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Apples CarPlay vs. Googles Android Auto: Das Geschäft mit den internetfähigen Autos

Foto: Maserati

Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) und Google (NASDAQ:GOOG) (FRA:GGQ1) (ETR:GGQ7) bekriegen sich im Mobile-Markt schon seit Jahren. Dieser Kampf geht jedoch über Smarthphones und Tablets hinaus in einen neuen Markt: mit dem Internet verbundene Autos. Zwischen 2014 und 2020 soll die Zahl der Autos, die mit dem Internet verbunden sind, weltweit von 23 Millionen auf 152 Millionen steigen, schätzt IHS Automotive.

Apples CarPlay (L) und Googles Android Auto (R). Quelle: Unternehmenswebseiten

Apples CarPlay (L) und Googles Android Auto (R). Quelle: Unternehmenswebseiten

Apple CarPlay und Android Auto spiegeln Mobilgeräte mit einer optimierten Ansicht auf das Armaturenbrett des Autos wider. CarPlay erlaubt es Nutzern, iOS-Funktionen wie Sprechsteuerung, Musikwahl, iMessage, Apple Maps und Siri zu nutzen. Android Auto bietet ähnliche Funktionen mit Apps wie Google Maps, Goolge Play Music und Google Search. Beide Plattformen unterstützen Apps von Drittanbietern wie Spotify, iHeartRadio und TuneIn. Mobile-Apps, die nicht für den Gebrauch in Autos zugelassen sind, werden von dem Armaturenbrett ferngehalten.

Apple veröffentlichte CarPlay letztes Jahr im März. Google brachte Android Auto ein Jahr später auf den Markt. Dank dieses Vorsprungs hat Apple laut IHS im Moment eine hauchdünne Führung gegenüber Google bei Autoherstellern. IHS schätzt, dass Android Auto CarPlay im kommenden Jahr überholen wird und bis 2020 einen leichten Vorsprung hält. Viele Autos werden jedoch mit beiden Systemen kompatibel sein.

Das Einmaleins der Auto-Kommunikation

Es gibt viel Verwirrung darüber, was CarPlay und Android Auto eigentlich tuen. Keine Plattform ist ein Betriebssystem für Autos.

Autos haben bereits ein eingebettetes Betriebssystem. BlackBerrys (NASDAQ:BBRY) (FRA:RI1) QNX kontrolliert 50% bis 70% des Marktes und andere Autos laufen mit Windows Embedded von Microsoft (NASDAQ:MSFT) (FRA:MSF). Die Autohersteller entwickeln für QNX oder Windows ihre eigene Armaturenbrettsoftware. CarPlay und Android Auto spiegeln einfach Smartphonefunktionen auf die Armaturenbrettsoftware.

Das Maserati QNX Technologie-Konzept-Auto auf der CES 2015. Quelle BlackBerry.

Das Maserati QNX Technologie-Konzept-Auto auf der CES 2015. Quelle BlackBerry.

Um die Dinge jedoch noch komplizierter zu machen, gibt es überschneidende Kommunikationsstandards für das Spiegeln von Mobile-Displays auf Armaturenbretter mit QNX und Windows.

Google etablierte die Open Automotive Alliance (OAA) für Androidgeräte. Apple hingegen machte CarPlay ausschließlich für iOS-Geräte. Microsoft, welches weniger als 3% des weltweiten Smartphonemarktes kontrolliert – unterstützt MirrorLink, ein universeller Spiegelstandard für Android, iOS, WindowsPhone und andere Mobilgeräte. Unterstützer von MirrorLink gehören zu dem Car Connectivity Consortium (CCC). Da es dumm wäre, einfach nur einen Kommunikationsstandard zu unterstützen und einige Smartphonenutzer auszugrenzen, unterstützen viele Autohersteller alle drei.

Wachsendes Ökosystem, keine Umsätze

Investoren sollten verstehen, dass CarPLay und Android Auto selbst keine großen Umsatzquellen sein werden. Beide Plattformen stärken stattdessen Apples und Googles Geschäft anderweitig.

Apple hat das Wachstum von Googles Ökosystem auf iOS argwöhnisch beäugt. Google Now, Google Maps und Drive fordern Siri, Apple Maps und iCloud auf seinen Geräten heraus. Um die Sache noch schlimmer zu machen, erzeugen iOS-Nutzer, die Googles Ökosystem nutzen, Such- und Werbeumsätze für Google und könnten womöglich ganz zu Android wechseln.

Darum hat Apple Google Maps durch Apple Maps ersetzt, Google gegen Bing in den Standardeinstellungen für Spotlight- und Sirisuchen ausgetauscht und könnte das Gleiche später mit Safari tun. Über die Hälfte der iPhone-Nutzer verwendet jedoch noch Google Maps, laut Schätzungen von Comscore. Um die Abhängigkeit der Nutzer von Google Maps zu reduzieren, hübschte Apple seinen Kartendienst Apple Maps auf, indem es kleinere Kartenfirmen kaufte. Darunter waren Placebase, Locationary, Hopstop, and Coherent Navigation. Es scannte auch Straßen, um Daten für 3D-Karten zu erhalten. Am wichtigsten ist jedoch, dass Apple Google Maps und seine Suche bei CarPlay ausschließt. Dadurch sind die Fahrer, die ein iPhone besitzen, gezwungen, Apple Maps und Siri zu nutzen.

Apple Maps in Aktion in CarPlay. Quelle: Apple

Apple Maps in Aktion in CarPlay. Quelle: Apple

Für Google ist Android Auto eine Möglichkeit, mehr Daten über die Reisegewohnheiten der Nutzer zu gewinnen, indem es die herkömmliche GPS-Software in den Armaturenbrettern ersetzt. Je mehr Daten Google sammelt, desto effektiver sind seine Werbeeinblendungen. Wie Apple hat auch Google seinen Kartendienst durch Zukäufe von Karten und Satellitenunternehmen verstärkt. Dazu gehören z.B. Waze und Skybox.

Schritt für Schritt in die Zukunft

Neben Erweiterungen des mobilen Ökosystems können CarPlay und Android Auto auch als Meilenstein hin zu autonomen Fahrzeugen gesehen werden.

Indem sie mobile Geräte in Autos eingliedern, errichten Apple und Google die Grundalgen, damit autonome Fahrzeuge auf deren Basis arbeiten. Google hat dies bereits mit seinem Prototypen eines fahrerlosen Autos im letzten Jahr gezeigt. Dieses Fahrzeug kann mit einem Smartphone herbeigerufen und gesteuert werden. Da viele führende Autohersteller der Meinung sind, dass fahrerlose Autos bis 2020 auf der Straße sein werden, könnten CarPlay und Android Auto die ersten Schritte in eine Zukunft sein, in der dein Smartphone das Fahren für dich übernimmt.

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Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 02.06.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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