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Wie man einen lügenden CEO erkennt

Pinocchio, ein Symbol der Lügen. Bild aus Wikipedia (lizenzfreies Bildmotiv)

Erkennst du, wann ein CEO lügt? Laut David Larcker und Anastasia Zakolyukina, zweier Wissenschaftlern von der Stanford Graduate School of Business, können bestimmte Schlüsselworte und Standpunkte wertvolle Hinweise liefern, wenn es darum geht, Unaufrichtigkeit zu erkennen. Während außerdem Finanzkennzahlen (meistens) nicht lügen, werden diese Zahlen von Menschen vorbereitet und gemeldet und die Qualität der Geschäftsberichte kann vieles über den Grad der Transparenz des Management aussagen.

Mehr als Worte

Laut einer Forschungsarbeit aus dem Jahre 2010 mit dem Titel „Täuschende Diskussionen in Konferenzanrufen erkennen“ glauben die zwei Akademiker, dass man lügende CEOs erkennt, indem man ihren Worten und Haltungen Achtung schenkt.

Basierend auf einer Auswertung von fast 30.000 Ergebnisprotokollen zwischen 2003 und 2007 haben die CEOs, die später ihre Bücher korrigieren mussten, einheitliche Anzeichen und Hinweise gezeigt.

Viele Geschäftsführer können für ihre Egozentrik und ichbezogene Art kritisiert werden und sind in der Regel bereit, sich mehr als nur einen fairen Anteil zu sichern, wenn das Unternehmen aus allen Rohren feuert. Auf der anderen Seite behauptet die Forschungsarbeit, dass lügende CEOs eher dazu neigen, bei enttäuschender Leistung des Geschäfts Verantwortung zu teilen. Sie benutzen dann beispielsweise Ausdrücke wie „wir“, „das Team“ und „das Unternehmen“, anstatt in der ersten Person zu reden.

Laut der Studie können außerdem täuschende CEOs anfälliger sein, Allgemeinwissen als Rechtfertigung für ihre Ansichten zu verwenden, anstatt sich auf ihre eigenen Kenntnisse und Erfahrungen mit Unternehmen zu verlassen. Sie neigen zu Phrasen wie „wie Sie wissen“ und „es herrscht Einigkeit darüber“. Diese Aussagen klingen entschieden und sie senken die persönliche Verantwortung des CEOs.

Wenn ein CEO außerdem Fragen über wichtige und komplizierte Angelegenheiten mit kurzen Antworten ohne Anzeichen von Zögern entgegnet, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass diese Antwort bereits im Voraus verfasst wurde. Es ist absolut legitim, auf wichtige Fragen vorbereitet zu sein, aber solche Fragen können zeigen, dass der CEO nicht selbstsicher genug ist, sich mit heißen Themen ausgiebig auseinanderzusetzen.

Zudem zeigte die Studie, dass aufrichtige CEOs dazu neigen, deutliche und bemessene Ausdrücke wie „gut“ oder „beeindruckend“ zu verwenden, während lügende Geschäftsführer eher zu hyperbelartigen Adjektiven mit uneindeutigen Bedeutungen tendieren wie „unangreifbar“ und „phänomenal“. Der Grund könnte sein, dass übertriebene Worte manchmal intensiver klingen und somit als Werkzeug dienen, um Dreck unter den Teppich zu kehren.

Auf Grundlage der Qualität der Geschäftsberichte

Diese Modelle sind nur Annäherungen und jeder Verantwortliche hat seine ganz eigene Ausdrucksweise. Man muss mit Verallgemeinerungen also sehr vorsichtig sein. Laut den Wissenschaftlern kann das Modell in 50-65% der Fälle akkurate Vorhersagen treffen. Die Methode ist also noch lange nicht fehlerfrei.

Eine andere interessante Weise, auf die Problematik der Ehrlichkeit auf Führungsebene zu schauen, ist die Auswertung der Qualität von Geschäftsberichten, womit das Ausmaß an Transparenz und Offenlegung in den Jahresabschlüssen der Unternehmen gemeint sind.

Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) ist ein hervorragendes Beispiel für ein Unternehmen, das einzigartige Berichtqualität liefert. Die meisten globalen Tech-Unternehmen wurden jüngst durch einen stärker werdenden US-Dollar geschwächt. Sie legen in ihren Berichten also besonderen Wert auf währungsbereinigte Zahlen, die deutlich stärker sind als in US-Dollar dotierte Beträge. Jedoch geht Apple einen anderen Weg und das erste Mal, als das Management Währungseinflüsse während des letzten Konferenzanrufs erwähnt hat, galt als Antwort auf eine Frage eines Analysten.

Außerdem berichtet Apple auf Basis allgemein akzeptierter Rechnungslegungsstandards, was bedeutet, dass Ergebniszahlen für Variablen wie Ausgaben, die bei der Aktienausgabe an Mitarbeiter anfallen, die viele andere Akteure der Branche in der Regel nicht in die bereinigten Ergebniszahlen nicht miteinbeziehen, aufkommen.

Amazon.com (NASDAQ:AMZN) (FRA:AMZ) schenkt auf der anderen Seite Non-GAAP-Kennzahlen wie dem Betriebsertrag im Segment, der aktienbasierte Vergütungen ausschließt, mehr Aufmerksamkeit. Auf ähnliche Weise benutzt Netflix (NASDAQ:NFLX) (FRA:NFC) (ETR:NFC) den Deckungsbeitrag als Maß der Rentabilität und dies enthält nur den Umsatz abzüglich Herstellungskosten und Marketingaufwendungen. Viele andere Kostenstellen werden ausgeschlossen.

Um eine Sache absolut klarzustellen: Sowohl Amazon als auch Netflix berichten in Übereinstimmung mit den Normen und weisen ihre Zahlen auch nach GAAP aus. Wie du in der Mitteilung weiter unten lesen kannst, halte ich Aktien von Apple, Amazon und Netflix. Also glaube ich nicht, dass sie versuchen, Zahlen auf irgendeine Weise zu verschönern.

Wenn ich jedoch einen Blick auf Apples Zahlen werfe, fühle ich mich sicherer, als bei der Auswertung von Daten von Amazon oder Netflix. Wenn sich das Management-Team auf bestimmte Finanzkennzahlen konzentriert, besteht immer die Möglichkeit, dass ein Anreiz bestand, sich genau auf die Kennzahlen zu konzentrieren, die ein etwas rosigeres Bild des Geschäfts zeigen.

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The Motley Fool empfiehlt Amazon.com, Apple und Netflix. The Motley Fool hält Aktien von Amazon.com, Apple und Netflix.

Dieser Artikel wurde von Andrés Cardenal auf Englisch verfasst und am 16.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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