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Kannst du dich auf weiteres Nordex Umsatzwachstum verlassen?

Foto: Nordex.

Nordex (ETR:NDX1)(FRA:NDX1) hat im Jahr 2014 fast zwei Milliarden Euro Umsatz angehäuft. Wie hat die Firma das geschafft? Und noch wichtiger, was können Anleger zukünftig erwarten?

Um diese Fragen zu beantworten müssen wir hinter die Zahlen blicken. Sicher, 1,7 Milliarden Euro Umsatz klingt gut, besonders wenn man berücksichtigt, dass es um ein Wachstum von 21 % im Vergleich zum Vorjahr geht. Aber um herauszufinden, was dies für uns Investoren bedeutet, müssen wir erst verstehen, woher dieser Umsatz kommt.

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Es war nicht einfach

Wie man aus der Grafik sieht hatte Nordex – aufgrund der Finanzkrise und der weltweiten Produktions-Überkapazitäten – 2010-2011 eine schwierige Periode. Die Firma hat sich jedoch im Jahr 2012 gut erholt und hat seitdem ein starkes Wachstum hinter sich. Der Umsatz ist zwischen 2011 und 2014 jährlich im Durchschnitt um 23 % gestiegen und während dieser Periode hat das Unternehmen seinen globalen Marktanteil von 2,4 % auf 2,9 % erhöht – gemessen in installierter Leistung (Nordex hat im vergangenen Jahr 1,7 GW installiert).

nordex umsatzwachstum

Quelle: Nordex Jahresberichte

Dieses Wachstum ist noch beeindruckender wenn man berücksichtigt, dass die „Europa, Nahost und Afrika“ (EMEA) Region – mit 80 % der installierten Leistung und 84 % des Umsatzes – immer noch der Hauptmarkt der Firma ist. Europa ist der weltweit zweitgrößte Markt für Windenergie nach China: Von der weltweit installierten 51 GW Leistung im Jahr 2014 wurden 13 GW in Europa installiert. Der europäische Markt wächst aber nicht so schnell wie jener in anderen Regionen, wie zum Beispiel Asien oder Latein-Amerika. Nordex musste also noch mehr Marktanteil in Europa gewinnen, um seinen globalen Marktanteil erhöhen zu können. Und tatsächlich: Zwischen 2011 und 2014 hat die Firma ihren europäischen Marktanteil von 6,7 % auf 8,4 % erhöht. Wenn man den Offshore-Bereich, wo Nordex keinen Marktauftritt hat, ausschließt, hatte die Firma im letzten Jahr einen Marktanteil von über 10 % in der EMEA-Region.

Quelle: Nordex Jahresberichte

Als Teil der Restrukturierung 2011-2012 hat das Unternehmen seine Marktpräsenz in zwei zentralen Märkten – in China und in den USA – absichtlich reduziert. China ist ein Riesenmarkt: im Jahr 2014 war 45 % der weltweit installierten Leistung, oder 23 GW, in China angeschlossen. Es ist aber ein extrem schwieriger Markt für ausländische Gesellschaften und chinesische Unternehmen beherrschen den Markt mit einem Anteil von über 90 %. Die USA haben ein anderes Problem: unsichere Richtlinien, denen zufolge es große Schwankungen bei der installierten Leistung von einem Jahr zum nächsten gibt, und dies setzt kleinere Firmen wie Nordex unter großen Betriebsdruck.

Der Umsatz des Service-Bereiches hat sich auch wesentlich erhöht, von EUR 95 Millionen im Jahr 2011 auf EUR 166 Millionen im Jahr 2014. Der Bestand für Service-Aufträge ist ebenfalls um 23 % auf ein Rekordniveau von EUR 771 Millionen gestiegen. Nordex hatte eine Vertragserneuerungsrate von 90 % bei den im Jahr 2014 abgelaufenen langfristigen Serviceverträgen. Die Kunden sind offensichtlich zufrieden mit diesen Verträgen und das ist keine Überraschung: Mit einer Verfügbarkeit von 97,9 % wird die ungeplante Stillstandszeit der Windanlagen damit auf ein Minimum reduziert.

Die Vertriebsaussicht ist vielversprechend

Nordex rechnet mit weiterem Umsatzwachstum. Beim Kapitalmarkttag im September 2014 hat die Firma einen Umsatz von zwei Milliarden Euro erst für das Jahr 2017 geplant, aber nach einem starken Abschluss des Vorjahres hat das Unternehmen seine Umsatzziele nach oben korrigiert und laut den aktuellsten Hochrechnungen kann ein Umsatz von EUR 1,9-2,1 Milliarden schon in diesem Jahr erreicht werden. Es gibt mehrere Gründe für diesen Optimismus: Im Anlagengeschäft gab es ein Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatz (Book-to-Bill Quotient) von 1,13 – die Anlagenaufträge sind also 13 % schneller gewachsen als der Umsatz und diese „Auftragsüberhänge” sind die Basis für zukünftige Umsätze. Gleichzeitig sollte der Service-Bereich basierend auf dem starken Auftragsbestand weiterhin eine zweistellige Wachstumsrate aufweisen.

Ein geographisches Wachstum ist auch nicht ausgeschlossen: Obwohl die Firma sich auf ihre bestehenden Märkte konzentrieren will, prüft sie auch mögliche Eintritte in ein paar Länder mit starkem Wachstum. Im Jahr 2014 hatte die Firma zum Beispiel Pakistan (100 MW installiert) und Uruguay (67 MW) im Visier. Mögliche Eintritte im Jahr 2015 sind Saudi-Arabien und Holland.

Nichtsdestotrotz, laut der Kapitalmarkttag-Präsentation will Nordex nicht zu schnell wachsen: Nachdem die Firma das kritische Umsatzvolumen erreicht hat, um profitabel zu sein, fängt sie mit Phase 2 des Turnarounds an und fokussiert dabei auf Verbesserungen der Profitabilität und des Cashflows.

Also – wie profitabel ist Nordex? Ich werde dieser Frage in einem nächsten Artikel nachgehen, also bleib dran bei Fool.de.

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Miklos Szekely besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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