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Ist dies die größte Gefahr für Amazons Geschäftsmodell?

Foto: The Motley Fool

Amazon (NASDAQ:AMZN) (FRA:AMZ) verzichtet auf kurzfristige Gewinne, um sein Geschäft für die Zukunft auszubauen.

Diese „Baumaßnahmen“ umfassen gewaltige Investitionen in die Infrastruktur. Das Unternehmen hat besonders auf die Lieferung unvergleichlichen Wert gelegt. Allein in den USA hat Amazon nicht nur ein Netzwerk aus Lagern im ganzen Land aufgebaut, es hat auch als erstes Unternehmen einen Vorhersagealgorithmus entwickelt, der vorhersagt, was Kunden wollen bevor sie überhaupt etwas kaufen.

Der Onlineeinzelhandelsriese hat zu dem daran gearbeitet, die Zustellung so schnell wie möglich zu machen. In manchen Landesteilen bietet er die Lieferung am gleichen Tag an und hat dafür eine einzigartige Vereinbarung mit dem U.S. Postal Service geschlossen. Aber Schnelligkeit ist nicht die einzige Sache, bei der Amazon Druck gemacht hat. Das Unternehmen kündigte kürzlich an, dass der Versand für alle Produkte, die weniger als acht Unzen (224 Gramm) wiegen und weniger als 10 USD kosten, kostenlos sein soll.

Geld spielte keine Rolle in dem Bestreben, den Lieferprozess des Händlers zu verbessern. Amazon kaufte 2012 sogar den Roboterhersteller Kiva Systems für 775 Millionen USD, um die Roboter in den Lagern besser zu steuern. Die Maschinen haben jedoch die menschlichen Arbeiter nicht ersetzt, da Amazon seine Arbeitskräfte in der Kommissionierung ständig aufgestockt hat.

Es hat sogar Ende Mai angekündigt, noch mehr einzustellen. Mike Roth, Vizepräsident von Amazon Nordamerika, sagte:

Wir sind stolz darauf, mehr als 6.000 Kommissionierungsstellen zu schaffen, wo Arbeitnehmer täglich mit der neusten Technologie interagieren können. Amazon bietet nicht nur großartige Bezahlung und Boni, wir ermutigen unsere Arbeitnehmer zudem, in der Karriere aufzusteigen.

Das Unternehmen wettet darauf, dass es durch die Investitionen in die Perfektionierung des Lieferprozesses große Barrieren für den Wettbewerb aufbaut. Dies hat bisher funktioniert. Könnte es jedoch sein, dass Amazon aufs falsche Pferd gesetzt hat? Ist es möglich, dass die größte Stärke des Unternehmens auch seine größte Gefahr für das Geschäft darstellt?

Menschliche Arbeiter arbeiten zusammen mit Robotern in den Lagern von Amazon. Quelle: Amazon

Menschliche Arbeiter arbeiten zusammen mit Robotern in den Lagern von Amazon. Quelle: Amazon

Amazons Führung ist nicht unanfechtbar

Jerry Jao ist CEO und Mitgründer von Retention Science, einem venturekapitalfinanzierten Unternehmen, das mit Target (NYSE:TGT) (FRA:DYH), The Honest Company, Dollar Shave Club und anderen Unternehmen zusammenarbeitet. Er erzählte Fool.com in einem E-Mail-Interview, dass Amazon gute Arbeit geleistet hat, sich durch die Lieferung von anderen Anbietern zu differenzieren.

Jerry Jao. Quelle: Retention Science

Jerry Jao. Quelle: Retention Science

“Kostenlose Lieferung in einem Tag (oder zwei Stunden in manchen Städten), die Lockbox von Amazon oder sogar der Dashbutton – alle diese Schritte helfen dabei, Amazon als Innovator darzustellen“, schrieb er und fuhr fort:

„Amazon ist mehr als eine E-Commerce-Plattform. Es ist ein richtiges Logistikunternehmen. All die unterschiedlichen Funktionen sind gut, um eine Marke aufzubauen, da sie so in den Gedanken der Konsumenten bleibt. Wann immer ich daran denke, etwas zu kaufen, suche ich zuerst bei Amazon. Diese Handlung selbst ist mächtig. Es ist fast wie eine Vergleichsmaschine für das Versenden (ähnlich Google (NASDAQ:GOOGL) (ETR:GGQ7) (FRA:GGQ7) für alles andere).“

Obwohl er mag, was Amazon geschaffen hat, nennt Jao diesen Vorteil „groß, aber nicht vollkommen unzerstörbar“. Er denkt, dass das Unternehmen auf Wettbewerber vorbereitet sein sollte, und nennt den gerüchteumwobenen Start von jet.com im Laufe dieses Jahres. Dieses soll Costcos (NASDAQ:COST) (FRA:CTO) Abomodell online bringen. Er glaubt zudem, dass einige der größeren stationären Einzelhändler Amazons Liefervorteil in Bedrängnis bringen könnten.

“Die großen Einzelhändler Walmart (NYSE:WMT) (FRA:WMT) und Target können sich mit Amazons Angebot messen“, fügte er hinzu.

Um sein Geschäftsmodell vollständig zu sichern, erklärte er, dass Amazon nicht nur seinen Liefervorteil ausbauen muss, es muss die Kunden zudem auf die beste Weise bedienen.

“Der Rest des Einkaufserlebnisses hängt von dem Kundenerlebnis, der Produktauswahl usw. ab“, schrieb er. „Es mündet alles darin, wer die den Kunden das beste Angebot im Preiskampf macht.“

Amazon ist auf dem richtigen Weg

Obwohl jet.com theoretisch Konkurrenz bedeutet und die großen Einzelhändler Amazon bei Onlineverkäufen herausfordern, sollte erwähnt werden, dass Amazon der Innovationsführer bei der Lieferung bleibt. Walmart und Target haben zwar die Größe, sich mit dem Onlineführer zu messen, aber sie haben nicht so stark in die Verbesserung des Prozesses investiert.

Beide Unternehmen könnten das ändern, aber es ist schwer zu erkennen, wie sie nicht ständig einen Schritt hinterher sein werden. Wenn Target beispielsweise Roboter anschafft, wäre es auf anderen Gebieten immer noch hinterher, die Amazon erforscht. Lieferung per Drohne ist hier ein Beispiel.

Es gibt jedoch eine Sache, die Investoren in Amazon Sorgen bereiten könnte. Wenn andere Einzelhändler versuchen, auf dem Feld der Lieferung mit Amazon gleichzuziehen, könnte Amazon zu einem lang anhaltenden Wettrüsten gezwungen sein, um seinen Vorteil zu behalten. Dies könnte weitere Jahre großer Investitionen und verzögerter Auszahlungen bedeuten. Das stellt zwar ein Risiko dar, aber im Moment ist das ein Krieg, den Amazon gewinnt.

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The Motley Fool empfiehlt Amazon.com, Costco Wholesale, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com, Costco Wholesale, Google (A Aktien) und Google (C Aktien).

Dieser Artikel wurde von Daniel B. Kline auf Englisch verfasst und am 08.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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