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Die Wahrheit über eine Blase in China

Foto: The Motley Fool

Die chinesische Wirtschaft ist nun seit Jahrzehnten rot glühend heiß. Das BIP erfährt beständig Wachstumszahlen in zweistelliger Höhe, die von massiven Investitionen in die Industrie und den Export angetrieben werden. Viele Beobachter denken jedoch, dass sich die chinesische Wirtschaft selbst überholt hat und heute auf einer massiven Blase sitzt. Manche denken sogar, dass die Blase bereits geplatzt ist. Sie zeigen auf höhere Schuldenniveaus, langsameres BIP-Wachstum und eine übermäßige Volatilität im chinesischen Aktienmarkt. Hat die chinesische Wirtschaft immer noch das Zeug zu wachsen oder ist das wirklich der Moment, in dem die Blase platzt?

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In den letzten drei Monaten ist der SPDR S&P China ETF um 18% geklettert. Dies wurde durch einen bemerkenswerten Sprung in Höhe von 21% zwischen dem 6. März und dem 16. April verursacht. Seit 5. Mai jedoch hat der ETF 4% verloren.

So groß die Schwankungen auch sind, sind sie eigentlich ziemlich stabil im Vergleich zu den Börsen auf dem chinesischen Festland.

Die Shanghaier Börse sprang am 26. Mai um 2% auf ein Siebenjahreshoch. Zwei Tage später fiel sie um 6,5%. Eine weitere chinesische Börse, die Shenzen, fiel am gleichen Tag um 5%. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Shanghaier Börse und die Börse in Shenzen 125% bzw. 160% im Plus.

Die Blasentheoretiker behaupten, dass der schnelle Aufstieg des chinesischen Marktes immer weniger durch solide Fundamentalwerte angetrieben wird. Stattdessen kommt der Anstieg von Spekulationen durch normale Chinesen. Chinesische Broker haben allein dieses Jahr 14 Milliarden USD neues Kapital eingesammelt. Die Hälfte davon wird verwendet, um Investitionen auf Kredit zu finanzieren.

Meiner Meinung nach reicht die Volatilität allein nicht aus, um eine Beurteilung über eine Blase zu machen. Manche der kürzlichen Rückgänge wurden durch mechanische Gründe verursacht, die an den Regelungen der chinesischen Zentralbank lagen und an Regeln zum Investieren auf Kredit. Diese Ursachen geben keine Hinweise auf Chinas wirtschaftliche Zukunftsaussichten.

Aus Bewertungssicht scheinen chinesische Unternehmen nicht im Blasenbereich zu sein. Der CSI 300 Index (ein chinesischer Index vergleichbar mit dem S&P 500 in den USA) hatte ein zukünftiges Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,1 für die voraussichtlichen Gewinne für 2015 und 15,5 für 2016. Teuer? Diskutabel, aber definitiv nicht blasenträchtig.

Es ist stressig, wenn du den Markt jeden Tag beobachtest. Ein Sturz von 6,5% an einem Tag würde selbst dem stärksten Magen Schmerzen bereiten. Allerdings bedeutet dieses rein und raus nicht, dass der Markt zu schnell zu weit gegangen ist.

Was ist mit den wirtschaftlichen Fundamentalwerten? Sind sie blasenträchtig?

In den letzten zwei Jahren ist die chinesische Wirtschaft jährlich um 7,5% gewachsen. Gegenwärtige Schätzungen für das diesjährige Wachstum liegen eher bei 6,7%. Dies ist immer noch flott, für chinesische Verhältnisse ist es jedoch ein deutlicher Rückgang.

Als Reaktion darauf hat die chinesische Regierung versucht, für die Wirtschaft eine „weiche Landung“ zu gestalten. Die chinesische Zentralbank senkte mehrfach die Zinsen, pumpte Liquidität in den Markt und kündigte Initiativen an, um Ausgaben in die landesweite Infrastruktur zu erhöhen. Es ist zu zeitig, um sagen zu können, ob diese Aktionen erfolgreich dabei sind, eine weiche Landung zu ermöglichen. Allerdings gab es für diese proaktiven Handlungen Applaus von Investoren und Wirtschaftswissenschaftlern.

Die Gewinne in der chinesischen Industrie sind in der kürzeren Vergangenheit gewachsen und übereinstimmende Schätzungen gehen davon aus, dass die Unternehmensgewinne 2016 um 12% steigen. Der Zuwachs dieses Jahr war mit nur 2% eher mager. Die Treiber dieses Wachstums ändern sich jedoch, wie der chinesische Präsident Xi Jinping in seiner Regierungserklärung Anfang des Jahres mitteilte. Jinping vermutet, dass zukünftiges Wachstum durch Innovationen entsteht und immer weniger durch staatliche Investitionen und Regierungsausgaben bestimmt wird.

Es ist auch wichtig, daran zu denken, dass China eine der größten arbeitsfähigen Bevölkerungen auf der Welt hat. Das Pro-Kopf-Einkommen bleibt vergleichsweise niedrig. Die schiere Zahl an Arbeitskräften – und Konsumenten – verschaffen China einen unangefochtenen Wirtschaftsmotor.

Ist die Blase nun geplatzt?

Basierend auf der vernünftigen Bewertung chinesischer Unternehmen hinsichtlich ihres Kurs-Gewinn-Verhältnisses und des klaren Willens der Regierung, auf den Markt Einfluss zu nehmen, um eine “weiche Landung” zu ermöglichen, sehe ich die chinesische Wirtschaft nicht in unmittelbarer Gefahr. Wenn es wirklich eine chinesische Blase gibt, ist sie noch nicht geplatzt.

Auf lange Sicht müssen die Chinesen jedoch ernste Probleme bewältigen. Das Schattenbankensystem, Spekulationen sowohl in Immobilien als auch Aktien und eine alternde Bevölkerung markieren eine Decke, bis zu der die chinesische Wirtschaft klettern kann.

Für heutige Investoren in den chinesischen Markt scheint die Decke jedoch noch weit weg.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Jay Jenkins auf Englisch verfasst und am 09.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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