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Die Zukunft des 3D-Drucks hat soeben begonnen — und 3D Systems hasst es

Foto: The Motley Fool

Da die 3D-Druckindustrie voraussichtlich um mehr als 31 % pro Jahr zwischen 2013 und 2020 wachsen und schließlich weltweit mehr als 21 Milliarden USD Jahresumsatz generieren soll, gibt es derzeit gleichermaßen hohe Anreize für Unternehmen der Branche und neue Marktteilnehmer, die noch vielen Unzulänglichkeiten dieser Technologie auszumerzen. Denn im Vergleich zu vielen herkömmlichen Herstellungsverfahren ist der 3D-Druck hinsichtlich Geschwindigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Betriebskosten weiterhin unterlegen.

Kombiniert man diese zwei dynamischen Konzepte – glänzende Zukunftsperspektiven und technische Unzulänglichkeiten – entsteht ein Umfeld, in dem eine große Menge an Ressourcen dafür verwendet wird, einen technologischen Durchbruch zu erreichen, der den 3D-Druck näher zum massenproduktionstauglichem Verfahren führt. Je nachdem auf welcher Seite sich ein 3D-Druckunternehmen während eines Durchbruchs befindet, kann dieser entweder als Bedrohung oder Wettbewerbsvorteil gesehen werden.

Leider befand sich 3D Systems (NYSE:DDD) während eines jüngsten 3D-Druck-Durchbruchs, der eine rasante Verbesserung der Druckgeschwindigkeiten bei größeren Auftragsvolumina und einer Output-Qualität von beispielsloser Glätte gegenüber aktuellen Technologien verspricht, am falschen Ende.

Gestatten, der Carbon3D, ein 3D-Drucker, der an den T-1000 aus dem Film Terminator 2 angelehnt ist, soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

Quelle: Carbon3D.

Der Abstand wird größer

Der Carbon3D nutzt eine geschützte Technologie namens Continuous Liquid Interface Production (CLIP), welche der Stereolithographie (SLA) darin ähnelt, dass eine Menge von UV-lichtempfindlichem Harz selektiv durch einen UV-Laser ausgehärtet wird, um Schicht für Schicht Objekte herzustellen. Aber anstatt zwischen Schichten zu pausieren, wie es bei der SLA der Fall ist, was eine rauere Oberflächenbeschaffenheit erzeugt und die Druckgeschwindigkeit verringert, steuert das CLIP-Verfahren die Zufuhr von Sauerstoff zum Harz, sodass Objekte kontinuierlich mit einer „Animationssequenz“, der der UV-Laser während dem Druckvorgang folgt, „wachsen“ können.

Um es einfach auszudrücken: Das CLIP-Verfahren verwendet UV-Licht, um Teile des Harzes auszuhärten und Sauerstoff, um andere Teile des Harzes vom Verfestigen abzuhalten. Dies legt die Grundlage für ein revolutionäres, fortlaufendes 3D-Druckverfahren. Das Ergebnis ist eine Technologie, die behauptet, 25 bis 100 Mal schneller zu sein als führende 3D-Drucktechnologien und über Bearbeitungsqualitäten zu verfügen, die dem Spritzgussverfahren im Bezug auf Glätte ähneln.

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Überwältigende Auswirkungen

Wenn CLIP seinem Versprechen gerecht wird, in der Lage zu sein, zügig Teile von Handelsqualität herzustellen, was wahrscheinlich erscheint, könnte es grundsätzlich die allgemeine Denkweise darüber ändern, dass das 3D-Drucken in erster Linie eine Technologie ist, die für Prototyp-Anwendungen reserviert ist und für eine größere Serienfertigung nicht taugt.

Folglich sollten Marktchancen für CLIP deutlich größer sein als für anderen 3D-Drucktechnologien, die ursprünglich für die Prototypenfertigung entwickelt wurden und sich oft mit einer Serienherstellung oder der Herstellung von Teilen, die für den Einbau in Fertigprodukte gedacht sind, schwer tun.

Mit anderen Worten haben 3D Systems und andere 3D-Druckunternehmen gegen ein Verfahren, das wahrscheinlich eine Vielzahl von bestehenden Kunststoff-3D-Druck-Technologien in den Schatten stellen wird, viel zu verlieren.

Wenn man in Erwägung zieht, dass der Printer momentan über ein relativ kleines Herstellungsvolumen verfügt, was die Größe und Vielseitigkeit der Teile einschränkt, die es kreieren kann, muss man fairerweise sagen, dass potenzielle Auswirkungen, die der Carbon3D auf konkurrierende 3D-Drucktechnologien hätte, wahrscheinlich zu Beginn eher klein ausfallen würden. Da die CLIP-Technologie jedoch reift und voranschreitet, könnte sie für 3D Systems zum wachsenden Geschäftsrisiko werden, sollte das Unternehmen scheitern, Carbon3D hinsichtlich seiner technologischen Fähigkeiten einzuholen.

Fassen wir also zusammen

Carbon3D hat insgesamt 41 Millionen USD von Private Equity-Firmen, einschließlich Sequoia Capital und einem Geschäftsbereich von Silver Lake, gesammelt, was dem Start-Up riesige Ressourcen bietet, um seine bahnbrechende CLIP-Technologie weiterzuentwickeln. Mit dieser Art von Rückhalt steht die Übernahme von Carbon3D durch 3D Systems wohl nicht zur Debatte – und sie wäre wahrscheinlich nicht gerade billig.

Umgekehrt könnte es Investoren beruhigen, dass 3D Systems dank sieben verschiedener Technologien in seinem Portfolio das am stärksten diversifizierte 3D-Druck-Unternehmen in der Branche bleibt. Dieses Maß an Diversifikation könnte 3D Systems möglicherweise helfen, das Ausmaß, zu welchem die bahnbrechenden 3D-Drucktechnologien seine Geschäftsaussichten bedrohen, zu mindern.

Dennoch sollten Anleger die Gefahr, die von Carbon3D ausgeht, nicht einfach außer Acht lassen, nur weil 3D Systems diversifiziert ist. Immerhin scheint Carbon3D das Zeug dazu zu haben, ein gefürchteter Konkurrent im 3D-Druckmileau zu werden.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Aktien von 3D Systems. Dieser Artikel wurde von Steve Heller auf Englisch verfasst und wurde am 05.04.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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