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Ein amerikanischer Basketball-Superstar geht pleite: 3 zeitlose Lektionen im Umgang mit Geld

Armer Allen Iverson: Der Basketball-Superstar, der es 11 Mal in das All-Star-Team der amerikanischen Basketball-Liga NBA schaffte und während seiner Karriere in 15 Saisons über 154 Mio. USD verdiente, steckt Berichten zufolge in großen finanziellen Schwierigkeiten. Wie hat einer der besten Spieler der NBA so viel Geld in solch kurzer Zeit verprasst?

Hier sind die Hauptgründe, weshalb Iverson die Kontrolle über seine Finanzen verloren hat und die Lektionen, die wir aus seinen Fehlern lernen können.

Quelle: Keith Allison, Flickr

Quelle: Keith Allison, Flickr

Lebe innerhalb deiner Mittel

Angeblich gehen über 60 % der NBA-Spieler innerhalb von fünf Jahren nach Beendigung ihrer Karriere pleite. Iverson hing seine Schuhe 2010 an den Nagel und das erwähnte Schicksal holte ihn schnell ein.

Während seiner Glanzzeiten hatte Iverson teure Vorlieben. Laut TMZ gab er jeden Monat 10.000 USD für Kleider, 10.000 USD für Lebensmittel und Haushaltsartikel, 10.000 USD für Entertainment und Restaurantbesuche und 1.000 USD für Wäschereinigung aus. Aber das war nur die Spitze des Eisbergs – ein Gerichtsschreiben aus dem Jahre 2012 sprach davon, dass Iverson jeden Monat 360.000 USD verprasste, wovon 126.000 USD zu Gunsten zahlreicher Gläubiger und Hypotheken gingen. Zu dieser Zeit verdiente er noch immer jährlich 750.000 USD mit Werbeverträgen, aber das war nicht genug, um seine überzogenen Ausgaben zu decken.

Daraus lernen wir, dass jeder – selbst der bestbezahlte Superstar – innerhalb seiner Verhältnisse leben sollte. Mit einem Einkommen von 750.000 USD gehörst du sicherlich zu den Spitzenverdienern, aber selbst so hohe Einnahmen können mit leichtfertigen Anschaffungen schnell aufgebraucht werden. In den ersten Jahren seiner Karriere genoss Iverson seinen verdienten Erfolg, aber einige seiner exzessivsten Luxusanschaffungen, einschließlich mehrere Multimillionen-Dollar-Anwesen, haben seine finanzielle Schieflage nur verschlimmert.

Dinge kaufen contra Investitionen tätigen

Iverson liebte es, teuren Schmuck, exotische Autos und Designerkleidung zu kaufen. Aber all diese Dinge verlieren mit der Zeit an Wert.

Hochwertiger Edelschmuck wird im Vergleich zu handelsüblichen Marken, welche die gleichen Edelmetalle und Edelsteine enthalten, gegen hohen Aufpreis verkauft. Autos verlieren in dem Moment an Wert, in dem sie die Garage des Händlers verlassen. Gebrauchte Kleidungsstücke – sogar Luxus-Designermarken – sind nur einen Bruchteil ihres Neupreises wert.

In Anbetracht der nur sehr kurzen Karrieredauer der meisten Profisportler, hätte Iverson einen nur kleinen Teil seines Einkommens anlegen können, um für seine Zukunft zu planen. Neben den viele Investitionsvehikeln, die Superstars wie Iverson zur Verfügung stehen, hätte er bereits mit einer einfachen Investition, wie beispielsweise in einen S&P-500-Indexfond, ausgesorgt – wirf einfach einen Blick darauf, wie sich der breite Markt während seiner Karriere (1996 bis 2010) und darüber hinaus entwickelt hat:

Quelle: YCharts.

Quelle: YCharts.

Und sicherlich hätte er auch die nötige Risikobereitschaft mitgebracht, um sich sein eigenes Aktienportfolio zu erstellen – Berichten zufolge verzockte Iverson 1 Million USD in nur einer Nacht in einem Casino in Atlantic City.

Vermögensverwalter sind nicht die Antwort

Heute ist es einfach zu sagen, dass Iverson besser dran wäre, wenn er Experten beauftragt hätte, sich um seine Finanzen zu kümmern. Obwohl sie sicherlich im Vergleich zu einem Casino die bessere Wahl sind, sind Vermögensverwalter nicht immer die besten Anleger. Sie arbeiten so häufig mit Profisportlern zusammen, dass die Amerikanische Footballliga NFL Regeln für „Liga zugelassene“ Vermögensverwalter eingeführt hat. Laut der New York Times nehmen jedoch nur ungefähr 50 % der NFL-Spieler die Dienste dieser Vermögensverwalter in Anspruch. Die NBA hat ähnliche Anforderungen noch nicht durchgesetzt, jedoch wurde 1986 das sogenannte „Rookie Transition Program“ eingeführt, das Spielern dabei helfen soll, bessere Geldentscheidungen zu treffen.

Zu seiner Blütezeit hätte Iverson locker die heftigen Gebühren und Provisionen der besten Vermögensverwalter bezahlen können, aber für den normalen Anleger ist es das Beste, in die eigene Weiterbildung zu investieren: Man sollte lernen, wie Märkte funktionieren, wie man Unternehmen bewertet und wie man ein Portfolio erstellt, das dabei helfen kann, langfristige finanzielle Ziele zu erreichen. Hier bei The Motley Fool glauben wir, dass jeder – unabhängig seines Bildungsniveaus – lernen kann, wie man sein Geld ohne die Hilfe professioneller Vermögensverwalter selbst anlegen kann.

Für Iverson ist noch nicht aller Tage Abend

Trotz all dieser Probleme hat die Geschichte doch noch etwas Versöhnliches. Das Unternehmen Reebok, das mit Iverson einen Ausrüstungsvertrag auf Lebenszeit abgeschlossen hat, hat für ihn einen Treuhandfond in Höhe von 30 Mio. USD für „schlechte Zeiten“ beiseite gelegt. Iverson wird davon bis zum Jahre 2030 keinen Pfennig sehen, jedoch ist er dann für seine goldenen Jahre finanziell gut ausgestattet.

Vermutlich werden die meisten von uns nicht in den Genuss solcher unerwarteter Geschenke von Gönnern kommen und gerade deshalb ist es so wichtig, für die Zukunft zu planen, insbesondere für Zeiten des Ruhestands, in denen nur verringerte Einnahmen zur Verfügung stehen.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien. Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 12.05.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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