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Warum du mit der Continental-Aktie Gummi geben kannst

1886 – ein bedeutendes Jahr für Autoliebhaber: Das moderne Automobil wurde in diesem Jahr geboren. Seitdem hat sich viel geändert: das Aussehen, die Technik, die Ausstattung – und natürlich die Reifen.

Auch jetzt steht die Automobilbranche vor gravierenden Veränderungen. Bei jungen Menschen verliert das Auto zunehmend an Bedeutung, dazu kommen Trends wie Elektromobilität, Leichtbau und immer mehr Software. Die Hersteller verlagern ihre Produktion stärker auf die Automobilzulieferer.

Zu den Top 5 weltweit gehört heute die Continental AG (ETR:CON) (FRA:CON). Deren Anspruch, besonders innovativ zu sein, zeigte sich auf der letzten Hauptversammlung in Hannover, auf der Vorstandschef Degenhardt seine Rede mit Hilfe einer Datenbrille vortrug. In diesem Artikel beschreibe ich, wo Conti herkommt und wo es in Zukunft hingehen könnte – und dass das Unternehmen aufgrund seiner Innovationskraft sehr gut auf die anstehenden Veränderungen vorbereitet ist und die Aktie für mich eine attraktive Investmentmöglichkeit bietet.

Die Geschichte der Continental AG beginnt im Oktober 1871. Die Conti produzierte damals Reifen für Kutschen und Fahrräder. 1892 wurden – einmalig in Deutschland – Luftreifen für Fahrräder entwickelt, sechs Jahre später auch für Automobile. Bis in die 80er Jahre blieben Reifen das Hauptgeschäft der Conti.

1991 erfolgte die Verselbständigung des Konzernbereichs Technische Produkte unter der Dachmarke ContiTech, in der in den Folgejahren Luftfedern, Bremsen und ultraleichte Folien produziert werden. Conti selbst sieht sich heute als Gestalter der vier Megatrends Sicherheit, Umwelt, Information und erschwingliche Fahrzeuge.

Zum Angebot gehören Bremssysteme, Systeme und Komponenten für Antriebe und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technische Elastomerprodukte.

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Der Umsatz der fünf Bereiche verteilt sich wie folgt:

Umsatz in Mrd. € Umsatzanteil in %
Reifen 9,8 28,3
Chassis & Safety (z.B. Bremsen) 7,5 21,6
Interior (z.B. Informationsmanagement) 7,0 20,1
Powertrain (z.B. Energieeffizienz) 6,5 18,7
ContiTech (z.B. Kautschuk, Kunststoffe) 3,9 11,3
Summe 34,7 100,0

Quelle: Geschäftsbericht 2014

Der Umsatz des Conti-Konzerns seit 2007 sieht so aus:

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Umsatz in Mrd. € 16,6 24,2 20,1 26,0 30,5 32,7 33,3 34,5
Wachstum n/a 45,78% -16,94% 29,35% 17,31% 7,21% 1,83% 3,60%

Quelle: Geschäftsbericht 2014

Waren die ersten Jahre noch sehr schwankend (2008 Erwerb Siemens VDO, danach Finanzkrise mit Erholung), so hat sich das Wachstum seit 2012 im einstelligen Prozentbereich stabilisiert. Wie sehen die vergleichbaren Zahlen beim Gewinn aus?

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Gewinn in Mrd. € 1,0 -1,1 -1,6 0,6 1,2 1,9 1,9 2,4
Wachstum n/a -210,00% -45,45% n/a 100,00% 58,33% 0,00% 26,32%

Quelle: Geschäftsbericht 2014

Die Finanzkrise hat deutliche Spuren hinterlassen. Außerdem ist das Zyklische der Branche gut erkennbar. Dies bedeutet, dass es im Laufe der Zeit immer große Schwankungen im Geschäft gibt. Das heißt, du kannst bei Conti wie bei jedem anderen Investment in der Autobranche nicht damit rechnen, dass es jedes Jahr stetig nach oben geht. Aber da das mit der Industrie einhergeht und nichts mit dem Unternehmen an sich zu tun hat, ist das schwankende Geschäft nicht negativ zu bewerten.

Automobilbranche und Contis Stellung

Die Automobilbranche ist extrem wettbewerbsintensiv. Die Zahl der Hersteller ist relativ gering; so hatten die fünf größten Hersteller 2012 einen Marktanteil von 50 %. Aus diesem Grund haben die Hersteller große Macht und eine starke Verhandlungsposition gegenüber ihren Zulieferern. Wer sich noch an die frühen 90er Jahre und den damaligen Einkaufschef von Volkswagen (ETR:VOW3) (FRA: VOW3), Ignacio López, erinnert, weiß, welchen Druck die großen Konzerne ausüben können.

Andererseits ist es für die Zulieferer mit erstklassigen Produkten einfacher, dem Druck der Automobilhersteller standzuhalten. Wie schnell schlechte Bauteile zum Albtraum werden können, zeigen die immer häufiger werdenden Rückrufaktionen der Hersteller.

Conti ist durch seine Innovationen von einem reinen Reifenhersteller zu einem sehr breit aufgestellten Automobilzulieferer geworden. Gerade hat Continental mit der Übernahme der Elektrobit Automotive GmbH den Software-Bereich ausgebaut.Für mich sind die Akquisitionen von Siemens VDO und Elektrobit Zeichen, dass Conti auch in Zukunft auf Innovation und immer neuere Produkte setzt.

Beispielhaft sei hier ContiGuard genannt: Das ist die Verbindung aktiver und passiver Sicherheitssysteme. Deren koordiniertes Zusammenspiel soll zusammen mit Umfeldsensoren Unfallrisiken weiter verringern.

Bewertung

Die Conti erzielte im Jahr 2014 einen Gewinn pro Aktie von EUR 11,88. Bei einem Aktienkurs von EUR 208,80 (04.06.2015) errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,6. Die entsprechenden Zahlen der letzten Jahre sehen wie folgt aus:

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Kurs 31.12. 27,57 35,44 58,32 47,90 87,45 159,60 175,93
Gewinn pro Aktie -6,84 -9,76 2,88 6,21 9,53 9,62 11,88
KGV -4,03 -3,63 20,25 7,71 9,18 16,59 14,81

Quellen: www.finanzen.net / Geschäftsbericht 2014

Das im langjährigen Vergleich höhere KGV spiegelt den stark gestiegenen Aktienkurs wider. Zwar hat der Gewinn ebenfalls gut zugelegt, aber der Kurs ist dieser Entwicklung vorausgeeilt.

Fazit

Ich halte Conti durch die Fokussierung auf Megatrends (siehe das Beispiel ContiGuard) für sehr gut aufgestellt, um den Veränderungen im Markt Rechnung zu tragen. Darum glaube ich, dass das Unternehmen noch lange Zeit eine wesentliche Rolle in der Automobilbranche spielen wird.

Diese Qualität des Unternehmens haben auch die Anleger erkannt und die Aktie von einem Rekordhoch zum nächsten getragen. Für einen Einstieg würde ich schwache Tage an der Börse abwarten. Käufe unter 200 Euro sollten langfristig denkenden Anlegern jedoch viel Freude bereiten.

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Peter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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