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Ist dies der Grund, weshalb The Street weiterhin an Gilead Sciences zweifelt?

Foto: Pixabay, PublicDomainPictures

Gilead Sciences (NASDAQ:GILD) (FRA:GIS) hat letzte Woche ein weiteres Mal atemberaubende Quartalszahlen mit einem Gesamtumsatz vermeldet, der um 52 % gegenüber dem Vorjahr in die Höhe geschossen ist:

Ein Anstieg des ersten Quartals 2015 gegenüber dem Vorjahr um 52%
Quelle: Gilead Sciences.

Quelle: Gilead Sciences.

Nicht gerade überraschend ist der Großteil des Wachstums auf die Hepatitis-C-Lizenzen von Harvoni und Sovaldi zurückzuführen, die in der dreimonatigen Periode einen Umsatz von 4,55 Mrd. USD generierten.

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Trotz einiger aufeinanderfolgender Quartale, in denen Prognosen von The Streets regelrecht zerschmettert wurden, ist Gileads Aktienkurs insgesamt in einer boomenden Biotechnologie hinter den Erwartungen zurückgeblieben:

Ein angeschlagener Aktienkurs und verbesserte Grundstrukturen haben so Gilead in eine der größten und absolut billigsten Biopharma-Aktien verwandelt. Dies verdeutlicht der 12-monatige Kurs-Gewinn-Verlauf des Unternehmens im Verhältnis zu seinen Mitstreitern:

Warum versieht The Street in Anbetracht des ausgesprochen aussichtsreichen Wachstumsprofils Gilead also mit solch einer vorsichtigen Bewertung?

Ich glaube, dass die Dynamik des Hepatitis-C-Markts (Gileads größte Einnahmequelle) die Erkenntnis zum Vorschein gebracht hat, dass das Umsatzwachstum des Unternehmens in keiner direkten Verbindung zu seinem Aktienkurs steht. Hier ist warum.

Der Hepatitis-C-Markt könnte auf lange Sicht gesehen an Substanz verlieren

Weltweit taumelt die Anzahl der Hepatitis-C-Infektionen etwas. Eine jüngste vorsichtige Schätzung ging davon aus, dass zurzeit etwa 80 Mio. Menschen rund um den Globus von Hepatitis-C betroffen sind.

Mutigere Schätzungen gehen auf der anderen Seite von bis zu 185 Mio. Erkrankten aus. Der Punkt ist, dass Hepatitis-C zweifelsfrei einen großen und unterversorgten Markt darstellt. Jedoch befindet sich aus wirtschaftlicher Sicht der Großteil des Werts des Hepatitis-C-Marktes in Märkten wie der EU oder den U.S.A., wo Infektionsraten seit Jahrzehnten drastisch abnehmen.

Aufgrund verbesserter Screening-Verfahren bei Bluttransfusionen seit den Neunzigern und der jüngsten Einführung von effektiven neuen Behandlungsmethoden wie mit Sovaldi/Harvoni könnten diese wichtigen Märkte im nächsten Jahrzehnt verschwinden und Zweifel an der Langlebigkeit dieser beiden Märkte bezüglich ihrer Wertschöpfung wecken. Einfach ausgedrückt erleben wir eventuell jetzt gerade den Höhepunkt von Gildas Hepatits-C-Lizenzgeschäft – zumindest ist es das, was der Markt scheinbar basierend auf Gileads taumelnden, niedrigen Aktienkurs voraussagt.

Wie geht es weiter?

Wenn man Biotech- und Biopharma-Aktien lange genug beobachtet, wird man mit großer Sicherheit zu der Erkenntnis kommen, dass die Unternehmen, die großen Wert auf Onkologie legen, die größten Prämien aufweisen. Celegne hat beispielsweise eine P/E-Ratio von fast 40 vorzuweisen.

Und dann gibt es all die Onkologie-Spezialisten im klinischen Stadium wie Kite Pharma, Juno Therapeutics und viele andere, die zu unfassbaren Kursen gehandelt werden, wenn man sich ihre Aussichten einer Einführung eines tatsächlichen Medikaments vor Augen hält.

Die Spitzenreiter in Sachen Infektionskrankheiten wie Gilead werden im Gegensatz dazu nur selten zu spektakulären Kursen gehandelt.

Worin liegt der Unterschied? Der traurige Punkt ist, dass die Anzahl der Krebserkrankungen weltweit weiter zunimmt und es höchst unwahrscheinlich ist, dass ein neues Medikament oder neue Behandlungsmethoden diesen Trend stoppen können. Sovaldi und andere Medikamente sind jedoch selbst ihr größter Feind, da sie ihren eigenen Markt durch eine effektive Heilung von Krankheiten zerstören.

Deshalb beginne ich zu glauben, dass Gilead seine Onkologie-Sparte durch eine baldige Übernahme ausbauen könnte. Während es viele Spekulationen darüber gibt, dass Biotech-Unternehmen, die entweder Hepatitis-C oder HiV-Behandlungsmöglichkeiten entwickeln, weiterhin boomen werden, denke ich, dass Anleger ihre Sicht der Dinge etwas erweitern und auch den Krebsmedikamentenherstellern Beachtung schenken sollten. Schließlich hat Gilead bereits mit der Entwicklung von Zydelig Interesse an Onkologie-Medikamenten gezeigt. Und das könnte nur der Anfang sein.

Welche Unternehmen könnte Gilead im Auge haben? Neben im Privatbesitz befindlichen Unternehmen, die zurzeit wahrscheinlich die attraktiveren Bewertungen aufweisen, denke ich, dass Ariad Pharmaceuticals und Seattle Genetics zwei realisierbare Möglichkeiten unter den öffentlich gehandelten Unternehmen sind.

Meine Vermutung stützt auf ihren jeweiligen Aussichten ihrer robusten klinischen Sparten, die zusammen mit der angemessenen Marktkapitalisierung wertvolle Hinweise liefern. Gilead könnte die Übernahme der Firmen mit seinen liquiden Mitteln begleichen und hätte dann immer noch genug über, um weitere Firmen zu akquirieren. Beide Unternehmen wären eine recht risikofreie Anlage, die Gileads junge Biotech-Krebssparte deutlich erweitern und aufwerten würden.

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The Motley Fool empfiehlt Celgene, Gilead Sciences und Seattle Genetics. The Motley Fool hält Aktien von Gilead Sciences. Dieser Artikel wurde von George Budwell auf Englisch verfasst und am 05.05.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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