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Gründe, warum du BMW Aktien nicht kaufen solltest

Foto: Pixabay, KurtSebastian

Eigentlich wollte ich ja Aktien von BMW (ETR:BMW) (FRA:BMW) kaufen – aber mittlerweile bin ich soweit dir zu erklären, warum ich BMW nicht kaufen sollte.

Klingt verrückt? Vielleicht, aber dieser Wahnsinn folgt einer bestimmten Methode.

Hast du schon einmal von Charlie Munger gehört? Er ist Vizevorsitzender von Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-B) (ETR:BRH), und er beschäftigt sich selbst mit Methoden, die man nutzen sollte, wenn man vor schwierige Entscheidungen gestellt wird – unter anderem beim Investieren.

Einer jener Denkansätze, die Munger benutzt, stammt eigentlich von einem Deutschen: Carl Gustav Jacob Jacobi, um genau zu sein. Jacobi sagte: „Man muss immer umkehren“. In andere Worte, oft ist es leichter, ein schwieriges Problem zu lösen, wenn man das Problem aus der entgegengesetzten Richtung begutachtet. Jacobi nutzte diese eigentümliche Methode hauptsächlich für Mathematik, aber Munger fand, dass sie für eine weites Feld an Anwendungen genauso brauchbar ist.

Wenn ich über eine Investition in BMW-Aktien nachdenke, kann ich schnell die Gründe für einen BMW-Aktien-Kauf finden, zum Beispiel:

  • Markenkraft: Rund um die Welt sind sich die Menschen sicher, dass die Marke BMW ein Zeichen von überragender Qualität ist. Das können wir auch in die Ranglisten von Interbrand nachvollziehen, wo BMW als die elft-wertvollste Marke der Welt geführt wird.
  • Erfolg bei nackten Zahlen: BMW kann seinen guten Ruf auch mit den richtigen Zahlen beweisen. Zwischen 2004 und 2014 haben sich die Gewinne des Unternehmens mehr als verdoppelt: von 2,2 Milliarden EUR auf 5,8 Milliarden EUR.
  • Das grüne Ass im Ärmel: BMW hat auch den nötigen Weitblick abseits der Zahlen. Der weltweite Autoriese wird auch auf der „Best Global Green Brands“-Liste von Interbrand gelistet. Ein Beweis dafür, dass BMW sich auch auf die Umwelt konzentriert – ein Thema, das für viele Kunden bereits überaus wichtig ist, und, davon bin ich überzeugt, nur noch wichtiger werden kann.

Klingt wie ein guter Anfang, oder? Aber ist das für mich genug, um zu investieren? Vielleicht kann ich mit der Methode von Jacobi und Munger weiter nachforschen. Was also würde BMW als Investition für mich vollkommen uninteressant machen?

Das Unternehmen weiß nicht, warum genau es großartig ist

Ich bin davon überzeugt, dass ein Unternehmen nur dann langfristigen Erfolg haben kann, wenn es weiß und klar kommunizieren kann, warum genau es großartig ist. Klar, ich kann mich hier auf einen Hocker stellen und erklären warum ein Unternehmen meiner Meinung nach großartig ist, aber wenn dieses Unternehmen das nicht klar über sich selbst sagen kann, wie soll ich dann annehmen können dass es weiter stark bleibt?

Wie sieht es bei BMW aus?

Nun, eigentlich scheint es so, als ob BMW und sein Management wissen, warum dieser Autohersteller so sagenhaft ist. Hier ist was BMW-Vorsitzender Norbert Reithofer beim  Jahresbericht 2014 zu sagen hatte:

„Wir zielen darauf, die Branche zu leiten, mit unseren Ideen in alle Bereiche von individuellem Transport vorzudringen, pures Fahrvergnügen für eine neue Epoche erneuerbarer Beweglichkeit einzuläuten.“

Nur ein Satz, aber sehr aufschlussreich und kraftvoll formuliert. In dieser kurzen Zeile können wir sehen, dass BMW sich selbst sieht als ein Unternehmen, das…

  • ein Produkt anbietet, das Leuten dabei hilft, mit viel Freude von A nach B zu kommen
  • die Bewegung hin zu erneuerbarer Energie im Verkehr anführt.

Kann ich dann also sagen, dass BMW nicht genau weißt, was sie großartig macht? Nein. Wir können diese Sorge also von der Liste streichen.

Das Geschäft hat kein Wachstum mehr vor sich

Wann ich in eine Firma investiere, ist meine Hoffnung derart, dass sie durch weitere Innovation und Wachstum in der Zukunft noch wertvoller sein wird. Darum ist es ein Problem wenn es den Anschein macht, dass für ein Unternehmen kein Platz mehr nach oben ist.

Wie steht es damit bei BMW ? Eigentlich gar nicht schlecht, was überraschend ist, da das Unternehmen bereits sehr groß und mächtig ist.

Viele Unternehmen reden gerne über Schwellenländer und die Möglichkeiten, die sich ihnen dort bieten. Und für BMW sind diese Chancen dort in der Tat recht groß. Im Konferenzgespräch zum dritten Quartal hat Reithofer darauf hingewiesen, dass BMW eine Fabrik in China in 2003 aufgebaut hatte, und seitdem stieg der Umsatz in China 20-fach. Jetzt baut BMW Fabriken in Brasilien und Mexiko auf.

Obwohl BMW bereits ein Marktführer ist, ist der weltweit Automarkt riesig. BMW hat also noch weitere Chancen dazu, Marktanteile von Wettbewerbern zu stibitzen.

Ist das ein hundertprozentiges Versprechen auf garantiertes Wachstum? Kaum. Trotzdem sollte dies die größten Sorgen über Wachstumsmöglichkeiten erst einmal verstummen lassen.

Die Aktie zu teuer ist

Warren Buffett sagte, dass es immer besser sei, ein großartiges Unternehmen zu einem angemessenen Preis anstatt ein mittelmäßiges Unternehmen zu einem großartigen Preis zu kaufen. Aber er sagte leider nichts darüber, ob man ein großartiges Unternehmen zu einem behämmerten Preis kaufen kann.

Was ich bislang über BMW in Erfahrung bringen konnte, war ermutigend. Dieses Unternehmen ist gut und es ist sich darüber bewusst, was genau es so großartig macht. Außerdem hat das Management einen Plan für weiteres Wachstum. Allerdings sieht es bei der Bewertung der Aktie ein bisschen anders aus.

Unabhängig davon welchen Bewertungsmultiplikator wir nutzen, erscheint BMWs Aktie teuer – zumindest gegen historische Multiplikatoren. Laut S&P Capital IQ liegt das jüngste Kurs-Gewinn-Verhältnis 13,3, und das ist höher als die durchschnittlichen KGV-Multiplikatoren in acht von den letzten zehn Jahren. Bei 1,8 ist der EV/Umsatz Multiplikator höher als in den letzten zehn Jahren. Und wir können dasselbe über das Kurs-Buchwert-Verhältnis sagen.

Ich kann klar sagen, dass ich die BMW-Aktie lieber zu einem günstigeren Preis kaufen würde. Ganz klar, oder?

Aber kann ich auch sagen, dass ich sie zu einem hohen Preis kaufen würde? Ja, das kann ich. Der Preis ist zwar hoch, aber nicht so hoch, dass ich Anleger als verrückt bezeichnen würde. Wie der Rest des Artikels hoffentlich klar macht, ist BMW ein Unternehmen mit sehr hohem Wert, man könnte sagen, dass BMW eine Premium-Bewertung verdient. Wir können auch sagen, dass BMW heute ein besseres Unternehmen ist als zuvor. Unter anderem ist die Profitabilität höher – wieder laut Capital IQ war die EBIT-Marge BMW 11,2 % in 2014 gegenüber 8,4 % zehn Jahre zuvor in 2004.

Damit ist BMWs Aktie teuer, aber nicht so teuer, dass wir sie nicht kaufen würden. Aber es ist sehr hilfreich sich daran zu erinnern, dass wir nicht alles auf einmal kaufen müssen. Wir können heute ein paar BMW-Aktien kaufen, und dann, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt billiger zu haben sind, können wir noch einmal nachlegen.

Und letztlich…

Ich bin glücklich damit, was ich bei BMW finden konnte. Ich hatte von Anfang an von dem Unternehmen und seiner Aktie eine positive Meinung, und ich konnte mich nicht selbst davon überzeugen, dass es sich nicht lohnt, die Aktie zu kaufen.

Klingt kompliziert? Keine Sorge, der nächste Schritt ist ganz einfach: die Aktie kaufen.

Ist BMW eine gute Investition?

Wenn du in ein Unternehmen wie BMW investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht „15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob BMW wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen gerade dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

Matt besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt BMW und Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway.

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