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Präsident Obama macht die Hoffnungen der amerikanischen Marihuana-Bewegung mit nur 15 Worten zunichte

Quelle: National Institute on Drug Abuse, Facebook.

Wenn es um die polarisierende Frage geht, ob Marihuana entkriminalisiert werden sollte, ist eine geringe Mehrheit der amerikanischen Öffentlichkeit noch immer für die Legalisierung der Droge.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup aus dem Jahr 2014 zeigte, dass 51% der Teilnehmer für eine Legalisierung von Marihuana sind, das ist etwas weniger als 58 % Zustimmung im Jahr zuvor, doch immer noch entscheidend mehr als die 47 %, die sich gegen eine Legalisierung aussprachen. Zum Hintergrund: Noch 2004, nur 10 Jahre zuvor, sprachen sich 64% der Teilnehmer gegen die Legalisierung aus, während grob ein Drittel dafür war, Marihuana zu entkriminalisieren. Ähnliche Ergebnisse brachten die persönlichen Interviews der General Social Survey über Marihuana zu Tage, die alle zwei Jahre durchgeführt wird. In dieser Umfrage sprachen sich 52 % für die Legalisierung aus, 42 % dagegen.

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Streicht man den Gebrauch von Marihuana als weiche Droge und fragt die Amerikaner ausschließlich danach, ob sie einen rein medizinischen Gebrauch der Pflanze befürworten würden, schnellt der Prozentwert dramatisch in die Höhe. Eine aktuelle Studie der Quinnipac University zeigte, dass 84 % der Befragten in Florida und Ohio den medizinischen Gebrauch von Marihuana befürworten. In Pennsylvania stieg die Quote gar auf 88 %.

Tatsächlich kann man den Teilnehmern an dieser Studie ihre Begeisterung nicht verdenken. Schließlich haben aktuelle Studien ans Licht gebracht, dass Marihuana im Kampf gegen bestimmte Krankheiten eine ganze Reihe medizinischer Vorteile bringen könnte. Beispielsweise erhöhte eine Behandlung aggressiver Gehirntumorzellen mit den Cannabinoiden THC und CBD vier Stunden vor einer Strahlenbehandlung deren Radiosensitivität und machte damit diese Behandlungsmethode effektiver. Darüber hinaus, das zeigte eine weitere Studie, könnte Marihuana ein wirksames Mittel zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Typ-2-Diabetikern sein. Und dies sind nur zwei Beispiele einer ganzen Reihe von Studien, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden.

Mit diesen 15 Worten machte Präsident Obama die Hoffnungen der Marihuana-Unterstützer in den USA zunichte

Trotz des unglaublichen Aufschwungs der Hanfpflanze jedoch – 23 Staaten (inklusive Washington, D.C.) haben Marihuana zu medizinischen Zwecken legalisiert, vier Staaten (inklusive Washington D.C.) zum Gebrauch als weiche Droge – hatte Präsident Obama Anfang des Monats während einer Rede über die Zukunft der US-amerikanischen Marihuana-Industrie in Jamaika einige mehr als klare Worte parat.

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Quelle: White House on Flickr

Dazu befragt, wie die USA zur Legalisierung von Marihuana stünden, äußerte Obama 15 Worte, die den Cannabis-Unterstützern ganz sicher kalte Schauer über den Rücken gejagt haben dürften:

„Ich sehe nicht, dass der Kongress in naher Zukunft das Recht auf nationaler Ebene ändern wird.“

Präsident Obamas ausführlicherer Kommentar lautet wie folgt:

„Im Moment ist das nicht Bundespolitik und ich sehe nicht, dass der Kongress in naher Zukunft das Recht auf nationaler Ebene ändern wird. Aber ich denke, wenn es einigen Staaten gelingt zu zeigen, dass die Kriminalität nicht sprunghaft ansteigt und dass ihr Gesundheitssystem stark genug ist, um dem steigenden Suchtpotential entgegenzuwirken, dann ist es vorstellbar, dass dies eine nationale Debatte befeuern könnte. Aber bis dahin wird es noch etwas Zeit brauchen.“

Mit anderen Worten: Der Präsident hat die Bedenken der Bundesregierung hinsichtlich des möglichen langfristigen Suchtpotentials von Marihuana sowie eines potentiellen Anstiegs der Kriminalitätsrate bekräftigt.

Quelle: National Institute on Drug Abuse, Facebook

Eine eindeutige Antwort auf beide Bedenken ist nur schwer zu finden. Beide Seiten können Studien zu ihren Gunsten zitieren. Die Huffington Post etwa berichtete im August, dass, folge man dem National Incident Based Reporting System und den FBI Uniform Crime Reports, die Verbrechensrate in Denver im Vergleich zum selben Zeitraum 2013 um 7 % gestiegen sei. Besonders die Trunkenheit in der Öffentlichkeit sei um 237 % angestiegen, die Verstöße gegen das Drogengesetz um 20 % – alles innerhalb des ersten Jahres der Legalisierung von Marihuana im Bundesstaat Colorado.

Dagegen veröffentlichte die University of Texas in Dallas vergangenen April eine Studie, die nahelegt, dass die Legalisierung von Marihuana nicht nur nicht die Kriminalitätsrate erhöht, sondern sie sogar verringert, indem sie die Anzahl der Alkoholkonsumenten abnehmen lässt. Die Forscher behaupten sogar, dass der Ersatz von Alkoholkonsum durch Marihuana-Konsum bestimmte Gewaltverbrechen, die typischerweise durch Alkohol ausgelöst werden, verringern könnte.

In naher Zukunft keine Änderung in Sicht

Aus Obamas Kommentar ist eines deutlich herauszuhören: Die Marihuana-Politik genießt derzeit keine Priorität für den Kongress oder gar den Präsidenten selbst. Die Zustimmung zur Legalisierung in der Bevölkerung mag zwar zunehmen, offensichtlich aber ist die Führung des Landes mit dringenderen innen- und außenpolitischen Themen beschäftigen.

Die Folgen für Marihuana-Unterstützer und Pharmaunternehmen wie GW Pharmaceuticals (NASDAQ:GWPH) (FRA:GW2), die den Gebrauch von Cannabinoiden zur Behandlung einer Reihe verschiedener Krankheiten erforschen: Noch einige Jahre ohne Aussicht auf Änderung.

Besonders GW Pharmaceuticals hatte Hoffnung darin gesetzt, dass ein kürzlich dem Senat vorgelegter Gesetzesentwurf – der sogenannte CARERS Act – im Kongress an Unterstützung gewinnen könnte. Der CARERS Act zielt darauf ab, das Verbot des Gebrauchs von Marihuana zu medizinischen Zwecken auf Bundesebene zu beenden.

Noch wichtiger aber für GW Pharmaceuticals: der CARERS Act würde Marihuana als sogenannte „schedule 2 drug“ klassifizieren und damit offiziell anerkennen, dass die Pflanze medizinischen Nutzen besitzt und damit viele der Barrieren beseitigen, mit denen GW momentan zu kämpfen hat, bevor das Unternehmen mit den klinischen Test seiner Cannabinoid-Forschung beginnen zu kann. Eine lockerere Marihuana-Politik auf Bundesebene würde es GW Pharmaceuticals wahrscheinlich erlauben, seine Forschungstätigkeit auszuweiten und den Zeitraum zu verkürzen, der nötig ist, potentielle Wirkstoffe aus dem Labor heraus zum Test am Menschen zu bringen.

Die Hoffnung auf eine kurzfristige Legalisierung von Marihuana auf Bundesebene ist damit so gut wie zunichte, zumindest im Moment. Damit dürfte die Pflanze auch in naher Zukunft ein riskantes und sogar gefährliches Investment bleiben. Da noch auf Jahre hinweg Verluste für die Überzahl der Marihuana-Aktien zu erwarten sind, sind Investoren gut beraten, sich von allen Aktien dieser Art fernzuhalten, diejenigen von Entwicklern von Medikamenten auf Cannabinoid-Basis wie GW Pharmaceuticals eingeschlossen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 19.04.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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