mit den Wettbewerbern muss ich mich noch mehr beschäftigen, bevor ich meine ersten Aktien kaufe. Aber den Zahlen nach zu urteilen hat sich das Unternehmen eine starke Wettbewerbsposition aufgebaut: 13 % Umsatzwachstum in den letzten fünf Jahren, mit einer Eigenkapitalrendite von sehr starken 18 % – und das Ganze mit äußerst wenig Fremdkapital (22 %).

Dazu kommt, dass ein Drittel des Unternehmens noch Insidern gehört. All diese Zahlen und dass es sich dabei um einen auf einen Nischenmarkt fokussierten Spezialisten handelt lassen mein Investorenherz schneller schlagen. Die Aktie eines solchen Unternehmens bin ich auch gerne mal bereit zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 26 zu kaufen, wo sie laut Capital IQ momentan steht.

Auf jeden Fall weiß ich, welches Unternehmen das nächste sein wird, das ich ganz genau unter die Lupe nehmen werde.

Krones (ETR:KRN) (FRA:KRN)

Jährliches Umsatzwachstum zwischen 2010 und 2014 10 %
Durchschnittliche Eigenkapitalrendite (2010 – 2014) 9,8 %
Durchschnittliche Eigenkapitalquote (2010 – 2014) 40 %
Insider Ownership* 52 %

Datenquelle: S&P Capital IQ, Stand 11.06.2015 (*Stand 21.04.2015)

Die Zahlen von Krones sind auf den ersten Blick deutlich weniger beeindruckend, als die von STRATEC. Allerdings gibt es trotzdem mehrere Gründe, weshalb Krones eine Bereicherung für das Portfolio von einigen von uns sein könnte.

Erstens ist noch über die Hälfte des Unternehmens in der Hand des Vorstandsvorsitzenden Volker Kronseder. Das ist nicht nur toll für ihn, sondern auch für dich und mich als potentielle Aktionäre. Denn so lange der oberste Boss des Unternehmens mehr als die Hälfte aller Aktien besitzt, können wir relativ sicher sein, dass seine Anstrengungen in dieser Funktion darauf gerichtet sind, das Unternehmen langfristig auf der Spur zu halten – und hin und wieder auf die Überholspur zu bringen. Eine gute Basis für ein Foolishes Investment.

Außerdem leitet Herr Kronseder nicht irgendein Unternehmen. Seine Familie hat dafür gesorgt, dass sich das Unternehmen laut Google zum weltweit führenden Hersteller von Produktionslinien für das Abfüllen von Getränkeflaschen entwickelt hat. Sicherlich ist das nicht das aufregendste aller Geschäftsmodelle – aber es ist einfach zu verstehen. Eine zweite und dritte Basis für ein sehr gutes Foolishes Investment (Marktführer mit einfachem Geschäftsmodell).

Die Eigenkapitalrendite ist zwar nicht weltbewegend, aber immer noch nicht ordentlich. Was auch ordentlich ist: Ein sehr großer Teil des Fremdkapitals besteht aus Vorauszahlungen von Kunden und Zahlungsverpflichtungen gegenüber Lieferanten. Heißt: Krones zahlt fast keine Zinsen auf sein Fremdkapital. Das lässt die (immer noch hohe) Eigenkapitalquote von 40 % sogar in einem noch besseren Licht erscheinen.

OHB (ETR:OHB) (FRA:OHB)

Jährliches Umsatzwachstum zwischen 2010 und 2014 21 %
Durchschnittliche Eigenkapitalrendite (2010 – 2014) 14,5 %
Durchschnittliche Eigenkapitalquote (2010 – 2014) 22 %
Insider Ownership* 49 %

Datenquelle: S&P Capital IQ, Stand 11.06.2015 (*Stand 21.04.2015)

Ok, ich gebe es zu, als Elektrotechniker tun es mir Unternehmen aus dem Raumfahrtbereich besonders an – und dann baut OHB auch noch Satelliten, kümmert sich um die Datenübertragung und -verarbeitung und entwickelt wissenschaftliche Nutzlasten. Cooler geht es nicht mehr.

Dieses Geschäftsmodell führt allerdings dazu, dass – zumindest die Produkte – nicht mehr ganz so einfach zu verstehen sind wie Getränkeflaschen-Abfüll-Prduktionslinien. Allerdings ist OHB ein „bedeutender Ausrüster“ für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt, „größter deutscher Zulieferer des Ariane-5-Programms“ und „geschätzter Partner namhafter Triebwerkshersteller weltweit“.

Alleine das überzeugt mich zwar nicht, dass OHB gegenüber seinen Wettbewerbern ausreichend gut positioniert ist, um langfristig nachhaltigen Mehrwert für seine Aktionäre zu schaffen. Aber ein auf Jahresbasis umgerechnetes Umsatzwachstum von über 20 % über fünf Jahre hinterlässt besonders unter Berücksichtigung der vermeintlichen Komplexität der Produkte bei mir einen starken Eindruck.

Was ich kritisch finde ist die sehr geringe Eigenkapitalquote. Auf die Kapital- und Liquiditätsstruktur würde ich jedenfalls als erstes schauen. Sollte die grünes Licht ergeben, halte ich ein gegenwärtiges KGV von 13,7 (laut Capital IQ) für ziemlich günstig – vor allem gemessen daran, was man momentan für die Aktien anderer, größerer Unternehmen hinlegen muss.

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Bernd Schmid besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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