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So investierst du deine ersten 30.000 Euro richtig

Quelle: Flickr Nutzer keep_bitcoin_real

OK, nicht jeder hat das Glück und sitzt auf 30.000 EUR Bargeld. Aber auch wenn du nur einige 100 EUR auf der hohen Kante hast: So lange du dein Geld langfristig anlegen möchtest, bist du gut beraten, in Aktien zu investieren (vorausgesetzt du tust das nur mit dem Geld, das du in den nächsten Jahren nicht benötigst). Die folgenden vier Schritte rate ich jedem, der mit dem Investieren anfangen möchte.

1. Zahle zuerst deine Schulden ab

Sicherlich nicht das, was du als erstes hören möchtest. Aber wenn du irgendwo noch Schulden hast, für die du Zinsen zahlst, dann solltest du diese als erstes bedienen. Dann wirst du in Zukunft nicht mehr jeden Monat Geld in Form von Zinsen an Banken oder Kreditkartenunternehmen überweisen, sondern du hast im Gegenteil die Möglichkeit noch mehr anzulegen und von zusätzlichem Einkommen in Form von Zinsen und Kurssteigerungen zu profitieren – doppeltes Glück!

2. Eröffne (mindestens) einen ETF Sparplan

Mit der Investition in einen ETF investierst du auf einen Schlag in einen ganzen Markt, zum Beispiel in die 30 größten Unternehmen in Deutschland (DAX), in 500 der größten US-Amerikanischen Unternehmen (S&P 500) oder gleich in eine Selektion der größten Unternehmen weltweit (wie unser Autor Winfried Rauter, der dieses Vorgehen hier beschreibt).

Solltest du tatsächlich 30.000 EUR zum Anlegen haben, dann schlage ich vor, dass du nicht alles gleich heute in ETFs versenkst. Investiere das Geld über die nächsten drei bis fünf Jahre verteilt gleichmäßig Monat für Monat in von dir auserwählte ETFs. Die meisten Broker ermöglichen dir das in Form eines sogenannten Sparplans zu meist sehr günstigen Konditionen. Damit stellst du sicher, dass du vom Durchschnittskosteneffekt profitierst und auch noch eine ordentliche Rendite erhältst – selbst wenn du so viel Pech hast, dass du zufällig vor dem nächsten Börsencrash mit dem Investieren beginnst.

Etwas Zeit, um deine ETFs auszuwählen und ein paar Minuten, um deine Sparpläne zu eröffnen – das ist schon alles was du tun musst, um langfristig vom Aktienmarkt zu profitieren. Zu langweilig? Oder möchtest du mehr lernen und hast mehr Zeit, die du in das Investieren stecken möchtest? Dann verwende nur 80 %, 50 % oder auch nur 30 % deiner 30.000 EUR und verwende den Rest, um Schritte 3 und 4 zu befolgen – dort lernst du nicht nur am meisten, das kann sogar richtig Spaß machen.

3. Finde großartige Unternehmen

Es gibt so viele hervorragende Unternehmen bei uns in Deutschland und auf dem Rest des Planeten. Bestimmt gibt es auch eines oder mehrere mit deren Werten, Produkten oder Visionen du dich identifizierst oder an die du glaubst. Und jetzt stell dir vor, du könntest Miteigentümer werden – ist das nicht richtig cool? Klar, mit ein paar tausend Euro kaufst du dir nicht die Mehrheit der Stimmrechte, aber trotzdem gehört dir ein Teil des Unternehmens: Du wirst Teil der Story.

Ich bin sicher, dass es Unternehmen gibt, die in diese Kategorie fallen und die dich interessieren, oder? Dann solltest du eine Watchlist erstellen, damit diese Unternehmen stets auf deinem Schirm sind. Das kannst du das ganz einfach zum Beispiel auf Finanzen100Google Finance oder Yahoo Finance machen.

Jetzt geht es darum, herauszufinden, ob diese Unternehmen auch gute Investitionen sind. Aber auf was solltest du achten? Nun, vier Dinge, die ich mir immer genauer anschaue sind die:

  • Das Management: Hat es eine langfristige Sichtweise und geht es offen mit seinen Aktionären um?
  • Die Produkte: Ist das Unternehmen gut am Markt positioniert, wie sieht es in der Zukunft damit aus?
  • Der Markt: Wie stark wächst er?
  • Die Finanzen: Steht das Unternehmen finanziell solide da?

Wenn du dich intensiver mit der Analyse von Unternehmen beschäftigen möchtest, dann kann ich dir für den Anfang ein Buch ganz besonders ans Herz legen: Philip Fishers „Common Stocks and Uncommon Profits“.

Wenn du nach einiger Zeit dann Unternehmen gefunden hast, von denen du auch bei genauerem Hinsehen überzeugt bist, dann kannst du deine ersten Aktien kaufen!

4. Leg deine Eier in verschiedene Nester

Du musst zwar nichts überstürzen und sofort ein paar verschiedene Unternehmen kaufen, aber langfristig ist es wichtig, dass du nicht alles auf eine Karte setzt. Denn die Aussichten eines jeden noch so großartigen Unternehmens können sich durch falsche Entscheidungen oder unerwartete Marktentwicklungen ändern. Das ist die schlechte Nachricht: Kein einzelnes Unternehmen wird dir eine hohe Rendite garantieren.

Mein Tipp ist, zu Beginn nicht mehr als 10 % deines nach Schritt 2 noch zur Verfügung stehenden Kapitals in deine erste Aktie zu stecken (und so viel auch nur, wenn du sehr zuversichtlich bist, was die Aussichten des Unternehmens angeht). Dann hast du noch ausreichend Kapital, um dir andere potenzielle Raketen in dein Portfolio zu legen und deine Chancen auf langfristig noch attraktivere Renditen zu steigern.

Erwarte Durststrecken – und nutze sie

Das einzige, was dich jetzt noch vor deinem finanziellen Glück trennt ist dein Temperament. Es wird dir passieren, dass einzelne Aktien – oder auch deine gesamten Investitionen – (tief) in den roten Bereich rutschen. Lass dich davon nicht beeinflussen und verkaufe nicht, nur weil der Markt wieder mal verrücktspielt.

Im Gegenteil: Hat sich bei deinen Investitionen nichts grundsätzlich geändert, was den langfristigen Erfolg des Unternehmens beeinträchtigt, dann kannst du die Chance sogar nutzen um weitere Anteile zu günstigeren Preisen zu kaufen. Sobald du das schaffst bist du ein richtiger Fool!

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Motley Fool Portfoliomanager Matthew Argersinger hat die ganze Welt durchsucht, um die besten Aktien außerhalb Deutschlands zu finden, in die es sich lohnt zu investieren. Im neuen Sonderbericht von Motley Fool offenbart er seine ersten drei Aktien. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu diesem Bericht zu erhalten.​

The Motley Fool empfiehlt Google (C Aktien) und Yahoo. The Motley Fool besitzt Aktien von Google (C Aktien) und Yahoo.

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