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Ich besitze Anteile an einem Unternehmen … und du?

Foto: Pixabay, stocksnap

Willkommen zurück zu unserer den ganzen Monat dauernden Reihe über Investment! Wenn du gerade zufällig hier gelandet bist, dann auch dir ein Willkommen! Und schau dir ruhig einmal die Startseite der ganzen Reihe an, wo du alle bislang erschienen Artikel findest.

Wir haben dir ja schon gezeigt, wie du deine Finanzen für das Investieren flott machst (darunter auch ein paar Tricks, wie du ein bisschen zusätzliches Geld sparst) – und jetzt ist es an der Zeit darüber nachzudenken, was Investieren überhaupt bedeutet.

Wie wäre es wohl, sehr reich zu sein und riesige, weltweit operierende Unternehmen zu besitzen? Was, wenn du ein Unternehmen wie Adidas, Tesla oder Daimler besitzen könntest?

Da muss man erst gar nicht ins Träumen geraten – du kannst ein Unternehmen besitzen. Und zwar gleich jetzt.

Hier eine kleine Geschichte:

Vor ein paar Monaten saß ich draußen vor der Zentrale von The Motley Fool in Berlin. Ich war mir nicht bewusst, dass der Tag ein Feiertag war, und das Gebäude war verschlossen. Es war kalt. Ich war über das alles nicht gerade sehr erfreut.

Ich war dabei aber nicht der einzige. Neben mir stand ein Praktikant für ein anderes Unternehmen im selben Gebäude. Und der sah noch verlorener aus.

Ich fragte ihn also, für welches Unternehmen er arbeitet und ob es ihm Spaß macht. (Es machte ihm Spaß). Er nannte die Firma und stellte mir Fragen über The Fool.

„Naja“, sagte ich, „wir machen Informationen und Analysen zu Unternehmen und dem Aktienmarkt frei verfügbar.“

„Wow“, sagte er, mehr besorgt als beeindruckt. „Das muss echt schwierig sein. Der Aktienmarkt ist ja wie ein Besuch im Casino.“

Wie bitte?

Ganz so sehr überraschte mich das aber nicht. Als wir Fool.de noch planten, hatten wir ähnliche Reaktionen von den Deutschen, mit denen wir sprachen. Und selbst die Deutschen, die am Aktienmarkt aktiv waren, wiesen schnell darauf hin, dass die meisten anderen Landsleute tatsächlich davon überzeugt waren, dass der Aktienmarkt nichts als Roulette sei.

„So kann es von außen vielleicht wirken“, erklärte ich meinem neuen Freund vor dem Gebäude. „Und wenn du darauf aus bist darauf zu spekulieren, ob eine Aktie binnen kurzer Zeit – etwa ein paar Tage oder Wochen – an Wert zulegt oder verliert, dann ist das tatsächlich ein bisschen so wie Glücksspiel. Wenn du aber auf die richtige Art und Weise investierst, kann ein Aktienkauf eine mehr als sichere Sache sein, sein Vermögen nach und nach zu steigern.“

Dann erklärte ich ihm, dass man mit einer Aktie auch automatisch Anteile an der Firma hält. Du bist dann ein Besitzer.

„Wirklich?“ Es sah nicht so aus als würde er mir glauben, deswegen redete ich weiter.

Ich sagte, dass als Teilhaber des Unternehmens auch Teile der Profite ihm zustehen. Und viele Unternehmen zahlen eine Dividende – in Deutschland machen das 28 der 30 DAX-Unternehmen. In diesem Fall ist der Profit sogar noch greifbarer, weil das Unternehmen dir tatsächlich Geld in die Hand drückt.

„Stark.“ Ich konnte dem Groschen beim Fallen zusehen. Aber ganz überzeugt war er noch nicht. „So richtig gehört einem das Unternehmen aber nicht. Man darf keine Entscheidungen fällen.“

Ganz im Gegenteil! Ich erklärte ihm, dass die Aktionäre eines Unternehmens Geschäftsdinge mitentscheiden können. Das geschieht vorrangig darin, dass man den Vorstand wählt, der dann wiederum den CEO und andere wichtige Top-Entscheider im Unternehmen besetzt.

In einem sehr großen Unternehmen wie Adidas oder Daimler ist das Stimmrecht eines Aktionärs mit nur wenigen Aktien natürlich eher gering. Dennoch ist das Stimmrecht da, und wenn man nur genug Geld hat (oder Freunde mit Geld hat!), könntest du dir genug Aktien zulegen, um bei Schlüsselentscheidungen im Unternehmen ein wichtiges Wort mitzureden.

„Ok. Verstehe ich. Sehr cool.“ (Ist also doch ganz schön clever!)

Was du wissen musst – und warum

Der Aktienmarkt kann tatsächlich wie ein Casino wirken, da will ich gar nicht drüber streiten.

Tagtäglich sieht man Kommentatoren, die vor den Fernsehkameras schwitzen und berichten, dass der Markt sich einen Prozentpunkt hierhin oder dorthin bewegt hat. Währenddessen wollen sogenannte Experten Prognosen wagen (mit anderen Worten raten), wie der Markt heute in sechs Monaten aussehen könnte. Das ganze wird von Newstickern begleitet, die am unteren Bildrand entlang laufen, Verläufe und Statistiken werden eingeblendet, jede Menge Fachwörter werden geäußert, die ein normaler Mensch gar nicht erst verstehen kann (oder soll, wenn du mich fragst).

Was aber passiert wirklich, wenn du eine Aktie von Adidas erstehst?

Wie oben in der Geschichte erwähnt wirst du ein Teilhaber des Unternehmens.

Von jedem Schuh, den Adidas irgendwo auf der Welt verkauft, gehört ein Mini-Anteil des Profits dir. Wenn in irgendeinem Land der Welt Adidas eine der wichtigsten Player im Bereich Sportbekleidung wird, dann ist das gut für dich. Und, klar, unter jeder schlechten Entscheidung vom Adidas-Vorstand leidet auch dein Investment.

Es ist aber ganz entscheidend zu begreifen, dass du mit Aktien nicht einfach auf das simple Auf und Ab der Preise wettest, die ein Stück Papier wert sind. Stattdessen investierst du in das Unternehmen und sein Wachstumspotenzial, seinen Erfolg und seinen zukünftigen Profit.

Wenn du dir darüber im Klaren bist, verstehst du auch, warum es doch möglich ist, eine Aktie zu analysieren. Den Preis eines Stück Papiers vorauszusagen ist fast unmöglich. Aber ein Unternehmen einzuschätzen – die Stärken und Schwächen, seine Konkurrenten und Chancen – ist nicht nur möglich, sondern auch machbar.

Wie aber geht man dabei vor? Gut, dass du fragst. Denn der Rest dieser Reihe wird sich zu großen Teilen um genau diese Frage drehen. Bis morgen also!

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Matt besitzt keine der erwähnten Atkien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla.

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