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4 DAX Aktien, die Warren Buffett kaufen könnte

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Dieser Artikel ist ein Auszug des Newsletters von The Motley Fool, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Der beste Beschreibung der Szene in Omaha, Nebraska am Morgen der Berkshire Hathaway (ETR:BRH) Jahreshauptversammlung ist: Ein verrücktes Gedränge.

Der berühmte Anleger Warren Buffett beginnt seinen Tag mit einem Spaziergang durch die Ausstellungshalle des CenturyLink Center in Omaha Mitte. Medien und Berkshire Aktionäre belästigen ihn sofort. Alle kämpften darum, dem „Oracle of Omaha“ möglichst nahe zu kommen.

Und ich war einer davon.

Was wollte ich wissen? Das ist einfach: Herausfinden, was Buffett über Deutschland denkt.

„Herr Buffett“, sagte ich (natürlich auf Englisch). „Sie haben jetzt den Code in Deutschland geknackt. Was kommt als nächstes?“

„Wir haben gerade die Louis Übernahme abgeschlossen“, antwortete er bezüglich der Berkshire-Übernahme des Motorradvertriebs Detlev Louis. „Ich habe seitdem viele Anrufe von Unternehmen bekommen, die sich selbst verkaufen möchten. Aber bisher war nichts dabei, das richtig zu Berkshire passt.“

Es gab aber noch mehr zu erfahren.

Später, in der Frage-Antwort-Runde, war Buffett sogar noch direkter und sagte: „Ich wage eine Prognose. Ich prognostiziere, dass Berkshire in den nächsten fünf Jahren ein weiteres Unternehmen in Deutschland kaufen wird.“

Wow.

Aber…

Es wird höchste Zeit, Herr Buffett

Jetzt denkt Buffett, dass er den Code in Deutschland geknackt hat. Und damit begeistert ihn und Charlie Munger die Möglichkeit, noch mehr in Deutschland zu kaufen. Aber warum hat das so lange gedauert?

Etwas, das wir über Buffett wissen ist, dass er gerne in starke Marken investiert.

Coca-Cola, IBM, American Express, Procter & Gamble, Goldman Sachs… diese Marken gehören zu den stärksten der Welt und sind auch Aktien in Berkshires Portfolio.

Und es wundert auch niemanden, dass Buffett ein so großes Interesse an starken Marken hat. Starke Marken tun im Laufe der Zeit viel für Anleger, einschließlich der Absicherung gegen Inflation durch ihren Wettbewerbsvorteil.

Doch… Daimler (ETR:DAI) (Mercedes-Benz), BMW  (ETR:BMW), Deutsche Post (DHL), Volkswagen (ETR:VOW) (Volkswagen und Audi), Allianz, Hugo Boss, und viele weitere… diese Marken gehören ebenfalls zu den stärksten der Welt – und das sind deutsche Marken.

Also kein Wunder, dass Buffett ein so großes Interesse an Deutschland zeigt.

Wonach wird Herr Buffett Ausschau halten?

Auf Fool.de habe ich schon geschrieben, dass wir Buffetts „Kauf-Kriterien“ in seinem Aktionärsbrief nachschlagen können, um sie auf börsennotierte Unternehmen anzuwenden. Da hätten wir die folgenden fünf Punkte, die Unternehmen erfüllen sollen:

  1. Nachweislich beständig gute Einnahmen (Prognosen sind für uns kein wichtiger Indikator, genauso wenig wie „Turnarounds“),
  2. Unternehmen, die eine solide Eigenkapitalrendite aufweisen und dabei keine oder nur wenig Schulden haben,
  3. Bereits ein Management-Team haben (kann nicht von uns gestellt werden),
  4. Geschäftsmodelle, die wir begreifen,
  5. Ein vernünftiger Preis.

Also was passiert, wenn wir diese Kriterien auf den DAX anwenden? Um das herauszufinden habe ich einen Aktien-Screen mit den folgenden Kriterien durchgeführt:

  1. Positive Gewinne für die letzten drei Jahre.
  2. Eine Eigenkapitalrendite in den letzten 12 Monaten von 12 % oder mehr.
  3. Ein EBIT-Zinsaufwand-Verhältnis von höher als 5.
  4. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 20.

Folgendes kam als Ergebnis des Screens heraus:

Unternehmen KGV Eigenkapitalrendite EBIT / Zinsaufwand
Deutsche Börse (ETR:DB1) 17,9 20,5 % 12,2
Deutsche Post (ETR:DPW) 17,7 22,2 % 18,1
Continental (ETR:CON) 17,5 24,2 % 17,4
Siemens (ETR:SIE) 16,3 16,7 % 12,5
BMW 12,1 15,9 % 22,4
Daimler 11,6 18,3 % 29,4
Volkswagen 9,9 13,1 % 6,6

Quelle: Capital IQ vom 7.5.2015. Alle Zahlen beziehen sich auf die letzten 12 Monate.

Natürlich sind das nur Unternehmen aus dem DAX und Buffett wird in Deutschland noch viel mehr Unternehmen zur Auswahl haben – einschließlich nicht-börsennotierter Unternehmen. Doch ich wäre gar nicht überrascht, wenn er eines oder ein paar Unternehmen aus dieser Liste kaufen wird. Besonders nicht, wenn es sich dabei um Conti, BMW, Daimler oder Volkswagen handelte.

Denn Buffett hat nicht nur ein Faible für starke Marken, wie ich oben erwähnt hatte, sondern seit kurzem auch für Automobilunternehmen. Berkshire hat erst in diesem Jahr die Van Tuyl Group – eine Gruppe, die im Automobilvertrieb tätig ist –, in den USA gekauft und Buffett sagte, dass er daran interessiert ist, noch mehr Autohäuser ins Portfolio aufzunehmen. Und obwohl das deutsche Unternehmen Louis nun Motorräder vertreibt, irgendwie passt das zum Auto-Thema.

Also können wir sagen, dass es absolut Sinn machen würde, wenn Buffett nach Deutschland – dem Zuhause von einigen der besten Auto- und Autoteilehersteller der Welt — käme und hier sein Auto-Thema vorantreiben würde.

Buffett könnte , aber wird er?

Es kann Spaß machen zu versuchen, Buffetts nächsten Kauf vorherzusagen. Aber wir müssen uns daran erinnern, dass es nur ein Spiel ist. Obwohl ich glaube, dass alle vier oben genannten Unternehmen sinnvolle Käufe für Buffett wären, ist es nicht gerade wahrscheinlich, dass er gleich alle vier kauft.

Trotzdem kann uns das Spiel nutzen. Wir sind offensichtlich nicht Buffett, aber wir können uns in ihn hineinversetzen und versuchen wie er zu denken.

Und wenn ich auf die ganze Liste oben schaue, dann glaube ich zwar nicht, dass es eine Liste von Unternehmen ist, die wir jetzt einfach schnell kaufen können. Allerdings ist es eine Liste von guten Unternehmen, die einen zweiten Blick durchaus verdient haben.

Warren Buffett kommt nach Deutschland - Gut, dass du schon hier bist!

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Matt besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und Goldman Sachs. The Motley Fool empfiehlt BMW, American Express, Berkshire Hathaway, Coca-Cola, Goldman Sachs und Procter & Gamble. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und International Business Machines besitzt die folgende Options: Long Januar 2016 $37 Calls auf Coca-Cola und Short Januar 2016 $37 Puts auf Coca-Cola.

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