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Rekordauslieferungen trieben die Aktie von Tesla Motors diese Woche um 8 % nach oben

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Nachdem der Elektroautobauer Tesla Motors (NASDAQ: TSLA) (FRA: TL0) am Freitag davon berichtete, dass seine Quartalsauslieferungen besser ausfielen als erwartet, scheint der Markt größeres Vertrauen in die Wachstumsgeschichte des Unternehmens zu haben. Die Aktie legte am Morgen des 6. Aprils um 8% zu, da Anleger die Auswirkungen von Teslas Rekordauslieferungen von insgesamt 10.030 Fahrzeugen seiner Modell S Limousine im ersten Quartal berücksichtigen.

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Model S. Quelle: Tesla Motors.

 

Eine Bemühung, den Marktklatsch zu mindern

Mit der frühen Bekanntgabe seiner Quartalsergebnisse versucht Tesla, wilde Spekulationen um seine Fahrzeugauslieferungen auf ein Minimum zu beschränken. Bisher hat Tesla normalerweise seine Quartalsauslieferungen zusammen mit seinem Quartalsbericht veröffentlicht. Solange Tesla das Datum für die Veröffentlichung seines ersten Quartalsergebnisses, welches die am 31. März endenden drei Monate umfasst, noch nicht festgelegt hat, gibt das Unternehmen üblicherweise keine Ergebnisse des Quartals bis zur ersten Maihälfte bekannt.

„Künftig wird Tesla die Zahl der Neuwagenauslieferungen innerhalb von drei Tagen nach Quartalsende veröffentlichen. Wir haben uns entschieden, diesen Weg einzuschlagen, weil es vorkommt, dass fehlerhafte Informationsquellen von anderen genutzt werden, um die Zahl der Fahrzeugauslieferungen vorherzusagen“, äußerte sich Tesla in der Pressemitteilung, in der die Rekordauslieferungen verkündet wurden.

Teslas Schritt, seine Quartalsumsätze in einem früheren Zeitrahmen zu berichten, mag zwar eine Verbesserung gegenüber seiner bisherigen Praxis sein, doch die Berichtszeiträume sind immer noch ganz anders, als es in der Autoindustrie üblich ist. Andere Automobilhersteller veröffentlichen monatlich Verkaufszahlen. Teslas CEO Elon Musk ist jedoch der Auffassung, dass, in Anbetracht Teslas im Vergleich zu anderen Automobilherstellern kleinen Umfangs und rasanten Wachstums, der Absatz im Monatsvergleich unbeständig sei und eher zur Verwirrung als zu brauchbaren Vorhersagen beitrüge. Teslas monatliche Verkaufszahlen schwanken durch so einfache Faktoren wie eine überdurchschnittlich große Lieferung von Modell S-Fahrzeugen nach China oder Europa, weil das Unternehmen seine Belieferung verstärkt, Ausfallzeiten in der Produktion durch Werkzeugbestückung oder einen hohen Anteil Urlaub machender Kunden in der Ferienzeit, welche ihre Bestellungen nicht entgegen nehmen können.

Eine weitere entscheidende Änderung daran, wie Tesla in diesem Jahr die Autoverkäufe meldet, besteht in der Klärung, was eigentlich als eine Fahrzeugauslieferung zählt.

Das Unternehmen erklärte die Änderungen in seinem Aktionärsbrief zum vierten Quartal.

Wir haben vor, die Unterabschnitte Umsatz und Umsatzkosten auf unserer Gewinn- und Verlustrechnung im Jahr 2015 umzuorganisieren, sodass der Automotive-Umsatz und die Bruttomarge nur Neuwagen-Vertriebsaktivitäten widerspiegeln, einschließlich regulatorischer Kredite. Die Umsätze und die Bruttomarge für alle unsere anderen Geschäfte wie Powertrain Sales, Serviceleistungen, Trade-In Sales und stationäre Lagerungen werden auf der Gewinn- und Verlustrechnung im Abschnitt „Serviceleistungen und Andere“ erfasst. Dies sollte für eine klarere Offenlegung unseres Kerngeschäfts Neuwagenproduktion und –auslieferungen sorgen.

Außerdem sagte Tesla in seiner Quartalspressemitteilung, dass die Zählung seiner Fahrzeugauslieferungen von 10.030 Fahrzeugen im ersten Quartal ausschließlich die Modell S-Verkäufe darstellt, die als Neuwagenverkauf gelten.

Tesla hat gegenüber The Motley Fool klargestellt, dass es über den Ausschluss von Trade-in-Fahrzeugen bei den Neuwagenverkäufen hinaus, auch jegliche Verkäufe von Modell S-Fahrzeugen zu ermäßigten Preisen ausschließt. Das Unternehmen hat den Preis der aus 2014 verbliebenen Modelle vergünstigt, da diese die neuen Autopilot-Sensoren, die standardmäßig in den Modellen von 2015 eingebaut sind, nicht enthalten. Von diesen älteren Modellen wurden die meisten wahrscheinlich als Service-Loaner-Fahrzeuge sowie für Probefahrten in seiner Vertriebsabteilung und als Ausstellungsstücke in seinen Filialen genutzt.

Erst in der zweiten Hälfte von Teslas viertem Quartal und in dem ersten Quartal von 2015 waren diese Unterschiede bedeutend genug, damit Tesla verdeutlichte, was als Neuwagenverkauf zählt. Dass das Model S nun mit Doppelmotor und Allradantrieb sowie neuer Standardhardware verfügbar ist, welche es (durch ein OTA-Software-Update) bald ermöglichen wird, vollständig ohne Hände und Füße von Autobahnauf- zu Autobahnabfahrt zu fahren, hat einige Model S-Besitzer dazu veranlasst, ihre Fahrzeuge in Zahlung zu geben, was die Unterscheidung, was Tesla als Auslieferungen zählt, wichtig macht.

Der frühere Berichtszeitpunkt und die klarere Erläuterung dessen, was Tesla als Fahrzeugauslieferung zählt, werden Investoren helfen, sich ein genaueres Bild von Teslas Geschäft zu machen.

Sind 10.030 Auslieferungen eigentlich eine Überraschung?

Anleger sollten berücksichtigen, dass sich Teslas Prognosen normalerweise als eher konservativ erwiesen haben. Tesla hat seine Quartalsprognosen nur in einem der letzten neun Quartale nicht erfüllt. Außerdem sollten Anleger bedenken, dass, dadurch dass Tesla seine Ergebnisse üblicherweise bekannt gibt, wenn bereits mehr als ein Monat des nächsten Quartals vergangen ist, das Management eine deutliche Sicht auf seine potentiellen Auslieferungen hat.

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Daten aus SEC-Berichten und Pressemitteilungen für die dargestellten Quartale. Quelle: Tesla Motors.

 

Teslas Quartalsauslieferungen können zwar ein Treiber für kurzfristige Kursbewegungen sein, aber was letztlich zum Erfolg oder Scheitern dieser Wachstumsaktie führen wird, ist Teslas Umsetzung seiner langfristigen Wachstumspläne. Für diesen Sommer hat Tesla die Einführung seines Modells X SUV geplant, von dem sich das Unternehmen auf lange Sicht eine Nachfrage erhofft, die mit der nach seinem Modell S konkurrieren kann. Bis 2017 möchte Tesla sein kostengünstigeres Modell 3 einführen, mit dem Tesla hofft, bis 2020 500.000 Auslieferungen im Jahr zu erreichen. Sicher kann ein Vergleich von Teslas derzeitigen Quartalsauslieferungen mit seinen Prognosen eine Rolle für das Vertrauen der Anleger hinsichtlich Teslas langfristiger Pläne spielen, aber Anleger sollten nicht vergessen, das Gesamtbild im Auge zu behalten, welches bereits größtenteils in den Kurs eingepreist ist.

Mehr zu Teslas Auslieferungen im ersten Quartal und wie sich diese mit den ehrgeizigen Plänen des Unternehmens, die Fahrzeugverkäufe in diesem Jahr um 70% zu steigern, vergleichen lassen, kannst du in dieser Analyse, wie sich 10.030 Auslieferungen mit den Wachstumszielen des Unternehmens für das restliche Jahr messen, nachlesen.

Vergiss Tesla, das ist das Unternehmen von Elon Musk, das es jetzt zu kaufen gilt

Tesla Gründer Elon Musk hat riesige Pläne für ein anderes Unternehmen, von welchem er in seinen Worten erwartet, dass es Fabriken baue, die „eine Größenordnung größer sind, als die größte heute in der Welt existierende Fabrik". Investoren auf der ganzen Welt wurden bereits reich mit Tesla. Könnte dieses andere revolutionäre Unternehmen dein Ticket zum Reichtum sein? Du kannst mehr herausfinden, wenn du den Sonderbericht von The Motley Fool „Die aufstrebenden Wachstumsaktien, die Warren Buffett niemals kaufen wird -- aber kaufen sollte" liest. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu dem Bericht zu erhalten.

The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und wurde am 06.04.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde von Lena Berndt übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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