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K+S Zahlencheck: Investoren stehen vor einer spannenden Zukunft

Foto: K+S

Letzte Woche überraschte die K+S AG (ETR:SDF) mit besser als erwarteten Ergebnissen für 2014 und einer Erhöhung der Dividende um 260 %. Ist die neu entstandene Zuversicht in die Aktie auch aus fundamentaler Sicht gerechtfertigt?

Um das herauszufinden, analysiere ich die Bilanz des Unternehmens mit Hilfe eines Kennzahlengerüsts, das uns die Stabilität der wichtigsten finanziellen Säulen des Unternehmens offenbaren wird:

  • Die Kapitalstruktur,
  • die Liquiditätssituation,
  • die Renditestärke und
  • die operative Stärke.

Wenn du diese Kennzahlen im Detail kennenlernen und verstehen möchtest, dann kannst du dir diesen kostenlosen Sonderbericht von The Motley Fool herunterladen. In diesem Artikel konzentriere ich mich darauf, wie diese Kennzahlen für K+S aussehen und was sie uns über die finanziellen Stärken und Schwächen des Unternehmens offenbaren.

Beginnen wir mit dem Umsatzwachstum der letzten fünf Jahre, das entscheidend bei der Wertung der Ergebnisse sein wird.

2010 2011 2012 2013 2014
Umsatzwachstum 29,6 % -13,7 % -1,5 % 0,4 % -3,3 %

Seit einem kräftigen Sprung im Jahr 2010 gab es für K+S-Aktionäre was die Umsatzentwicklung betrifft keine guten Nachrichten. Schauen wir mal, wie das Unternehmen damit umgeht.

Die Kapitalstruktur

Die folgenden vier Kennzahlen verraten uns, wie solide das Unternehmen finanziert ist und wie effektiv es sein Kapital einsetzt.

Kennzahl 2010 2011 2012 2013 2014
Kapitalumschlag (Wie viel Umsatz generiert ein Euro Kapital) 0,86 0,69 0,62 0,56 0,50
Anlagenintensität (Wie viel % des Kapitals stecken in Sachanlagen) 31 % 34 % 33 % 30 % 34 %
Eigenkapitalquote (Wie viel % des Kapitals werden durch Eigenkapital gestellt) 48 % 51 % 51 % 45 % 51 %
Kreditorenquote (Wie viel % des Fremdkapitals machen Zahlungsverpflichtungen an Lieferanten aus) 17 % 21 % 9 % 7 % 7 %

Am Kapitalumschlag sehen wir, dass der Umsatz von K+S gemessen an der Bilanzsumme ebenfalls abnimmt – und da dieser Rückgang stärker ist als der Umsatzrückgang, merken wir, dass K+S die Bilanzsumme trotz Umsatzrückgang ausbaut. Gleichzeitig nimmt die Anlagenintensität von 2012 bis 2014 leicht zu, das Unternehmen scheint also für die Zukunft zu investieren – trotz der schwachen Umsatzentwicklung. Das führt natürlich zu einer gegenwärtig geringen Kapitaleffizienz (kleiner Kapitalumschlag).

Die Finanzierung von K+S ist mit im Schnitt rund 50% Eigenkapital und einer Kreditorenquote von gerade mal 7% äußerst solide. Finanzierungsprobleme sind daher meiner Meinung nach sehr unwahrscheinlich – einen tieferen Einblick werden uns die nächsten vier Kennzahlen geben.

Liquiditätssituation

Kennzahl 2010 2011 2012 2013 2014
Quick Ratio (Verhältnis von liquiden Mitteln zu den anstehenden Zahlungsverpflichtungen) 186% 183% 251% 187% 196%
Cash-Zyklus (Die Differenz in Tagen zwischen durchschnittlichem Rechnungseingang und der Zahlung eigener Rechnungen) -24 Tage 2 Tage -28 Tage -24 Tage -31 Tage
Reichweite liquide Mittel (Wie viele Tage davon können mit Cash überbrückt werden) 95 Tage 127 Tage 133 Tage 304 Tage 150 Tage
Vorratsreichweite (Waren für wie viele Produktionstage stecken in den Lagerhallen) 94 Tage 122 Tage 116 Tage 90 Tage 96 Tage

Und die bestätigen das Bild. Ein Quick Ratio von durchweg nahe 200% ist sehr hoch. Der Cashzyklus sagt uns zwar, dass Lieferanten rund einen Monat schneller bezahlt werden, als dass K+S die Zahlungen von Kunden einfordert, aber die liquiden Mittel reichen locker aus, um die Differenz zu überbrücken.

Die Liquidität ist für meinen Geschmack sogar zu hoch, denn Bargeld auf dem Konto erwirtschaftet keine Rendite für dich als Investor. Umso spannender wird der Blick auf die nächsten Kennzahlen.

Renditestärke

Kennzahl 2010 2011 2012 2013 2014
Vertriebsgemeinkostenintensität (Wie viel % des Umsatzes machen Vertriebs- und Gemeinkosten aus) 22 %

23 %

24 % 26 % 26 %
Forschungsintensität (Wie viel % des Umsatzes werden in Forschung gesteckt) 0 % 0 % 0 % 0 % 0 %
Nettomarge (Wie viel % des Umsatzes bleiben am Ende als Gewinn übrig) 9,7 % 14,1 % 16,9 % 10,5 % 10,0 %
Cashflowmarge (Wie viel % des Umsatzes fließen als Liquidität in das Unternehmen) 18,5 % 18,5 % 14,1 % 19,1 % 18,5 %

Der Umsatzrückgang schlägt sich bei gleichbleibenden Vertriebsgemeinkosten (deutlich) auf die Nettomarge nieder. Das ist nicht schön, aber noch steht K+S mit 10% im Jahr 2014 gut da. Wirklich erfreulich ist die Cashflowmarge, die 2012 zwar einen Schlag erlitten hat, aber ansonsten bei starken 18,5% konstant gehalten werden konnte. Das operative Geschäft spült also nach wie vor ordentlich Cash in die Kassen.

Operative Stärke

Kennzahl 2010 2011 2012 2013 2014
Zinsdeckungsquote (um welchen Faktor übersteigt das operative Ergebnis die Zinszahlungen) 6,1 12,7 8,9 6,8 4,2
Dynamische Verschuldung (Wie viele Jahre würde es dauern, alle Schulden mit dem operativen Cashflow zu tilgen) 3,4 4,0 5,8 5,4 5,5
Investitionsquote (Um welchen Faktor übersteigen Investitionen die Abschreibungen) 0,9 1,3 2,0 3,3 4,5

An dieser Stelle relativiert sich das positive Bild der Renditestärke ein wenig. Der operative Gewinn (EBIT) war 2011 noch 12,7 mal höher als die angefallenen Zinsen, 2014 war der EBIT nur noch 4,2 mal höher – also fast ein Viertel davon gingen für Zinszahlungen drauf. Gegebenenfalls wäre es eine Möglichkeit, einen Teil der hohen Liquiditätsreserven für die Tilgung von Schulden zu verwenden und so die Zinslast zu senken.

Die dynamische Verschuldung liegt mit 5,5 noch im akzeptablen Bereich – so lange sich der operative Cashflow nicht stark rückläufig entwickeln wird.

An der Investitionsquote sehen wir das Bild bestätigt, dass das Unternehmen für die Zukunft investiert. In den letzten zwei Jahren wurde deutlich mehr Geld in Sachanlagen investiert, als bestehende Sachanlagen abgeschrieben wurden (Faktor 3,3 im Jahr 2013 und 4,5 im Jahr 2014).

Die kommenden Monate und Jahre werden besonders spannend

Trotz rückläufiger Umsatzentwicklung ist die Nettomarge noch gut und der Cashflow sehr stark. Finanziell ist K+S ebenfalls noch sehr gut aufgestellt. Die große Frage ist daher, ob und wann der rückläufige Trend gestoppt werden kann – und ob das Unternehmen seine Kapitaleffizienz wieder erhöhen kann, bevor die Margen negativ werden und kein Geld mehr in die Kassen kommt.

Davon ist K+S aber noch weit entfernt und die hohen Investitionen der letzten zwei Jahre könnten darauf hindeuten, dass das Management zuversichtlich ist, wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. Die kommenden ein bis drei Jahre werden zeigen, inwiefern sich diese Zuversicht auszahlt und ob die Investoren die Früchte werden ernten können.

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Bernd Schmid besitzt Aktien von K+S. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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