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Spotify vs. Apple: Dieses Mal tötet David Goliath nicht

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Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) hat neulich seinen neuen Musik-Streaming-Dienst Apple Music vorgestellt. Der Dienst wird mit mehr als 35 Mio. Streaming-Songs auf den Markt kommen und bestehende iTunes-Lieder und importierte CDs integrieren. Zahlende Kunden können außerdem bis zu 100.000 Streaming-Songs herunterladen, um sie offline zu hören.

Apple Music. Quelle: Apple

Apple Music. Quelle: Apple

Die Plattform enthält auch ein Beats-1-Radio – eine Live-Radiostation, die exklusive Inhalte, Interviews, Gastmoderatoren und mehr ausstrahlen wird – das Apples andere genrespezifischen Radiostationen ergänzt. Ein anderes Feature ist Connect, ein begrenztes soziales Netzwerk, in dem Musiker ihre Inhalte mit Fans teilen können.

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Wird Apple ein aggressiver Markteintritt gelingen und den Marktführer der Pay-on-Demand Musikdienste Spotify stürzen können?

Steckt Spotify in Schwierigkeiten?

Kurz nach Apples Ankündigung veröffentlichte Spotify einen Blogeintrag, in dem es seine Wachstumszahlen hervorhob. Zwischen Mai 2014 und Juni 2015 verdoppelte sich Spotifys zahlende Kundenbasis von 10 auf über 20 Mio., während die Zahl der aktiven Hörer von 40 auf 75 Mio. stieg. Berichten zufolge hofft Apple, dass Apple Music – das Ende des Jahres auch für Android erhältlich sein soll – schließlich mehr als 100 Mio. zahlende Abonnenten zählen soll.

Apple und Spotify haben eine vergleichbare Anzahl an Songs. Beide Dienste kosten 9,99 USD im Monat, aber Apple bietet ein sog. Family Sharing für bis zu sechs Benutzer für 14,99 USD an. Spotify bietet eine gemeinsame Benutzung von nur zwei Personen für 14,99 USD, auch wenn das Unternehmen jüngst verkündete, dass es mit Apples Preisen Schritt halten wird. Apple stellt außerdem eine kostenlose dreimonatige Testnutzung zur Verfügung. Dahingegen sind es bei Spotify nur 60 Tage.

Apple Music ist nicht Apples erster Versuch, in den Musik-Streaming-Markt einzutreten. Im Jahre 2011 veröffentlichte das Unternehmen Match, womit man für 25 USD jährlich auf iTunes erworbene und importierte Songs in der Cloud speichern konnte. Aber noch im letzten April zählte der Dienst weniger als eine Million Abonnenten.

iTunes Radio. Quelle: Apple

2013 hat Apple mit iTunes Radio, einem Pandora (NYSE:P) (FRA:42S) ähnlichen Dienst, einen größeren Satz gemacht. iTunes Radio war kostenfrei, beinhaltete aber Werbung. Die Werbung konnte allerdings mit einem Match-Abonnement entfernt werden. Apple hat offiziell keine Benutzerzahlen von iTunes Radio offengelegt, aber Spotify ist mit einem Marktanteil von 85 % der weltweite Marktführer der  kostenpflichtigen Musik-Streamingdienste, während Pandora ein hauptsächlich auf Werbung gestützter Dienst mit 80 Mio. aktiven Hörern ist. Jedoch verkauft Apple durch iTunes weltweit immer noch bis zu 85 % aller digitalen Musik-Downloads.

Spotify in Zahlen

In dem vorher erwähnten Blogeintrag von Spotify schrieb das Unternehmen, dass es im ersten Quartal 2015 mehr als 300 Mio. USD an Lizenzgebühren gezahlt hat und erklärte, dass es „gut für die Musik“, „gut für Musikfans“ und „gut für Musikproduzenten“ sei“. Was Spotify nicht anmerkte, war allerdings , dass Lizenzgebühren außerdem ziemlich schlecht fürs Geschäft sind.

Letztes Jahr stieg Spotifys Umsatz um 45 % zum Vorjahr auf 1,08 Mrd. EUR (1,21 Mrd. USD), aber der Jahresfehlbetrag wuchs von 55,9 Mio. EUR auf 162 Mio. EUR (182 Mio. USD). Während dieser Zeit stiegen Lizenzgebühren und Vertriebskosten um jährlich 46 % auf 882 Mio. EUR (990 Mio. USD). Dass die Lizenzgebühren schneller wachsen als der Umsatz, ist ein schlechtes Zeichen und der Zwang, mit Apples Preisen mitzuhalten, könnte Spotify noch tiefer in die roten Zahlen stürzen.

Spotify für iOS. Quelle: iTunes

Laut einem durchgesickerten Vertrag, der Digital Music News in die Hände geraten ist, wird Apple Lizenzinhabern (Künstlern und Darstellern) 58 % des Umsatzes zahlen, der durch Apple Music Abonnenten erwirtschaftet wird, auch wenn nichts in der dreimonatigen Testperiode ausgezahlt wird. Spotify zahlt 70 % seiner Abonnementeinnahmen an Lizenzinhaber zurück. Dazu gehören unter anderem auch Verleger und Komponisten. Aber die geschätzte Kürzung für große Lizenzinhaber wäre wohl mit Apples vergleichbar.

Warum Spotify mit Apple nicht mithalten kann

iTunes gibt Apple mehr Durchschlagskraft bei Verhandlungen mit Plattenfirmen, die mehr Umsatz aus Downloads erwirtschaften als aus Streaming-Abo-Lizenzen. Da die Verschmelzung von Streaming-Radio und iTunes zu wahrscheinlich mehr Song- und Albumkäufen führen wird, haben sich bekannte Musiker wie Taylor Swift, die ihre Alben letztes Jahr von Spotify zurückzog, mit Apple Music geeinigt.

Spotify hat wütend demonstriert, was zu einer US-Untersuchung von Apples Geschäftspraktiken führte. Das US-Justizministerium, die Federal Trade Comission und der Europäische Rat sind bereits Anschuldigungen nachgegangen, wonach Apple Plattenfirmen dazu gedrängt haben soll, Verträge mit Spotifys kostenloser, werbeunterstützter Sparte aufzulösen.

Ohne Spotifys werbeunterstützter Sparte wäre das Unternehmen nicht in der Lage, neue kostenloser Nutzer zu werben und sie dann zu zahlenden Kunden zu machen. Im Gegensatz zu Pandora, das den Großteil seines Umsatzes aus Werbeanzeigen für kostenlose Nutzer generiert, stammten letztes Jahr 91 % von Spotifys Umsatz aus Abo-Gebühren.

Dieses Mal gewinnt David nicht

Apple macht, was die Eroberung des Streaming-Medien-Marktes betrifft, todernst und sofern es nicht von Regulierungsbehörden ins Stolpern gebracht wird, könnten Rivalen wie Spotify und Pandora dem Erdboden gleichgemacht werden. Wenn Spotify und Pandora Widerstand leisten, kann Apple einfach seine Preise senken, um seine Rivalen verbluten zu lassen. Wenn der Qualm erst einmal verzogen ist, könnte der Umsatz von Apples iTunes, der in den ersten 6 Monaten des Geschäftsjahres 2015 um 5 % gesunken ist, wieder ansteigen.

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The Motley Fool empfiehlt Apple und Pandora Media. The Motley Fool hält Aktien von Apple und Pandora Media.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 14.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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