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Windows 10 kommt – und Microsoft räumt erstmal den App Store auf

Der neue Windows-Store soll auf jedem Windows-Gerät funktionieren. Quelle: Microsoft.

Es ist immer noch eine ziemliche Mühe, auf einem PC eine App zu installieren. Downloads für Software sind kreuz und quer im ganzen Internet verfügbar. User müssen sich erst über die Websites informieren, bevor sie die Software downloaden. Dann gilt es, die Programme zu installieren, was für PC-Neulinge oft eine frustrierende Angelegenheit ist.

Microsoft (NASDAQ:MSFT) (FRA:MSF) will dieses Problem jetzt beheben, indem man die App Stores von Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) und Google (NASDAQ:GOOG) (FRA:GGQ1) (ETR:GGQ7) als Vorbilder nimmt, die am Anbruch des Smartphone-Zeitalters geschaffen wurden. Apple hat 2011 seine Desktop-Version rausgebracht, und doch musste man auch hier erst die alten Gewohnheiten der Entwickler in Angriff nehmen. Microsofts App Store hat bislang noch schlechter abgeschnitten und leidet darüber hinaus unter einer großen Anzahl von Spam-Apps und gefälschten Programmen.

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Da Windows 10 in wenigen Wochen auf den Markt kommen wird und im Windows Store großer Wert auf die neueste Version des Betriebssystems gelegt wird, arbeitet Microsoft mit Hochdruck daran, die Apps im Store vernünftig zu kuratieren.

Was bisher geschah

Microsoft hat den Windows Store zusammen mit Windows 8 im Jahr 2012 gelauncht. Ein Jahr darauf hat man Entwicklern finanzielle Anreize geboten, dass sie ihre Apps im App Store anbieten – 100 USD pro App, für bis zu 10 Apps für jeweils Windows 8 und das Windows Phone. Resultat: Microsoft konnte die Anzahl der angebotenen Apps steigern, aber viele Entwickler nutzten die offenbar sehr geringen Qualitätsstandards des Stores aus, um gefälschte und Spam-Apps anzubieten.

Im letzten Herbst hat Microsoft 1.500 Apps entfernen lassen, nachdem Berichte darauf hinwiesen, dass sie alles andere als zum Wert des Stores beitragen. Natürlich sind 1.500 Apps lediglich die Spitze des Eisbergs für Microsoft, die verlauten ließen, mittlerweile 200.000 Apps im Store anbieten zu können. Ende letzten Monats hat Microsoft verkündet, dass man weitere Fortschritte bei der Qualität der Apps machen will, indem man falsch bepreiste und falsch betitelte Apps entfernen wird, damit zukünftig der Qualitätsstandard gehoben wird.

Aufgrund Microsofts früherer Herangehensweise leidet der Windows Store unter vielen Apps minderer Qualität, was die Plattform für namhafte App-Entwickler unattraktiv macht. Obschon Quantität wichtig ist, ist doch auch die Qualität von noch entscheidender Bedeutung. Apples App Store ist erfolgreich, weil er Apps von hochrangigen Entwicklern führt, die darauf aus sind, Apples zahlungsstarke Premium-Kundschaft zu bedienen. Google Play kann namhafte Entwickler anziehen, weil Android eine riesige Basis hat.

Microsoft konnte bislang noch nicht viele erfolgreiche Entwickler davon überzeugen, ihre Apps dem Windows Store zugänglich zu machen.

Anreize schaffen

Microsoft hat mächtig damit zu kämpfen, dass Nutzer das Upgrade zu Windows 8 vornehmen – das ist bislang das einzige Betriebssystem, das den Windows Store unterstützt. Stand April hatten weniger als 15% aller PC-User Windows 8 oder Windows 8.1 installiert. Die meisten Nutzer haben das Upgrade zu Windows 7 vorgenommen, nachdem der Support für Windows XP im letzten Jahr wegfiel. Derzeit haben 58% der PC-User Windows 7 auf ihren Rechnern.

Deswegen bietet Microsoft ein Gratis-Update auf Windows 10 all jenen Nutzern, die noch Windows 7 oder 8 nutzen. Dafür hat man ein Limit von einem Jahr eingerichtet, um den Anreiz zu vergrößern, schnell zu wechseln. Microsoft wird außerdem Windows 10 mit seinem mobilen Betriebssystem verbinden, es wird also ein Betriebssystem für alle Geräte. Wenn das hinhaut, kann Microsoft mit dem Release von Windows 10 ein viel größeres Publikum für den Windows Store und die Entwickler schaffen.

Wenn man dann noch die geringere Zahl an überflüssigen Apps dazunimmt, wird die massive Reichweite namhafte Entwickler anziehen. Das Potenzial, um recht einfach ein großes Publikum anzusprechen, ist einer der Gründe, warum Entwickler ihre Apps lieber in den Google Play Store stecken, anstatt sie zum Download auf die eigene Website zu führen. Darum sind Entwickler sogar bereit dazu, 30% ihres Umsatzes an Google oder Apple abzutreten. Ohne diese Reichweite sind die 30% im Windows Store natürlich für Entwickler nicht interessant.

Microsofts Entscheidung, Windows 10 den Kunden einfach so zu schenken bedeutet auch, dass viel Hoffnung darauf liegt, dass man die so verpassten Einnahmen über den Windows Store wieder reinholt. Nach den zurückgegangenen Nutzerzahlen von Windows sowie der lauwarmen Begeisterung für Windows 8 braucht Microsoft schnelle Akzeptanz für Windows 10 und den Windows Store. Es wird sehr interessant zu sehen, ob im Laufe des nächsten Jahres diese Strategie aufgeht.

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Dieser Artikel wurde von Adam Levy verfasst und erschien am 7.6.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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