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Warum Nike-Aktionäre sich über Obamas Handelsdeal freuen

Foto: The Motley Fool

Präsident Obama hat vor Kurzem einen politischen Sieg errungen. Der Senat hat dafür gestimmt, den Gesetzesprozess fortzusetzen, der dem Präsidenten die Befugnis gibt, Handelsabkommen wie die Trans-Pacific Partnership (TPP) abzuschließen. Dieser „Fast-Track“-Gesetzesentwurf (so genannt, weil er dem Präsidenten erlaubt, Handelsabkommen schneller und mit weniger Kongressanhörungen zu schließen) könnte ein Segen für international agierende Unternehmen sein.

Unabhängig von politischen Implikationen wäre das Handelsabkommen sehr lohnenswert für Nike (NYSE:NKE) (FRA:NKE) (ETR:NKE) und seine Aktionäre.

TPP und die Schwarzseher

Das von Obama beworbene Handelsabkommen fördert Freihandel mit niedrigeren Zöllen und geringen Importgebühren für die involvierten Länder. In den USA hat der Deal die Unterstützung in den Lagern beider Parteien, aber auch Gegner – wobei Obamas Demokraten die lautesten TPP-Gegner sind.

Befürworter des Abkommens verweisen auf den positiven Einfluss von freien Produkt-Importen in die USA sowie einfacheren und steigenden internationalen Verkäufen amerikanischer Produkte. Die Gegner befürchten jedoch die negativen Auswirkungen (oder zumindest die Ungewissheit über potenzielle Auswirkungen) in Bezug auf beispielsweise Arbeit- und Umweltfragen.

Präsident Obama versuchte, die Gegner folgendermaßen zu überzeugen: „Was dieses Handelsabkommen leisten würde, ist die Tür zu öffnen für höher qualifizierte und besser bezahlte Jobs der Zukunft – Jobs, in denen wir gut sind.“ Nike stimmt dem zu und hat sogar Geld in diese Vision investiert.

Nike und Obama schließen sich zusammen

Obama und Nike unterstützen den Gesetzesvorschlag und weisen öffentlich auf seine Vorzüge hin. Obama hat in den vergangenen Monaten Nikes Hauptsitzt in Oregon besucht, um darüber aufzuklären, warum TTP gut für US-amerikanische Unternehmen und die US-Wirtschaft ist. Nike ist das perfekte Aushängeschild dieser Initiative, da das Unternehmen ein amerikanisches Produkt herstellt, welches die ganze Welt will und welches international produziert wird, so wie es die US-Konsumenten wollen.

Obwohl Nike in der Vergangenheit Imageprobleme hatte, weil es seine Produktion ins Ausland verlagert hat, kündige das Unternehmen an, es werde in der Lage sein, 10.000 neue Jobs in den USA zu schaffen.

Diese Jobs werden nicht im Bereich Produktion liegen – Nike hat seit 30 Jahren keinen Schuh mehr in den USA produziert und seine Herstellung in 42 Länder auf der ganzen Welt verlagert. Es wird sich hier um höher qualifizierte Jobs handeln.

Was Nike (und US-Konsumenten) von diesem Abkommen hätten

Internationale Verkäufe sind für ca. 54 % von Nikes Gesamteinnahmen verantwortlich. Dieser Wert könnte durch verminderte Handelshemmnisse noch wachsen. Für Nike ist jedoch die wichtigste Folge dieses Freihandelsabkommens nicht zwangsläufig eine Erhöhung internationaler Verkaufszahlen, sondern eine Steigerung der Verkaufszahlen auf dem Heimatmarkt, der mit einem Mal durch geringere Zölle viel profitabler wäre.

Schauen wir uns zum Beispiel Schuhe an. Wenn ein US-Unternehmen in verschiedenen Fabriken auf der Welt Schuhe herstellt und sie dann in die USA liefert, um sie auf dem heimischen Markt zu verkaufen, muss es Einfuhrzölle und Gebühren zahlen. Diese Gebühren können sich auf bis zu 30 % des totalen Werts pro Paar Schuhe, welches beispielsweise in Vietnam hergestellt wurde, belaufen. Durchschnittlich liegen diese Gebühren bei ca. 13 % des Gesamtwerts von Frachtgütern.

TTP würde diese Import-Gebühren verringern oder sogar komplett abschaffen. Das wiederum könnte Nikes Bruttomarge auf Produkte, die in den USA verkauft werden, rasant erhöhen. 2014 lagen die Verkäufe in Nordamerika bei ca. 12,3 Milliarden USD. Sollte sich diese Marge auch nur geringfügig erhöhen, könnte das Nikes Bilanzgewinn dramatisch verbessern.

Nike

Nike könnte bald weiter wachsen. Foto: Nike

Wäre es Zeit, Nike-Aktien zu kaufen?

Nike sieht nach dem letzten Quartal bereits wie eine gute Kaufoption aus, da es einen Nettogewinnanstieg von 16 % im Vergleich zum Vorjahr vorweisen konnte. Das übertraf die Schätzungen von Analysten und war das dritte Quartal in Folge mit zweistelligem Gewinn pro Aktie-Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Internationale Verkaufszahlen, Marktanteil und Margen steigen bereits und dieses Abkommen würde Nikes Einnahmen nur weiter ansteigen lassen.

Nichtsdestotrotz muss der Gesetzesvorschlag noch einige Hürden nehmen. Jetzt, da er durch den Senat ist, wird er noch im Repräsentantenhaus diskutiert und darüber abgestimmt. Dort werden sicher weitere Änderungsvorschläge zu erwarten sein.

Aber der Senatsbeschluss zeigt, dass es klare Unterstützung für weitere Freihandelsabkommen und Zollsenkungen gibt, was bedeutet, dass die Chancen für zukünftig einfachere Importe für Nike gut stehen. Das ist ein weiterer Grund, warum Nikes Perspektiven langfristig gut aussehen.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple und Nike.

Dieser Artikel wurde von Bradley Seth McNew auf Englisch verfasst und am 31.05.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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