MENU

3 Gründe, warum ich Fielmann-Aktien besitze

Foto: Julia Roegner

Warren Buffett liebt Unternehmen, die ein dauerhaftes und vorhersagbares Geschäftsmodell haben. Klassische Beispiele dafür sind Coca-Cola oder Procter & Gamble, deren Produkte sich in den letzten Jahrzehnten gar nicht oder nur sehr wenig verändert haben.

Ein solches Unternehmen ist auch die Fielmann AG (ETR:FIE) (FRA:FIE), der größte Optiker in Europa. Fielmann betreibt 689 Filialen (Stand: Mai 2015) und hat nach eigener Aussage in Deutschland einen Marktanteil nach Stückzahlen von 52 %.

In diesem Artikel zeige ich, was Fielmann besonders interessant macht.

Familienbesitz

Günther Fielmann eröffnete am 21. September 1972 sein erstes Optik-Fachgeschäft in Cuxhaven. In der Folge wurden immer wieder verbraucherfreundliche Leistungen in die Branche eingeführt, die es vorher nicht gegeben hat, zum Beispiel modische Brillen zum Nulltarif oder die Zufriedenheitsgarantie. Dies sind nur einige Gründe für das rasante Wachstum der Firma, die 1994 an die Börse ging. Bis heute ist der Firmengründer immer noch Vorstandsvorsitzender und hält laut Geschäftsbericht noch immer die Mehrheit am Unternehmen. Damit hat Günther Fielmann die gleichen Interessen wie die übrigen Aktionäre, was die Wahrscheinlichkeit riskanter oder unüberlegter Entscheidungen verringert.

Allerdings ist zu bedenken, dass Günther Fielmann bereits 76 Jahre alt ist. Sein Sohn Marc arbeitet auch schon in der Firma und ist langfristig als Nachfolger auf dem Chefposten vorgesehen, aber eine Garantie für einen erfolgreichen Übergang ist das noch nicht.

Demographie

Ein wesentlicher Punkt ist die Demographie, die Fielmann in die Karten spielt. Nach Schätzungen des Bundesfamilienministeriums werden bereits in 25 Jahren etwa 45 % aller Menschen in Deutschland älter als 65 sein. In dieser Altersgruppe benötigt fast jeder eine Sehhilfe.

Aber auch die jungen Menschen brauchen immer häufiger Unterstützung beim Sehen. Einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge hat sich der Anteil unter den 20 bis 29-Jährigen, die auf eine Brille angewiesen sind, durch die immer größere Verbreitung von Bildschirmen und Smartphones in den letzten 60 Jahren mehr als verdoppelt.

Die Demographie spielt auch auf einem anderen Gebiet eine wesentliche Rolle. Seit einigen Jahren hat Fielmann zusätzlich zu Brillen auch Hörgeräte im Angebot. Hier erzielt Fielmann zweistellige Zuwachsraten. Da diese aber erst in etwa 18 % der Filialen angeboten werden, ist davon auszugehen, dass der absolute Anteil am Umsatz noch gering ist. Genaue Zahlen hierzu veröffentlicht Fielmann nicht.

Der vermutlich überschaubare Umsatz lässt viel Raum für Wachstum. Andererseits ist Fielmann hier nur ein Anbieter unter vielen mit erheblichem Abstand zum Marktführer Kind.

Wachstum

Fielmann zeichnet sich durch ein stetiges und nahezu gleichmäßiges Wachstum aus. Die Zahlen des Konzernumsatzes (in Mio. €) dazu sehen so aus:

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Umsatz 839,2 902,7 952,5 993,7 1.053,4 1.107,1 1.157,1 1.226,5
Wachstum n/a 7,57% 5,52% 4,33% 6,01% 5,10% 4,52% 6,00%

Quelle: Geschäftsberichte des Unternehmens.

Beim Gewinn (in Mio. €) sieht es ähnlich aus:

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Gewinn 82,0 113,9 114,3 120,8 125,0 129,7 142,0 162,8
Wachstum n/a 38,90% 0,35% 5,69% 3,48% 3,76% 9,48% 14,65%

Quelle: Geschäftsberichte des Unternehmens.

Von 2007 bis 2014 legte der Gewinn pro Aktie von EUR 0,94 auf EUR 1,87 zu. Ein Grund für die Zunahme ist auch, dass Fielmann einen großen Teil der Erträge frei verwenden kann und nicht jedes Jahr hohe Beträge etwa in Maschinen investieren muss.

Die Firma steckt zwar viel Geld in ihr Filialnetz, verglichen mit dem Umsatz ist das jedoch ein geringer Betrag. Hinzu kommt, dass im Bereich der Augenoptik weniger Forschung und Innovationen notwendig sind als z.B. im Bereich Unterhaltungselektronik. Von Apple wird jedes Jahr „The Next Big Thing“ erwartet. Bei Brillen ist dies anders. Von daher stehen Fielmann mehr Mittel z.B. für eine attraktive Dividende zur Verfügung.

Eine hervorragende Aktie, aber kein hervorragender Preis

Bei einem Kurs von EUR 59,87 (09.06.2015) errechnet sich ein KGV von 32. Dieser hohe Wert für eine Gesellschaft, deren Gewinn um rund 10 % pro Jahr steigt, zeigt die Qualität des Unternehmens. Aufgrund des Kurses in der Nähe des All-Time-High kaufe ich derzeit keine weiteren Fielmann-Aktien. Sollte es jedoch zu Kursrückgängen kommen, würde ich möglicherweise nochmal zugreifen.

Kauf Aktien, die Warren Buffett kaufen würde...aber nicht kaufen kann

Weißt du, dass es viele gute Aktien gibt, die Warren Buffett nicht kaufen kann? So ist es. Und obwohl er diese Aktien nicht kaufen kann, du kannst es. Um drei dieser zu-klein-für-Buffett Aktien zu sehen, klick hier.

Peter Roegner besitzt Aktien von Fielmann. The Motley Fool empfiehlt Apple, Coca-Cola und Procter & Gamble. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und die folgende Options: Long Januar 2016 $37 Calls auf Coca-Cola und Short Januar 2016 $37 Puts auf Coca-Cola.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool