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Dieser Milliardär ist der Meinung, Apple Inc. sollte Aktien zu Allzeit-Hochwerten zurückkaufen

Foto: Wikimedia Commons, Ceeseven

Investor und Aktivist Carl Icahn, der schätzungsweise 53 Millionen Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) Aktien besitzt, schrieb kürzlich einen offenen Brief an CEO Tom Cook, in welchem er ihn um größere Aktienrückkäufe bat. Außerdem verpasste Icahn der Aktie einen neuen „fairen Wert“ von 216 USD, deutlich über seinem vorherigen Zielwert von 203 USD, und deutete damit einen mögliche Zuschlag von 70 % auf das aktuelle Niveau an.

In einem früheren Artikel habe ich bereits erklärt, warum schon 203 USD ein unrealistisches (wenn auch nicht unmögliches) Preisziel gewesen sind. Icahns neues Preisziel jedoch basiert auf der Annahme, dass die Apple-Aktie auf Grundlage ihres Kurs-Gewinn-Verhältnisses basierend auf den von Analysten erwarteten Gewinnen noch immer unterbewertet ist. Prüfen wir doch einmal nach, ob Apple Icahns Ratschlag beherzigen und seine Aktien zu Allzeit-Hochwerten zurückkaufen sollte.

Apples Cash-Problem

Apple hat das vergangene Quartal mit 178 Mrd. Dollar in Cash und Äquivalenten abgeschlossen. Nur 20 Mrd. dieser Summe jedoch liegen in den USA. Damit kann Apple zum Beispiel Aktien zurückkaufen, Dividenden auszahlen oder Übernahmen finanzieren. Sollte Apple sein Auslandskapital zu diesen Zwecken repatriieren, würde das US-Finanzamt zuschlagen. Aus diesem Grund hat Apple Milliardenschulden aufgenommen, um damit sein Rückkaufprogramm zu finanzieren.

Rückkäufe über Schulden zu finanzieren dürfte Apple aber keine Schwierigkeiten bereiten. Das Unternehmen hat in den letzten 12 Monaten einen Free Cashflow von beinahe 60 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Dieser mehr als ordentliche FCF wird Apple davor bewahren, wie IBM (NYSE:IBM) (FRA:IBM) in die „Buyback-Falle“ zu tappen – also so viel Geld für Rückkäufe auszugeben, dass dadurch anorganische Wachstumsmöglichkeiten vernachlässigt werden müssten.

Kompliziert wird es allerdings, wenn man Apples „effektiven“ Steuersatz von 26,2 % betrachtet. Apple ist verpflichtet, in seiner Gewinn- und Verlustrechnung einen Einkommensteuerbetrag für seine Auslandseinkünfte auszuweisen. Icahn merkt jedoch an, dabei handele es sich in Wahrheit um eine nicht zahlungswirksame Steuerbelastung, da Apple sein Auslandskapital zu den aktuellen US-Steuersätzen nicht repatriieren wird. Deshalb, so Icahn, liegt Apples „eigentlicher“ Steuersatz bei 20 %. Und deshalb sollte seiner Meinung nach die Differenz auch zu Apples Gewinn hinzugerechnet werden.

Zeit für etwas spekulative Mathematik

Mit dieser Korrektur, so behauptet Icahn, wird Apple im Geschäftsjahr 2015 je Aktie 9,70 USD verdienen, ein signifikant höherer Wert als in der nichtkorrigierten Konsensschätzung der Wall Street von 8,59 USD. Icahn glaubt, dass, sollte die Steuerkorrektur vorgenommen werden, die Konsensschätzung auf 9,31 USD steigen würde.

Außerdem erwartet Icahn, dass Apples Gewinn je Aktie von heute bis 2017 jährlich um 20 % steigen wird. Im Vergleich dazu stieg das verwässerte Ergebnis je Apple-Aktie im Geschäftsjahr 2014 um 13,6 %. Sollte Apple im Geschäftsjahr 2016 ein Smart-TV-Gerät auf den Markt bringen (eine Vorhaben, das ich für absolut falsch halte), so denkt Icahn, könnte das Wachstum des jährlichen Gewinns je Aktie auf 31 % schnellen. Schließlich und endlich glaubt Icahn, dass Apple-Aktien mit dem über 20-fachen des erwarteten Gewinns bewertet werden sollten, obwohl ihr gegenwärtiges Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 14 liegt.

Durch die Kombination dieser haussierenden Zahlen und unter Zurechnung des Nettomittelzuflusses von 22 USD pro Aktie für Apple kommt Icahn zu dem Schluss, dass Apple-Aktien 216 USD Wert sein müssten, mit der Folgerung, dass Apple-Papiere aktuell unterbewertet sind.

Sollte Apple mehr Aktien zurückkaufen?

Der Rückkauf von Aktien würde Apples Gewinn je Aktie erhöhen und damit das Kurs-Gewinn-Verhältnis schneller auf ein Wachstum von 20 % jährlich bringen. In seinem Brief weist Icahn darauf hin, dass seine Firma am 13. August 2013, als Apple mit 66,77 USD pro Aktie gehandelt wurde, Apple gebeten habe, seine Überschussliquidität zu nutzen, um Aktien zurückzukaufen. Natürlich hörte Apple auf den Rat, kaufte Aktien zurück, und in der Folge haussierte die Aktie durch robuste iPhone-Verkäufe.

Da Icahn glaubt, dass Apple-Aktien noch immer unterbewertet sind, ist er ebenfalls der Meinung, dass Apple ein ähnlich gutes Geschäft machen wird, obwohl das Papier in den vergangenen 12 Monaten um 70 % in die Höhe geschossen ist. Der Rückkauf von Aktien ergibt auch unter strategischen Gesichtspunkten Sinn, weil es schlicht nicht viele andere Dinge gibt, in die Apple sein überschüssiges Kapital investieren müsste.

Rückkäufe sind sicherlich sinnvoll, ich jedoch würde es lieber sehen, wenn Apple sein Geld für die Erhöhung der Dividende verwenden würde. Apples aktuelle geschätzte jährliche Dividendenrendite liegt mit 1,5 % erheblich unter der von Microsoft (NASDAQ:MSFT) (FRA:MSF) oder Intel (NASDAQ:INTC) (FRA:INL), die jeweils Renditen von 2,8 % und 2,9 % bieten.

Angenommen, der Markt erwartet immer noch ein höheres Gewinnwachstum von Apple, kann es sich Apple weiter erlauben, eine niedrigere Dividende zu bezahlen. Trotzdem hat Apple viel größeren Spielraum als Microsoft oder Intel für eine Dividendenerhöhung. Das Unternehmen hat in den letzten 12 Monaten nur 25 % seines Gewinns ausgezahlt, im Gegensatz zu den 46 % von Microsoft und den 42 % von Intel. Die gesamten Dividendenzahlungen, die Apple im vergangenen Jahr geleistet hat, machen nur 19 % des Free Cashflows des Unternehmens aus, die Ausgaben für Aktienrückkäufe saftige 74 %.

Das Urteil

Wenn Apple einen kleineren Teil seines Free Cashflows für Rückkäufe und mehr davon für Dividendenauszahlungen verwenden würde, könnte das Unternehmen mehr Income-Investoren anziehen, die Technologie-Aktien mit stärkerer Rendite wie Microsoft oder Intel bevorzugen. Im Moment sollten Investoren Icahns Forderungen nach Rückkäufen mit Vorsicht genießen und sich auf die Zahlen konzentrieren, die 2015 am wichtigsten sein werden: diejenigen der iPhone- und Apple Watch-Verkäufe nämlich.

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The Motley Fool empfiehlt Apple und Intel. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und International Business Machines. 

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 3. März 2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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