MENU

Warum Tesla mehr sein muss als bloß ein Batterie-Unternehmen

Elon Musk hat große Visionen, wie seine Batterien die Energieversorgung auf der Welt verändern können. Ein relativ kleines Fleckchen Land mit Batterien könnte die gesamten USA von fossilen Rohstoffen unabhängig machen. Und damit den Lauf der Menschheit beeinflussen, wie er neulich auf einer Konferenz zum besten gab.

Um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, haben Tesla Motors (NASDAQ:TSLA) (FRA:TL0) (ETR:TL0) jüngst die neuen Produkte Powerwall und Powerpack rausgebracht, ein Resultat eines in den letzten Jahren beständig im Dunklen gewachsenen Batteriemarkts. Aber Musk und Tesla müssen mehr sein als nur ein Unternehmen für Batterien – sonst besteht die Gefahr, dass man ein Nischenprodukt für die High-Tech-Industrie auf den Markt bringt.

Die unbekannte Seite der Energiespeicherung

Powerwall und das Model S. Quelle: Tesla Motors.

Powerwall und das Model S. Quelle: Tesla Motors.

Was in Musks Konferenz nicht richtig zur Sprache kam: Powerwall und Powerpack sind erstmal nur das: Batterien. Besonders die Powerwall benötigt einen Umkehrer, damit das ganze als Energiespeicher im eigenen Heim auch funktioniert. Und das wird 4.000 USD plus Installation kosten. SolarCity (NASDAQ:SCTY) (ETR:0SC) (FRA:0SC) behauptet, dass man die Powerwall inklusive Solarsystem und Umkehrer für 5.000 USD einbauen können – das sollte Aufschluss darüber geben, was so eine einzelne Einheit kostet.

Doch die Einheit ist lediglich so gut wie das Energie-Management-System, das dahinter steckt. Ohne das ist die Tesla-Batterie nämlich nichts als ein teurer Kasten an der Wand.

Wie Unternehmen von Teslas Batterien profitieren können

Die Unternehmen, die derzeit mit Energiespeicherung Geld verdienen, schaffen es, immer niedrigere Preise für Geschäfts- und Industriepartner anzubieten. Anders als private Nutzer, müssen diese nämlich für die Energie zahlen, die sie zu Spitzenzeiten verbrauchen, ganz gleich wie lange diese dauern. Wenn man also diese Spitzenschübe verringert, wenn auch nur für kurze Zeit, dann können dabei beträchtliche Ersparnisse herausspringen.

Und das ist genau das, womit sich Unternehmen wie Stem, Sunverge, AES Energy Storage und SunEdisons (NYSE:SUNE) (ETR:WFR) (FRA:WFR) neuester Zukauf SolarGrid Storage beschäftigen. Allerdings nutzen sie Speichereinheiten, die es frei verfüglich gibt, was sie Tech-unabhängig macht.

Tesla ist deswegen eine Partnerschaft mit EnerNOC (NASDAQ:ENOC) (FRA:EN9) eingegangen. Allerdings würde ich behaupten, dass bei der Partnerschaft EnerNOC mehr zum Nutzen beiträgt, nicht Tesla. Denn EnerNOC könnte mit allen vorhandenen Batteriesystemen funktionieren.

Auf der Seite privater Nutzer nutzt SolarCity die Demand Logic Software um die Energiespeicherung zu kontrollieren. Allerdings gibt es darüber bislang nur wenige Informationen. SunPower (NASDAQ:SPWR) (ETR:S9P) (FRA:S9P) hat sich mit Tendril zusammen geschlossen und hat vor, dass verschiedene Modi den Kunden zur Verfügung gestellt werden – zum Beispiel Optionen, dass man soviel lokal geschöpfte Energie nutzt wie möglich, oder dass man automatisch die zur Zeit günstigste Form der Versorgung nutzt. Dabei kommt der Software eine wichtige Rolle zuteil.

Das Problem mit Teslas derzeitigem Modell

Im derzeitigen Geschäftsmodell ist die Batterie nicht der nötige Wertzuwachs. Es ist lediglich eine nette Dreingabe. Der wahre Clou ist die Software, die Bescheid weiß, wann sie zu laden hat, die außerdem für Ersparnis beim Kunden sorgt.

Und das ist was Unternehmen wie EnerNOC, Stem, SunPower und sogar SolarCity tatsächlich ihren Kunden anbieten – nicht bloß eine Batterie. Für die meisten Geschäfts- und Industriekunden ist es völlig egal, ob auf der Seite das Tesla-Logo prangt; ihnen geht es nur darum, dass sich die Investition rentiert. Und derzeit ist es noch sehr ungewiss, ob Tesla in der Lage ist, darüber hinaus noch einen wertvollen Service anzubieten. Im Privatkundenbereich gibt es wenige Möglichkeiten, wo sich eine wirtschaftliche Rechtfertigung für Energiespeicherung finden lässt.

Das kann nicht alles sein

Ich will gar nicht behaupten, dass Teslas Bewegung in den Bereich der Energiespeicherung nicht gut wäre. Ich bin nur überzeugt, dass sie ihren Kunden mehr bieten müssen. Wenn nicht, hat Tesla das Risiko, dass jemand anderes jene Dienste einführt, die Energiespeicherung tatsächlich wertvoll machen. Außerdem, dass man dann mit Wettbewerbern um Batterie und Preis konkurriert.

Und das kann Elon Musk langfristig nicht wollen. Deswegen erwarte ich weitere Innovationen, Software und Dienste, die den Umsatz anwachsen lassen. Diese Zusätze werden genauso wertvoll sein – wenn nicht noch mehr – wie die Verkündung der Batterie selber.

Ist Tesla Motors es wert zu kaufen?

Wenn du in ein Unternehmen wie Tesla Motors investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid, 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob Tesla wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

The Motley Fool empfiehlt EnerNOC, SolarCity und Tesla Motors. The Motley Fool besitzt Aktien von EnerNOC, SolarCity und Tesla Motors.

Dieser Artikel erschien am 14.5.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool