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Ein Einzelhändler, der in Warren Buffetts Portfolio passen würde

Foto: The Motley Fool.

Warren Buffett hat eines der größten Vermögen der Welt durch langfristige Investitionen in hoch qualitative Unternehmen aufgebaut. Es ist zwar schwierig, Buffetts nächsten Schritt vorauszuahnen, jedoch macht es Sinn, nach Anlagemöglichkeiten zu suchen, die seine Anlagekriterien erfüllen würden. Wenn ein Unternehmen schließlich gut genug für das Orakel von Omaha ist, könnte es die Aktie auch wert sein, einen Platz in deinem Portfolio zu ergattern.

Buffett hält keine Anteile von Starbucks (NASDAQ:SBUX) (FRA:SRB) (ETR:SRB), aber das Unternehmen weist viele Eigenschaften auf, die er bei einer Firma sehr schätzt. Beschäftigen wir uns doch einmal unter Verwendung von Buffetts Gesichtspunkten zur Auslese großartiger Unternehmen näher mit der Aktie des Kaffeeriesen und seinem langfristigen Potenzial.

Warren Buffetts Schlüssel zum erfolgreichen Investieren

Warren Buffett ist nicht nur ein brillanter Anleger, sondern er besitzt zudem die verblüffende Fähigkeit, wichtige Anlagekonzepte auf einfache und gradlinige Weise erklären zu können. Auf die Frage, wie man exzellente Unternehmen erkennt, antwortete Buffet folgendes:

Das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Bewertung eines Unternehmens ist die Preissetzungsmacht. Wenn du in der Lage bist, Preise anzuheben ohne Geschäftsanteile an Konkurrenten zu verlieren, verfügst du über ein ausgezeichnetes Unternehmen. Und wenn du bei einer Preiserhöhung von 10 % bangen musst, dass alles gut geht, läuft dein Unternehmen schrecklich.

Die Preissetzungsmacht ist die Fähigkeit eines Unternehmens, Preise anzuheben ohne allzu viel Umsatzvolumen einzubüßen. Aus finanzieller Sicht hat dieser Faktor einige entscheidende Vorteile. Höhere Preise bedeuten in der Regel höhere Gewinnmargen für das Unternehmen und im Laufe der Zeit höhere Renditen für Anleger.

Die Preissetzungsmacht reflektiert, was vielleicht noch wichtiger ist, die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens. Wettbewerb hält Preiserhöhungen in Schach. Wenn ein Unternehmen Preise zu stark anhebt, wechseln Verbraucher in der Regel zu einem günstigeren Produkt eines Mitstreiters. Unternehmen mit starker Preissetzungsmacht weisen kompetitive Differenzierungsmerkmale auf, was bedeutet, dass Verbraucher das Unternehmen und seine Produkte als einzigartig oder überlegen ansehen und bereit sind, dafür draufzuzahlen.

Um eine Preissetzungsmacht aufzubauen, benötigt man Wettbewerbskraft. Diese kann aus qualitativ höherwertigen Produkten, Markendifferenzierung, technologischer Überlegenheit oder anderen Vorteilen entstehen. Neben der höheren Rentabilität schützen Wettbewerbsvorteile Unternehmen von der Konkurrenz und das senkt das Risiko für Anleger gravierend.

Warum Starbucks in Buffetts Portfolio
 passt

Wenn es um Markendifferenzierung und Preissetzungsmacht geht, steht Starbucks in seiner Branche eindeutig an erster Stelle. Starbucks ist weitaus mehr als nur Kaffee: Das Unternehmen stellt das Kundenerlebnis in der Vordergrund, indem es einen dritten Ort schaffen möchte, der zwischen dem Arbeitsplatz und dem Zuhause liegt und an dem Verbraucher entspannen und das Angebot des Unternehmens in einer angenehmen Umgebung genießen können.

Seine Markendifferenzierung, sein einzigartiger kultureller Fußabdruck und sein Qualitätsimage erlauben Starbucks, einen Preisaufschlag für seine Produkte zu verlangen und Verbraucher scheinen mit dem Angebot des Unternehmens mehr als zufrieden zu sein.

Starbucks ist dabei, ein globales Imperium aufzubauen, das bereits jetzt mehr als 22.000 Filialen rund um den Globus hat und weiterhin rasant wächst. Die meisten Unternehmen haben, wenn sie im Laufe der Zeit größer werden, mit einem verlangsamten Wachstum zu kämpfen, aber Starbucks präsentiert weiterhin außergewöhnliche Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

Der Gesamtumsatz wuchs im letzten Quartal um 18 % auf 4,6 Mrd. USD, während der vergleichbare Umsatz um 7 % zunahm, was auf einen Anstieg der Transaktionsanzahl um 3 % und des durchschnittlichen Einkaufsvolumens um 4 % zurückzuführen ist. Entscheidend ist, dass Starbucks mehrere Methoden hat, Verbraucher dazu zu bringen, in seinen Starbucks-Geschäften mehr Geld auszugeben, selbst wenn Preise bestehender Produkte nicht erhöht werden. Das Unternehmen hat auf dem amerikanischen Doppelkontinent im letzten Quartal neue Premiumprodukte wie den Flat White, Reserve und Cold Brew eingeführt und dies hat das durchschnittliche Einkaufsvolumen in dieser Region um 5 % erhöht. Bei der Preissetzungsmacht geht es nicht nur darum, Preise im Laufe der Zeit anzuheben. Starbucks lässt in Sachen Preissetzung seine Muskeln durch die Einführung von Produktinnovationen, deren Preise sich im obersten Preisspektrum einpendeln, spielen.

Neben den Preisaufschlägen glänzt Starbucks mit vergleichbaren Umsatzzahlen seiner Geschäfte um mehr als 5 % für das 21.Quartal in Folge, was für ein Unternehmen dieses Ausmaßes etwas Außergewöhnliches ist. Laut CEO Howard Schultz „schafft es kein anderer globaler Einzelhändler von vergleichbarer Größe oder Anzahl der Filialen, nicht einmal annähernd solche beständigen Unternehmensleistungsdaten vorzuweisen.“

Auch die Kundenloyalität ist stärker denn je. Starbucks beendete das vergangene Quartal mit mehr als 10 Mio. aktiven Mitgliedern seines „My Starbucks Rewards“-Programms. Das Unternehmen verzeichnete im letzten Quartal wöchentlich mehr als 8 Mio. über das Mobiltelefon durchgeführte Zahlungen und verbuchte in Nordamerika Kreditkartenzahlungen in Höhe von 1,1 Mrd. USD, was einem jährlichen Zuwachs von 19 % entspricht.

Dank seiner Umsatzrelevanz und verbesserter Wirtschaftlichkeit steigen Gewinnmargen immer weiter. Währenddessen betrug Starbucks operative Marge 17 % seines Umsatzes, während es in der gleichen Periode im Vorjahr 16,6 % waren. Rasant wachsender Umsatz und eine extrem solide Rentabilität spielen Starbucks-Anleger in den kommenden Jahren in die Karten.

Das Management peilt an, bis 2019 einen jährlichen Umsatz von 30 Mrd. USD zu erzielen. In Anbetracht der 16 Mrd. umgesetzten Dollar im Geschäftsjahr 2014 ist dies ein aggressives Wachstumsziel. Zwar ist der Plan sicherlich ehrgeizig, wenn man sich jedoch Starbucks grundlegenden Stärken und Geschäftsergebnisse vor Augen hält, wirkt er aber gar nicht so abwegig.

Warren Buffett liebt Unternehmen mit konkurrenzfähiger und überlegener Preissetzungsmacht und Starbucks sticht in diesem Bereich heraus. Aus diesem Grund verdient das globale Kaffee-Kraftwerk einen Platz in Buffetts Portfolio.

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The Motley Fool empfiehlt Apple und Starbucks. The Motley Fool hält Aktien von Apple und Starbucks.

Dieser Artikel wurde von Andrés Cardenal auf Englisch verfasst und am 12.05.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können

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