MENU

15 Dinge, die du von Berkshire Hathaways Jahrestreffen an diesem Wochenende erwarten solltest

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Samstag ist der Tag. Genau der Tag.

Stimmt, ich spreche vom Jahrestreffen von Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-A) (NYSE:BRK-B) (ETR:BRH), zu dem Zehntausende Investoren nach Omaha pilgern, um zu hören, was der CEO Warren Buffett und sein brillanter Kopilot Charlie Munger über Berkshire, die Wirtschaft, den Aktienmarkt und über alles andere unter der Sonne zu sagen haben.

Es gibt verschiedene Dinge, die Beobachter von Buffett jedes Jahr von dem Treffen erwarten können. Allerdings ist jedes Jahrestreffen ein wenig anders. Dieses Jahr verspricht, besonders denkwürdig zu werden, da es der 50. Jahrestag von Buffett und Munger an der Spitze von Berkshire ist.

Was genau sollten wir also von der diesjährigen Ausgabe des Woodstock-Festivals für Kapitalisten erwarten? Schauen wir mal:

1. Was denken Sie über den Aktienmarkt?

Ich vermute, dass diese Frage in dieser Form nicht gestellt wird. Aber es wird einige Fragen in der langen Fragesession mit Buffett und Munger geben, die den Blick auf den gegenwärtigen Zustand des Aktienmarktes lenken. Wir können erwarten, dass ein Teil der Antwort aus traditionellen Weisheiten besteht, die betonen, dass die Investoren einen Teil eines Unternehmens kaufen (nicht ein Stück Papier), dass langfristiger Besitz der richtige Weg ist und, dass preiswerte Index-Fonds für viele Investoren das Beste sind.

Quelle: Fortune Live Media via Flickr

Quelle: Fortune Live Media via Flickr

Aber dies wird nicht die normale Sprechweise des Jahrestreffens sein. Sei also nicht überrascht, wenn Buffett und Munger direkte Sichtweisen auf den Zustand des Marktes wiedergeben. In dem Brief von Berkshire aus dem Jahre 1999 sagte Buffett sehr deutlich, dass die Bewertungen aufgeblasen sind.

„Unsere Vorbehalte gegenüber dem Preis von Wertpapieren, die wir halten, gilt auch für das allgemeine Niveau der Aktienpreise. Wir haben niemals versucht, vorherzusagen, was der Aktienmarkt im kommenden Monat oder Jahr tun wird. Wir werden auch nicht versuchen, dies jetzt zu tun. Wie ich in dem beigefügten Artikel gezeigt habe, scheinen Aktieninvestoren gegenwärtig sehr optimistisch in ihren Erwartungen über zukünftige Gewinne.“

In dem Brief von 2008 machte er gleichermaßen deutlich, welche Schnäppchen er und Charlie sehen:

„Der Marktwert der Anleihen und Aktien, die wir halten, erlitt gemeinsam mit dem allgemeinen Markt einen deutlichen Abstieg. Dies besorgt weder Charlie noch mich. Tatsächlich mögen wir solche Preisrutsche, wenn wir die finanziellen Mittel zur Verfügung haben, um unsere Aktienanteile zu erhöhen. Vor langer Zeit lehrte Graham Bell mich: „der Preis ist, was du bezahlst, Wert ist, was du bekommst“. Es spielt keine Rolle, ob wir über Aktien oder Socken sprechen. Ich kaufe gern Qualität, wenn sie günstig ist.“

2. Was soll die neue Zahl?

Buffett und Mungers Benchmark der Wahl ist seit vielen Jahren die Änderung des Buchwerts pro Aktie im Vergleich zur jährlichen Veränderung des S&P 500-Index. Dieses Jahr erschien eine neue Zahl auf der ersten Seite des Briefes von Berkshire: die Preisveränderung der Berkshire-Aktie im Vergleich zum Vorjahr.

Allerdings sollte dies nicht allzu überraschend sein. Buffett und Munger (mehr Munger) haben erklärt, dass die sich ändernde Natur von Berkshires Geschäft, weg von Versicherungen hin zu einem diversifizierten Konglomerat, den Buchwert pro Aktie weniger aussagekräftig macht.

In dem Brief von diesem Jahr bemerkte Buffett:

„Lassen Sie mich betonen, dass die Marktpreise ihre Grenzen in der kurzen Frist haben. Monatliche oder jährliche Bewegungen von Aktien sind häufig launisch und zeigen keine Änderungen des intrinsischen Wertes. Im Laufe der Zeit konvergieren die Aktienpreise und der intrinsische Wert jedoch.“

Geht man nach dem klassischen Benchmark, lief Berkshire in fünf der letzten sechs Jahre unterdurchschnittlich. Ich wäre überrascht, wenn niemand versucht, das Duo abzusetzen, da das Timing aufgrund des neuen Leistungseinbruchs passend scheint.

3. Du hast was bei Berkshire gekauft?

img_9323_large

Eine Sache, die Berkshire-Investoren, die dem Treffen beiwohnen, jedes Jahr erwarten können, ist eine Fülle von Produkten der Tochtergesellschaften. Diese reichen von Dairy Queen Dilly Bars bis hin zu NetJets Privatflugzeug-Leasingangeboten. Hier kannst du lesen, was Buffett über den letzten Berkshire-Jahrmarkt sagte:

„Letztes Jahr hast du deinen Teil als Käufer beigetragen und die meisten unserer Geschäfte zeigten Rekordverkäufe während der neunstündigen Periode am Samstag. Wir haben 1.385 Paar Justin Boots (alle 23 Sekunden ein Paar), 13.440 Pfund von See’s Süßigkeiten, 7.276 Paar Arbeitshandschuhe von Wells Lamont und 10.000 Flaschen Heinz Ketchup verkauft.“

Mein persönliches Ziel ist es, etwas zu kaufen, wovon meine Frau sagt: “Du hast was, bei Berkshire gekauft?“

4. Kraft…

Buffett liebt seine “Elefantenjagd” und er hat vergangenen März einen erlegt. Berkshire tat sich erneut mit dem brasilianischen Private-Equity-Unternehmen 3G Capital zusammen und kaufte Kraft Foods für rund 50 Milliarden USD. Der Economist war nicht ganz überzeugt von dem Geschäft und schrieb:

„Warren Buffett sagt, dass er Unternehmen kauft, die leicht zu verstehen sind und gut laufen. Sein letztes Geschäft, die 50 Milliarden USD teure Übernahme von Kraft Foods, die am 25. März bekannt gegeben wurde, besteht jedoch nur einen der Tests.“

Der Artikel sagt, dass Krafts Geschäftsmodell zwar einfach zu verstehen ist, aber seine gegenwärtige Leistung nicht gerade gut schmeckt.

Mein Mit-Fool Alex Dumortier war nicht so pessimistisch. Er bemerkte den unglaublichen Erfolg, den 3G bereits mit der letzten gemeinsamen Übernahme, H.J. Heinz, hatte. Um fair zu bleiben, muss man sagen, dass der Economist schrieb, dass 3G „fast ein Orakel für die Konsumgüterindustrie“ sei.

Der Preis für Kraft war nicht besonders billig und das Geschäft blüht nicht. Eine Frage dazu wird sicherlich kommen.

5. “Dem habe ich nichts hinzuzufügen”

Charlie Munger ist berühmt dafür, knapp anzumerken, “dem habe ich nichts hinzuzufügen”, wenn er nichts mehr hinzuzufügen hat. In unserem Livechat lassen wir dich wissen, wenn Munger diesen berühmten Satz sagt.

Und um etwas Spaß zu haben, kannst du jedes Mal, wenn „dem habe ich nichts hinzuzufügen“ fällt, eine Süßigkeit von See’s Candy essen.

6. … es gibt noch eine Menge hinzuzufügen

Trotz Mungers “dem habe ich nichts hinzuzufügen” ist weithin bekannt, dass er nicht zurückschreckt, seine Meinung zu etwas zu äußern, wenn er sich zu etwas eine Meinung gebildet hat. Wir können sicher erwarten, dass es davon während des Meetings eine ganze Menge gibt.

Charlie über Ethanol (2008): „Die Politik Amerikas, Mais in Benzin zu verwandeln, ist eine der dümmsten Ideen in der Geschichte der Welt“.

Charlie über Gold (während eines Interviews bei CNBC): „Gold ist eine großartige Sache, die du in deine Kleider einnähen kannst, wenn du 1939 eine jüdische Familie in Wien bist. Ich denke aber, dass zivilisierte Leute kein Gold kaufen, sondern produktive Investitionen“.

7. Also was hat es mit Clayton Homes auf sich?

Wenn du so groß wie Berkshire bist, findest du dich unweigerlich im Fadenkreuz einer Diskussion wieder. Dies ist doppelt der Fall, wenn du von einem CEO geleitet wirst, der Dinge sagt, wie: „Wir können es uns leisten, Geld zu verlieren. Sogar viel Geld. Wir können es uns aber nicht leisten, Reputation zu verlieren – selbst ein Fitzelchen nicht.“

In der Vergangenheit stand Berkshire während des Jahrestreffens unter Beschuss, da das Tochterunternehmen Mid American Energy die Lachswanderung durch einen Staudamm unterbrochen hatte. Zudem hielt es Aktien von PetroChina, welches in einem Aktionärsbrief als ein „Hauptakteur im sudanesischen Ölsektor“ bezeichnet wird.

Dieses Jahr wird der Angriff aus Richtung Clayton Homes kommen. Dieses Unternehmen stellt mobile Häuser her. Anfang April veröffentlichte die Seattle Times einen Artikel mit dem Titel „Die mobile Haus-Falle – Das Warren-Buffett-Imperium macht Jagd auf die Armen“. Der Artikel behauptet, dass, obwohl Buffett gegen zweifelhafte Hypothekenpreise wettert, sein Tochterunternehmen, welches in dem diesjährigen Brief gelobt wird, seine Käufer in Kredite lockt, die sie sich nicht leisten können und ihnen Häuser verkauft, die fast unmöglich verkauft oder refinanziert werden können.

8. Der Berkshirefilm

Quelle: thetaxhaven via Flickr

Quelle: thetaxhaven via Flickr

Jedes Jahr beginnt das Treffen mit einem Film. Stimmt, einem Film. Nun, das ist eher halb Film, halb Werbesendung für die Berkshire-Marken und -Anteile (Coca-Cola (NYSE:KO) (FRA:CCC3) und Geico scheinen stets prominent platziert zu sein). Was dem Film an Handlung und klarer Struktur fehlt, macht er mit billigen Witzen und Kamellen wett.

Wer wird in der diesjährigen Erzählung auftauchen? Ich wette auf Left Shark.

9. Erzähl uns mehr über die Autosache

Könnte es sein, dass Jay Leno nun einen Milliardär aus Omaha kennt, mit dem er über Autos sprechen kann?

Anfang März machte Berkshire den Deal perfekt und kaufte die Van Tuyl Group – einer der größten Autohändler der USA. Das Unternehmen wurde sofort in Berkshire Hathaway Automotive umbenannt. Vor der Übernahme hatte Van Tuyl 9 Milliarden USD Umsatz, aber Buffett will das neue Tochterunternehmen weiter wachsen sehen. Ende März sagte er auf CNBC:

“Wir haben von vielen Händlern gehört und wir werden von noch mehr hören. Ich wäre überrascht, wenn wir in fünf Jahren nicht viel größer sind.“

Berkshire kaufte zudem Aktien von Axalta für 560 Millionen USD von der Carlyle Group. Obwohl Axalta ein diversifiziertes Beschichtungs-Unternehmen ist, welches in Berkshires breites Industrieportfolio passt, ist der Primärmarkt der Transportsektor. Axalta hat weltweit den ersten Platz für die Lieferung für Autoreparaturen inne und ist Nummer zwei bei Autoherstellern und kleinen Lkws.

Wir werden zudem niemals vergessen, dass Berkshire erst 2011 9 Milliarden USD für den Kauf von Lubrizol ausgegeben hat.

Wie wird es mit dem wachsenden Autoimperium von Berkshires weitergehen? Ich bin neugierig zu hören, was das Orakel für diese Branche vorhersieht.

10. Zombies in Omaha

Die Menschenmenge im CenturyLink Center in Omaha soll dieses Jahr zum 50. Jahrestag 40.000 übersteigen. Jeder Aktionär darf dem Treffen beiwohnen, aber niemand kann einen bevorzugten Platz kaufen. Was heißt das? Das Gleiche, wie letztes Jahr. Investoren werden im Dunkeln Schlange stehen und versuchen, sich die besten Plätze und den besten Blick auf Buffett und Munger zu sichern.

Wenn du an diesem Wochenende in Omaha sein solltest und nicht Teil des Berkshire-Tamtams bist, sei unbesorgt, es sind keine Zombies, die durch die Farnam Street laufen. Es sind nur erschöpfte Berkshire-Investoren.

11. Entschuldigung Herr Buffett, was steht als Nächstes für Sie in Deutschland an?

Als Geschäftsführer der deutschsprachigen Webseite von Fool (Fool.de) habe ich ein besonderes Interesse daran.

Am 20. Februar dieses Jahres gab Berkshire bekannt, dass es den deutschen Motorradausrüster Detlev Louis Motorrad gekauft hatte. Buffett nannte diesen Deal einen Türöffner und sagte: „Ich freue mich, dass wir den Code in Deutschland geknackt haben.“ Wie cool.

Buffett legte in einem Interview mit dem Handelsblatt, dem deutschen Äquivalent zum Wall Street Journal, nach. Dabei sagte er:

„Wir sind definitiv daran interessiert, mehr deutsche Unternehmen zu kaufen. Deutschland ist ein großartiger Markt: Viele Menschen, viel Kaufkraft und Deutsche sind produktiv. Wir mögen zudem die gesetzlichen Rahmenbedingungen“

I stimme vollständig zu und wäre sehr daran interessiert zu hören: „Also dann, was nun Herr Buffett?“

12. Gib uns nur einen Tipp

Jedes viertel Jahr müssen große Investoren wie Berkshire das sogenannte 13F-Formular an die Securities and Exchange Commission übermitteln. Darin sind die gehaltenen Aktien aufgelistet. Berkshire hat dieses Formular Mitte Februar ausgefüllt und wir werden Mitte Mai das nächste Formular sehen – praktischerweise nach der Jahresversammlung.

Im letzten 13F-Formular fanden wir heraus, dass Berkshire alle seine Anteile an ExxonMobil (NYSE:XOM) (FRA:XON) abgestoßen hatte. Buffett erklärte später gegenüber CNBC: „Wir waren der Meinung, dass wir das Geld anderweitig verwenden könnten.“

Haben dieses Quartal andere Bewegungen stattgefunden? Ich bezweifle, dass wir dies während der Jahresversammlung herausfinden werden. Das heißt aber nicht, dass nicht danach gefragt wird.

13. Renne wie der Wind

Wenn du ein Läufer bist, bist du wahrscheinlich vertraut mit der Laufschuhmarke Brooks. Wenn du ein Aktionär von Berkshire bist, wirst du vielleicht wissen, dass Berkshire Brooks besitzt. Wusstest du aber auch, dass in den letzten Jahren Berkshire und Brooks ein 5k-Rennen nach dem Treffen veranstaltet haben?

Die Läufer, die an dem „Investiere 5000 in dich selbst“ teilgenommen haben, sind kein Witz. Der Gewinner lief die Strecke in überragenden 15:52 Minuten. Für den Rest von uns geht es darum, ein Schlafdefizit und einen Überkonsum an See’s Candy wettzumachen. Welche bessere Möglichkeit gibt es jedoch, ein paar Kalorien zu verbrennen, als ein paar Kilometer zu rennen?

Noch besser: Die Läufer bekommen ein T-Shirt von Brooks mit Berkshirelogo und eine Teilnehmermedallie mit Buffetts lächelndem Gesicht drauf.

14. Noch eine Frage, die nicht beantwortet wird?

Buffetts Nachfolger. Wer wird es sein? Wir werden es nicht während der Versammlung herausfinden. Trotzdem erwarte ich, dass diese Frage gestellt wird.

15. Ach richtig, das Business-Meeting von Berkshire

Du kannst es glauben oder nicht. Eingequetscht zwischen Buffett- und Mungerverehrung ist das jährliche Geschäftstreffen. Laut der Information von Berkshire wird dieses von 3:45 Uhr bis 4:15 Uhr am Tag der Versammlung stattfinden. In den letzten Jahren, die ich an dem Meeting teilgenommen habe, hat es meist nicht mehr als zehn Minuten gedauert.

Aber an diesem Punkt ist mein Zeitempfinden gewöhnlich von dem Erdnusskrokant getrübt.

Warren Buffett kann von diesen drei Aktien nur träumen ...

Milliardär Warren Buffett ist ein Genie. Aber dieser brillante Investor sieht eine Gruppe äußerst erfolgreicher Aktien direkt an ihm vorbeiziehen. Nicht weil Buffett diese Aktien nicht potentiell lieben könnte - sondern weil diese Aktien ?für Buffett zu klein zu kaufen sind". Aber was für Buffett nicht das richtige ist, könnte perfekt für uns kleine Investoren sein. Darum halte ich dich an, unseren brandneuen (und KOSTENLOSEN) Bericht anzuschauen, der drei Aktien aufdeckt von denen Warren Buffett nur träumen kann.

Dieser Artikel wurde von Matt Koppenheffer auf Englisch verfasst und am 29.04.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway und Coca-Cola. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und ExxonMobil und hat die folgenden Optionen: Lang Januar 2016 37 USD Calls für Coca-Cola und Short Januar 2016 37 USD Puts für Coca-Cola.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool