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Wann man Aktien verkaufen sollte: 5 Zeitpunkte, an denen es in Ordnung ist, dich von deinen Anteilen zu trennen

Foto: Pixabay, geralt

Der Aktienmarkt hat sich in den letzten zehn Jahren für Investoren als sehr stürmisch erwiesen. Vom Ende des Bullenmarkts bis hin zur großen Rezession haben alle drei großen Aktienindexe mehr als 50 % verloren. Seitdem haben sich alle drei jedoch verdoppelt (oder verdreifacht) und dabei ihre bis dahin höchsten Werte überboten – sogar der Nasdaq Composite, der dafür 15 Jahre gebraucht hat.

Nach einer solchen unglaublichen Performance haben viele Investoren wahrscheinlich schon daran gedacht, einige ihrer Aktien zu verkaufen. Gewinne einzufahren bedeutet schließlich, dass man etwas richtig gemacht hat. Jedoch könnte dich Verkaufen zum falschen Zeitpunkt ein Vermögen an langfristigen Gewinnen kosten.

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Zu wissen, wann man seine Aktien verkaufen sollte, ist nicht einfach, aber so wie ich das sehe, gibt es fünf gute Gründe dafür, sich von seinen Aktien zu trennen.

1. Ein fundamentaler Wandel des Geschäftsmodells

Herauszufinden, wann man eine Aktie verkaufen sollte, ist einfach, wenn der Grund, warum man eine Aktie gekauft hat, nicht mehr gegeben ist. Wenn du eine Liste mit all den Variablen, die dich dazu gebracht haben, eine Aktie zu kaufen, hast und sich diese auf einmal verändert haben oder nicht länger relevant sind, dann ist es vielleicht sinnvoll, deine Aktie zu verkaufen.

Zum Beispiel war vor einigen Monaten der Grund dafür, Aktien von dem Fußboden-Spezialisten Lumber Liquidators (NYSE:LL) (FRA:LKU) zu kaufen, dass das Unternehmen ein Qualitätsprodukt zu vernünftigen Preisen angeboten hat und die Kunden verrückt danach waren. Das Management hat den Zwischenhändler in China abgeschafft, wodurch ein vertikal integrierter Fußboden-Spezialist entstanden ist, der von geringeren Kosten profitieren konnte.

Quelle: The Motley Fool

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Jedoch hat Anfang des Jahres ein Fernsehbericht behauptet, dass Lumber Liquidators in China hergestellter Laminatboden hohe Mengen Formaldehyd (ein krebserregender Stoff) enthalte. Diese Nachricht hat alles verändert. US-Gesetzgeber sind nun dabei, das Unternehmen strafrechtlich zu verfolgen und sein CEO ist bereits zurückgetreten. Zusammengenommen machen diese Nachrichten die anfänglichen Kaufgründe ungültig.

Sollte es einen fundamentalen Wandel im Geschäftsmodell eines Unternehmens geben oder sollten sich die Gründe, warum du dessen Aktien überhaupt gekauft hast, ändern, ist Verkaufen vielleicht eine gute Idee.

2. Verlust von Vertrauen in das Management oder Führungswechsel

Obwohl Warren Buffetts Ansatz darauf basiert, großartige Unternehmen zu kaufen, die leicht von fast jedem geleitet werden könnten, ist es doch gut, zu wissen, dass das Unternehmen, in welches du investiert hast, in guten Händen ist. Wenn sich das Management-Team geändert hat oder dein Vertrauen in selbiges erschüttert ist, halte ich das für einen akzeptablen Grund, den Verkauf der Aktie in Erwägung zu ziehen.

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Anfang 2014 waren zum Beispiel alle Feuer und Flamme für Aktien von Galena Biopharma (NASDAQ:GALE) (FRA:RXK), als das Unternehmen von den starken Ergebnissen seiner Phase-2-Studie des Krebsimmuntherapie-Produkts NeuVax profitierte, welches die Rückkehr von Krebs bei ausgewählten Brustkrebs-Patienten verhindern sollte.

Unglücklicherweise sind kurz darauf Behauptungen aufgekommen, die dem Unternehmen vorwarfen, es habe außenstehende Promoter engagiert, um für Gelenas Aktie zu werben. Das ist an sich nicht illegal, aber nur, wenn die Vereinbarung auch korrekt offengelegt wird. Einige Monate später trat der damalige CEO, Mark Ahn, zurück. Obwohl keine klare Verbindung zwischen dem werttreibenden Unternehmen und Galenas Management hergestellt werden konnte, reichte dieser Zwischenfall aus, um den Glauben der Investoren an das Management zu erschüttern und die Aktienkurse fielen.

3. Überbewertung

Ein dritter Grund, warum du vielleicht darüber nachdenken solltest, deine Aktien zu verkaufen, ist Überbewertung. Wenn du glaubst, dass ihre Bewertung nicht länger gerechtfertigt ist oder nicht länger deinen Investment-Gründen oder deiner Risikobereitschaft entspricht, solltest du Verkaufen in Erwägung ziehen.

Tesla Model S. Quelle: The Motley Fool

Jedoch ist Verkaufen aufgrund von Überbewertung verzwickt, weil die Aktie immer noch höher bewertet werden könnte. Um eine persönliche Geschichte zu teilen: Ich wette gerade gegen (ein sogenannter Leerverkauf) den Elektrofahrzeug-Hersteller Tesla Motors (NASDAQ:TSLA) (FRA:TL0) (ETR:TL0), von dem gerade erwartet wird, dass er auf US-GAAP-Basis bis 2020 Geld verlieren wird und der dabei zur Zeit 72 Mal höher als die zu erwartenden Gewinne für nächstes Jahr bewertet ist. Im Vergleich zu anderen Autoherstellern ist das außerordentlich teuer und im Hinblick auf Herstellung können Automacher in Detroit die Menge, die Tesla in einem ganzen Jahr herstellt, in einer Woche oder weniger produzieren. Dessen ungeachtet steigt Teslas Aktie kontinuierlich und ich verliere immer weiter Geld. Wenn frühere Aktionäre ihre Anteile verkauft hätten, weil sie meine Ansichten teilen, hätten sie potentielle Gewinne aufgegeben.

Wenn du also ein werteorientierter Investor durch und durch bist und eines deiner Unternehmen zu einem Preis-Gewinn-Verhältnis bewertet wird, dass offensichtlich über dem des Markts oder seinen Konkurrenten liegt, solltest du vielleicht darüber nachdenken, die Aktie zu verkaufen. Du solltest dir aber darüber im Klaren sein, dass dieser der verzwickteste von den angeführten Gründen zum Aktienverkauf ist.

4. Steuergründe

Manchmal wird dir die Entscheidung darüber, ob du Aktien verkaufen solltest, aus Steuergründen leichter gemacht.

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Einer der Vorteile darin, Aktien über längere Zeit (länger als ein Jahr) zu halten, liegt in beeindruckenden Steuererleichterungen. Im Moment wird langfristiger Handel in den USA in Abhängigkeit vom Einkommen mit entweder 0 %, 15 % oder 20 % versteuert. Im Vergleich dazu wird kurzfristiger Handel, der innerhalb von 364 Tagen oder weniger abgeschlossen wird, wie normales Einkommen versteuert und rangiert damit zwischen 10 % und 39,6 %!

Aber ein Vorteil davon, Aktien zu einem Verlust zu verkaufen, ist, dass dir das dabei helfen kann, deine Investment-Gewinne auszugleichen oder einfach dein angepasstes Bruttoeinkommen zu reduzieren. Unglücklicherweise verhält es sich so, dass du beim Verlust von 100.000 USD in einem Jahr nur 3.000 USD als maximalen Kapitalverlust gegen dein Einkommen rechnen kannst. Nichtsdestotrotz kannst du den Rest deines Verlusts mit in jedes folgende Jahr nehmen, bis du ihn mit Geldgewinnen ausgleichen kannst.

5. Notfallsituationen

Es ist natürlich nicht der schönste Grund dafür, Aktien zu verkaufen, aber Notfälle passieren und Statistiken zeigen, dass beispielsweise viele Amerikaner nicht darauf vorbereitet sind, einen finanziellen Notfall zu bewältigen.

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Laut einem von Bankrate durchgeführten Financial Security Index vom Juni 2014 haben 26 % der Befragten absolut keine Ersparnisse für Notfälle (die als Bargeld oder dessen Äquivalent definiert wurden), während weitere 24 % noch genug auf ihrem Konto hätten, um maximal drei Monate zu bewältigen. Die Empfehlung lautet, Geld für mindestens sechs Monate in Notfallfonds bereitzuhalten. Weniger als einer von vier Befragten war jedoch laut der Umfrage darauf vorbereitet.

Deswegen könnte das Verkaufen von Aktien in einer Notfallsituation für Einige angemessen sein. Es könnte den Verlust von potentiellen zukünftigen Gewinnen bedeuten, aber auch kurzfristige finanzielle Engpässe vermeiden.

Du solltest wissen, dass es kein Patentrezept dafür gibt, wann man eine Aktie verkaufen sollte und es letztendlich an dir liegt. Nichtsdestotrotz sollten diese fünf Gründe dir dabei helfen können, zu entscheiden, ob du Aktien verkaufen solltest oder nicht.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Lumber Liquidators, Netflix und Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 15.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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