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Aktien im Rückblick: Griechenland und kein Ende

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Keine große Hauptversammlung, kaum Quartalszahlen und ein Feiertag. Das sind gute Voraussetzungen für eine ruhige Börsenwoche. Trotzdem rutschte der Aktienmarkt tief in die roten Zahlen.

Denn auch die Politik kann die Märkte bewegen – zum Beispiel mit dem Dauerthema Griechenland. Damit könnte man bereits zwei Wochenrückschauen füllen. Deshalb hier nur die Kurzversion.

Klingt wie ein EU-Witz, ist aber eigentlich keiner

Wenn sich eine Deutsche, zwei Franzosen, ein Italiener und ein Luxemburger treffen, über einen Griechen sprechen und dann eine vorläufige afrikanische Lösung herauskommt, hat das durchaus Kneipenwitz-Potenzial. Allerdings waren die Teilnehmer eines Treffens am Montagabend not amused: Angela Merkel hatte Staatspräsident François Hollande, IWF-Direktorin Christine Lagarde, EZB-Chef Mario Draghi und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Krisensitzung ins Kanzleramt gebeten.

Ziel des Meetings war ein letztes Angebot an den griechischen Premier: Reformen her oder Schluss mit lustig plus Staatsbankrott! Als scheinbar probate Druckmittel dienten nicht freigegebene Finanzhilfen und eine Kreditrate von 300 Millionen Euro, die Griechenland bis zum Wochenende an den Internationalen Währungsfonds (IWF) überweisen sollte.

Der griechische Premierminister hat trotzdem Grund zu lachen

In den folgenden Tagen wurde dann nicht nur über, sondern auch mit Premierminister Alexis Tsipras geredet. Der hatte sich die Sache nämlich ein bisschen anders vorgestellt. Das Ergebnis des Verhandlungsmarathons: Griechenland muss das Geld, das es nicht hat, am Freitag nicht zahlen.

Stattdessen bündelt der Mittelmeerstaat die Kohle mit weiteren Kreditraten, die er erst recht nicht hat, und zahlt dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bis Ende Juni insgesamt rund 1,5 Milliarden aus EU-Mitteln zurück, die er vielleicht bekommt. So etwas hat bei IWF-Krediten bisher nur ein einziger Pleitekandidat hingekriegt: Sambia.

Bis Ende Juni ist also genug Zeit für weitere, diesmal natürlich allerletzte Angebote. Denn Reformen müssen her, und zwar pronto. Wie sich ein derart konsequentes Handeln auf den Aktienmarkt auswirkt, erkennt ihr am Stand des DAX.

Was war an der Börse los?

Am Montag legte die Aktie der Deutschen Annington (ETR:ANN) (FRA: ANN) fast 6 % zu. Grund für den Hüpfer war der Bericht über das erste Quartal. Der Immobilienkonzern rechnet aus der 4,3 Milliarden Euro teuren Übernahme von Gagfah mit deutlich höheren Einsparungen als bisher erwartet. Allerdings verlor die Aktie das Kursplus im Laufe der Woche wieder und notiert derzeit unter Vorwochenschluss.

Der Dienstag war kein Freudentag für Aktionäre von Daimler (ETR:DAI) (FRA:DAI) und Volkswagen (ETR:VOW) (FRA:VOW), weil enttäuschende Daten zur deutschen Autoindustrie veröffentlicht wurden: Es gab zwischen Januar und Mai zwar mehr Pkw-Neuzulassungen, aber Inlandsproduktion und Exporte waren rückläufig.

Die Aktie von Siemens (ETR:SIE) stand am Mittwoch im Fokus der Marktteilnehmer, weil der Konzern den größten Auftrag seit der Firmengründung eingesackt hat. Für rund 8 Milliarden Euro baut der Konzern in Ägypten drei Gaskraftwerke und bis zu zwölf Windparks. Das ist praktisch, weil man das Zeug hierzulande kaum noch los wird.

Am Donnerstag (Fronleichnam) gab’s miese Stimmung bei E.On (ETR:EOAN) (FRA: EOAN) und RWE (ETR:RWE) (FRA:RWE), denn ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnte für beide Versorger sehr teuer werden. Die Richter haben verkündet, dass die milliardenschwere Atomsteuer für die deutschen Energiekonzerne mit EU-Recht vereinbar ist. Aktionäre des Versandhändlers  Zalando (ETR:ZAL) (FRA:ZAL) profitierten von der Nachricht, dass in der dritten Juniwoche der Lärmpegel im MDAX steigt: Ab dann werden ihre Schreivorglück-Papiere im Index der wichtigsten mittelgroßen Werte gelistet.

Am Freitagvormittag erwischte es wieder die Automobilwerte, weil die Chinesen derzeit lieber Aktien als Autos kaufen: Auf dem größten Automarkt der Welt stiegen die PKW-Auslieferungen im Mai im Jahresvergleich nur um 3,8 Prozent an. Das ist das kleinste jemals im Monat Mai gemessene Plus. BMW (ETR:BMW) (FRA:BMW), Volkswagen  und Daimler verloren überdurchschnittlich.

*Angaben zu Aktienkursen: Stand 13:50 Uhr, 05.06.15

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Aktien von BMW.

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