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Petrobras und zwei weitere Aktien, die einer der reichsten Amerikaner kauft

Foto: Wikimedia, Nutzer Patrick-br

In jedem Quartal müssen viele Vermögensverwalter per Form 13F-Einreichungen offenlegen, was sie gekauft und verkauft haben. Ihre jüngsten Schachzüge können ein leuchtendes Beispiel für eine intelligente Aktienauswahl sein.

Lass uns heute einen Blick auf Fisher Asset Management werfen, das 1979 von Ken Fisher gegründet wurde, welcher sich auf der vom Forbes Magazin herausgegebenen Liste der 400 reichsten Amerikaner befindet. Das Unternehmen verwaltet Geld für mehr als 100 große Institutionen und seine Strategie umfasst gesamtwirtschaftliche Untersuchungen sowie fundamentale Analysen. Vielleicht kennst du Fishers Vater, Phil Fisher, der das einflussreiche Investmentbuch Common Stocks and Uncommon Profits geschrieben hat. Das meldepflichtige Aktienportfolio des Unternehmens belief sich bis Ende 2014 auf einen Wert von 48,4 Milliarden USD.

Was also können wir der letzten vierteljährlichen 13F-Einreichung von Fisher Asset Management entnehmen? Nun, es hat seinen Anteil an einem Haufen von Unternehmen erheblich aufgestockt. Schau dir im Folgenden drei interessante Beispiele an.

Nissan Motor  (NASDAQOTH:NSANY) (FRA:NISA)

Fisher erhöhte seinen Anteil an Nissan um 623%. Der japanische Automobilhersteller hatte zuletzt einen Marktanteil von 8,4% in den USA und möchte diesen in den kommenden Jahren auf 10% ankurbeln. Teil seines Plans ist es, mit seinem neu konzipierten Titan im Full-Size-LKW-Segment an Boden zu gewinnen. Mein Kollege Daniel Miller hat darauf hingewiesen, dass das eine große Aufgabe ist, da das Unternehmen im Jahr 2014 insgesamt 12.527 Lkws verkauft hat — während Ford genauso viele Fahrzeuge seiner F-Serie in nur fünf Tagen verkauft. Alle großen Lkws können sich aufgrund der derzeitig niedrigen Gaspreise über Umsatzsteigerungen freuen, doch das kann sich in kürzester Zeit ändern.

Auf der letzten North American International Auto Show in Detroit war Nissan-CEO Carlos Ghosn hinsichtlich der Aussichten für Nissan zuversichtlich und verwies sowohl auf den Titan als auch den weltweiten Ausbau seiner Luxusmarke Infiniti. Aufgrund der Schwierigkeiten des russischen Rubels versucht Nissan mittlerweile die Marktanteile von Ladas zu steigern, die vor Ort vom Nissan-Partner Renault produziert werden und daher weniger von Währungsschwankungen betroffen sind. Er prognostizierte für 2015 ein bescheidenes Umsatzplus in den USA, jedoch ein Wachstum von 6% bis 7% in China.

Ein weiterer Katalysator für Nissan ist sein Elektroauto Leaf, das im Jahr 2014 einen Umsatzanstieg von 34% erfuhr. Es muss sich mit anderen Konkurrenten, etwa von Tesla Motors, messen, aber das Leaf ist preislich attraktiver, zumindest vorerst. (Ein Elektroauto Model 3 von Tesla für den Massenmarkt wird in den kommenden Jahren erwartet.) In Nissans drittem Quartal nahmen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17% zu, während die Gewinne um 21% fielen.

Ctrip.com International (NASDAQ:CTRP) (FRA:CLV)

Die 1999 gestartete Seite Ctrip.com ist Chinas größter Online-Hotel- und -Reise-Consolidator (gemessen am Transaktionsvolumen), der unter anderem Buchungen, Ticketverkäufe, Ausflugspakete und Geschäftsreisen über seine Websites, mobilen Apps und Phone-Center verwaltet. (Seine Apps wurden mehr als 350 Millionen mal heruntergeladen.)

Ctrip.com-Aktien haben in den letzten fünf Jahren durchschnittlich rund 25% jährliche Gewinne erzielt, aber sind im letzten Jahr rückläufig. Auch sein Fanclub ist ein wenig kleiner geworden, seit das Unternehmen Mitte Februar von Oppenheimer von „Outperform“ auf „Perform“ herabgestuft wurde. Der Umsatz und der Nettogewinn des Unternehmens sind eigentlich rasant gewachsen, um einen jeweiligen Jahresdurchschnitt von über 40% und über 30% während der letzten 10 Jahre, aber die Gewinnmargen sind eingebrochen, da das Unternehmen erheblich in sein Wachstum investiert hat, indem es unter anderem seine Ausgaben für Technologie und zusätzliche Mitarbeiter erhöhte. Die Nettomargen sind beispielsweise von einem Hoch von über 40% im Jahr 2005 auf heute etwa 10% gesunken. (Diese 10% sind immer noch weit von unprofitabel entfernt.)

Die Unternehmensführung hat gewarnt, dass aufgrund der Ausgaben für den Kampf gegen Konkurrenten und zur Ergreifung von Marktanteilen vielleicht bald Ergebnisse in roten Zahlen geschrieben werden. Das hat einige beunruhigt, aber andere bemerken, dass viele erfolgreiche Unternehmen beim Aufbau ihres Geschäfts willentlich eine Zeitlang mit Verlusten arbeiten. Die neuesten Ergebnisse von Ctrip.com werden Anfang März erwartet — behalte diese im Blick, wenn du Interesse hast.

Petroleo Brasileiro Petrobras (NYSE:PBR)

Petroleo Brasileiro ist ein Öl-Gigant, der sich mehrheitlich im Besitz der brasilianischen Regierung befindet. Auch wenn sein neuestes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von fast 6 und sein Forward-KGV von fast 4 es verlockend erscheinen lassen, diese Zahlen sind niedrig, weil sein Aktienkurs gefallen ist — um mehr als 40% während des letzten Jahres. Was passiert? Es hat Anklagen wegen Misswirtschaft und Bestechung gegeben sowie auch Bedenken hinsichtlich Produktionsverzögerungen und der beträchtlichen Verschuldung des Unternehmens.

Und es kommt noch schlimmer, denn das Geschäft des Unternehmens ist anfällig für staatliche Einflussnahme, wie etwa als die Gaspreise unter ihren Kosten gehalten wurden. Der derzeitig niedrige Ölpreis macht die Lage auch nicht einfacher. Vor kurzem hat Petrobras ein riesiges Offshore-Ölvorkommen entdeckt, doch die Regierung  knöpft dem Unternehmen Milliarden für Bohrrechte ab.

Es ist nicht alles schlecht, die Einnahmen etwa sind in den letzten Jahren gestiegen. Die Gewinnmargen sind jedoch gesunken und der Free Cashflow ist negativ — und obwohl seine gesamte oberste Führungsebene kürzlich zurückgetreten ist, hat es seinen Korruptionsskandal noch nicht vollständig hinter sich gelassen. Es kann sich langfristig wieder positiv entwickeln und dies mag ein äußerst attraktiver Einstiegspreis sein, aber es ist auch sehr, sehr riskant.

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The Motley Fool empfiehlt Ctrip.com International und Tesla Motors. The Motley Fool besitzt Aktien von Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Selena Maranjian auf Englisch verfasst und wurde am 4.3.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde von Lena Berndt übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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