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Ist die BMW-Aktie einen Kauf wert?

Foto: Pixabay, dantetg

Ich komme ursprünglich aus den USA und wenn wir dort die Marke BMW (ETR:BMW) (FRA:BMW) sehen, denken wir immer eine Sache: Das ist ein großartiges Auto.

Das ist aber nicht nur in den USA so – rund um die Welt ist die BMW-Marke ein Zeichen für hohe Qualität. Guck dir mal die Liste der besten globalen Marken vom Marken-Spezialisten Interbrand an — dort ist BMW als die 11. meistgewertete Marke der Welt gelistet.

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Das ist schon mal ein guter Anfang. Aber um zu beurteilen, ob BMW wirklich eine gute Investition ist, betrachten wir den Autobauer im Folgenden einmal näher.

Wie gehe ich vor?

Es braucht Zeit, bis ich die nötige Recherche erledigt habe, um zu einem Schluss zu kommen, ob ich in ein Unternehmen investieren will oder nicht. Und obwohl ich mir nichts Schöneres vorstellen kann, als jeden Tag von früh bis spät jede Aktie der Welt unter die Lupe zu nehmen (kein Witz, Aktien sind meine Welt), ist es doch nicht unbedingt sinnvoll.

Um in dem unendlichen Aktienuniversum den Überblick zu behalten, vertraue ich ein paar Zahlen und Fakten, die mir schnell Aufschluss darüber geben, ob eine Aktie für mich in Frage kommt oder nicht. Diese Zahlen sind:

  • Eigenkapitalrendite (Return on Equity, RoE) – Für mich ist RoE ein von vorne bis hinten nützlicher Wert für die Effizienz eines Unternehmens. In der Regel suche ich einen RoE-Wert über 12 %.
  • Umsatzwachstum – Ich bin normalerweise kein Anleger, der in Turnarounds investiert. Also, ich habe es lieber, wenn das Umsatzwachstum seit den letzten fünf Jahren höher als 5 % pro Jahr war.
  • Eigenkapitalüberdeckung – Ich habe kein Interesse an Unternehmen, die in Schulden versinken. Deshalb bevorzuge ich es, wenn die Eigenkapitalüberdeckung des Unternehmens unter 60 % liegt.

Diese drei Werte scheinen nicht viel über ein Unternehmen auszusagen – stimmt! Diese Werte sind auch nur dazu da, um sich in den endlosen Weiten des Aktienmarkts einen ersten Überblick zu verschaffen. Und ich ziehe auch keine ganz strengen Grenzen. In manchen Fällen sehen die Zahlen vielleicht nicht chic aus, obwohl es eine gute Investitionsgelegenheit gibt.

Wie also schneidet BMW bei diesen drei Kennzahlen ab?

Eigenkapitalrendite

Quelle: S&P Capital IQ.

Mit fast 16 % liegt die Eigenkapitalrendite von BMW offensichtlich über meiner 12 % Hürde.

Eine Sache, an die wir uns jedoch erinnern müssen, ist, dass die Autobranche zyklisch ist. Finanzerfolg kann also von einem Jahr ins nächste schwingen, was davon abhängt, wo im Zyklus wir uns befinden. Doch innerhalb der letzten 10 Jahre lag die Eigenkapitalrendite von BMW nur in zwei Jahren unter 12 %: 2008 und 2009. Und gerechterweise, welche Unternehmen hatten in 2008 und 2009 nicht zu kämpfen?

Aber auch wenn wir die durchschnittliche RoE der letzten 10 Jahre (d.h. 2004 bis 2014) betrachten, berechnen wir 13,1 %, was ebenfalls die 12 % Hürde knackt. Das sagt mir mindestens ein paar Dinge: 1. Dass BMW wohl sehr gute Geschäfte hat und 2. dass das Unternehmen wahrscheinlich gut und effizient geführt wird.

Lass uns weiter gucken.

Umsatzwachstum

Umsatzwachstum| Create infographics

Quelle: S&P Capital IQ.

Wie wir sofort sehen können, ist BMWs Umsatzwachstum in den letzten fünf Jahren nicht jedes Jahr um mehr als 5 % gestiegen. Tatsächlich fiel es etwas im Jahr 2013. Ist das ein Grund zur Sorge? Ich glaube nicht. Eine Betrachtung der gesamten fünf Jahre zeigt, dass das durchschnittliche Wachstum deutlich höher als 5 % ist.

Wir sollten uns hier wieder daran erinnern, dass BMW in einer zyklischen Branche ist. Also, genauso wie die Eigenkapitalrendite kann das Umsatzwachstum jährlich schwanken. Und wir können das natürlich sehen – der Umsatz fiel 2008 und 2009 sowie 2003. Aber insgesamt hat BMW über die Zyklen ein attraktives Wachstum gezeigt.

Damit haben wir schon zwei Haken zugunsten von BMW.

Die Eigenkapitalüberdeckung

Eigenkapitalüberdeckung | Create infographics

Quelle: S&P Capital IQ.

Oh nein! Wir waren so nah dran! Ist jetzt alles verloren? Nicht so schnell…

Wir denken an BMW als ein Autounternehmen, oder? Aber was wir beachten müssen, ist, dass es in diesem auch ein Finanzunternehmen gibt. Tatsächlich gibt BMW, wenn es seinen Kunden Finanzierungen anbietet, die Darlehen selbst aus. Aus diesem Grund müssen wir die Bilanz von BMW mit zwei Linsen prüfen: Eine für das Finanzunternehmen und eine für alles andere.

Was können wir mit diesen 2 Linsen herausfinden? Wie wir vermuten können, ist das Finanzunternehmen hoch fremdfinanziert – abhängig davon, wie man das errechnet, ist die Eigenkapitalüberdeckung der Finanzgeschäfte höher als 360 %. Aber insgesamt scheint die Bilanzstruktur der BMW-Finanzdienste gegenüber den meisten Finanzunternehmen nicht beunruhigend. Außerdem ist dieses Geschäft wertvoll für BMW: Der BMW-Finanzdienst erreichte im Jahr 2014 eine Eigenkapitelrendite in Höhe von 19,4 %.

Aber wenn wir das BMW-Unternehmen ohne den Finanzzweig betrachten, ist die Eigenkapitalüberdeckung niedriger. Trotzdem ist sie nicht zu niedrig und liegt noch nicht unter 60 %.

Was bedeutet das für unsere Frage?

Wir hatten am Anfang die Frage: Ist BMW basierend auf diesen drei Zahlen interessant genug, um weitere Nachforschungen zu betreiben?

Ich bin in der Tat nicht begeistert davon, dass BMW so viele Schulden hat, aber gleichzeitig ermutigen mich die hohe Eigenkapitalrendite und das stabile Wachstum. Und natürlich habe ich großen Respekt vor dem Geschäft und seiner Marke. Deshalb möchte ich mich weiter mit BMW beschäftigen.

Als nächstes muss ich weiter gehen und schwierigere Fragen beantworten, wie beispielweise: Hat das Management von BMW gute Strategien? Ist das Unternehmen sicher mit so vielen Schulden? Und am Ende sollte ich die Aktie kaufen?

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Matt besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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