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Was man sich in Erinnerung rufen sollte, wenn der Markt einbricht

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Das Witzige an Märkten ist, dass alle vorangegangen Börsencrashs als Chance, aktuelle und kommende Crashs dagegen als Risiko gesehen werden.

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Seit Monaten behaupten Investoren, dass ein Einbruch unausweichlich und vernünftig ist und willkommen geheißen werden sollte. Nun, wo der S&P 500 circa 10 % seines Hochs des letzen Monats eingebüßt hat, ist er da.
Willkommen bei den Wahnsinnigen.

„Gemetzel“
„Massaker“
„Chaos“

Das sind alles Wörter, die ich heute Morgen in Finanzblogs gelesen habe.
Meiner Zählung nach ist das seit 1928 der neunzigste Sprung des Marktes um 10 %. Im Durchschnitt passiert dies also einmal alle 11 Monate. Der letzte 10 % Sprung ist zwar bereits 3 Jahre her, man sollte aber glauben, dass etwas, das so normal erscheint, nicht so schockierend sein würde.

Der Verlust von Geld schmerzt mehr als es sollte und mehr als du glaubst. In seinem Buch „Wo sind die Yachten der Kunden?“ schrieb Fred Schwed:

„Es gibt bestimmte Dinge, die man einer Jungfrau nicht sinngemäß erklären kann, weder mit Bildern, noch mit Worten. Auch würde keine Beschreibung, die ich hier liefern könnte, je näherbringen, wie es sich anfühlt, wenn man einen Haufen Geld verliert, der mal dir gehört hat.“

Das ist gerecht. Eines, was ich nach 2008 gelernt habe, ist, dass es viel einfacher ist, zu sagen, dass man gierig ist, während andere sich fürchten, als es tatsächlich zu sein.

Nichtsdestotrotz ist dies ein kritischer Zeitpunkt, um als Anleger aufmerksam zu sein. Eines meiner Lieblingszitate ist Napoleons Definition eines Militär-Genies. „Derjenige, der im Stande ist, das Alltägliche zu machen, während alle um einen herum verrückt werden“ Das Gleiche gilt auch für den Aktienmarkt. Man muss kein Genie sein, um erfolgreich zu investieren. Man darf sich einfach nur nicht verrückt machen lassen wie alle anderen, so wie jetzt gerade.

Hier sind einige Dinge, die dir helfen werden und die du immer Kopf behalten solltest.

Wenn du nicht gerade ungeduldig, ein Zahlen-Analphabet oder ein Idiot bist, sind niedrigere Preise dein Freund.

Du solltest Markteinbrüche mögen, da du dann Aktien guter Firmen für wenig Geld kaufen kannst. Wenn die Kurse wieder steigen, wirst du innerhalb kürzester Zeit belohnt.

Aber das hast du bereits tausendmal gehört.

Es gibt einen überzeugenderen Grund, Markteinbrüche zu mögen, auch wenn sich Aktien nie wieder davon erholen.

Der pseudo-anonyme Blogger Jesse Livermore stellte dieses Jahr eine kluge Frage: Hättest du lieber eine Aktie, die um 200 % steigt, oder eine, die um 66 % fällt, und dann für immer und ewig dort bleibt. Eine, die sich im wahrsten Sinne des Wortes nie wieder erholt.

Als Langzeitanleger ist die zweite Option tatsächlich lukrativer.

Das liegt daran, dass das Reinvestieren der Dividenden einen so großen Teil der langfristigen Rendite am Aktienmarkt ausmacht. Wenn der Aktienpreis fällt, steigt die Dividendenrendite und der aufgezinste Effekt des Reinvestierens der Dividenden wird noch größer. Nach 30 Jahren schlägt das Markteinbruch-und-sich-nie-wieder-erholen-Szenario das Boom-und-normales-Wachstum-Szenario um ein viertel Prozent Jahr für Jahr.

In diesem Sinne ist die Dividendenrendite von S&P 500 diese Woche von 1,71 % im September auf 1,82 % gestiegen. Whohoo!

Markteinbrüche sind der Grund, weshalb die Rendite bei Aktien größer ist als bei anderen Vermögensgegenständen

Stell dir vor, Aktienkurse würden nicht schwanken. Stell dir vor, sie würden jedes Jahr um 8 % wachsen. Schön und stabil.

Was würde dann auf dieser Welt passieren?

Niemand würde mehr Bonds oder Bargeld besitzen, die ungefähr eine Rendite von 0 % haben. Warum sollte man auch, wenn man auch eine konstante und stabile Rendite mit Aktien erzielen könnte?

Auf dieser Welt würden Aktienpreise so lange steigen bis sie den gleichen Ertrag wie die FDIC-versicherten Sparkonten bieten.

Perfekt gestaltete Preise – ohne Raum für Fehler. Der kleinste Hauch von Realitäten wie in unserer wahren Welt wie enttäuschende Erträge, steigende Zinssätze, Rezensionen, Terrorismus, Ebola und Politiktheater – und es kommt zum Einbruch.

Wenn Aktien also niemals abstürzten, würden Preise so weit steigen, dass ein neuer Einbruch so gut wie garantiert ist. Dies ist, wieso historisch gesehen der Aktienmarkt erst boomt, um dann wieder abzustürzen. Kurz abgewischt und alles beginnt von neu. Volatilität ist der Preis, den du bereit sein musst zu zahlen, wenn du größere Renditen als bei anderen Vermögensgegenständen willst.

Die Masse ist nicht entscheidend

Wenn der Markt um 500 Punkte fällt, ist es einfach zu sagen „Wow, alle drehen durch. Alle verkaufen. Sie wissen etwas und ich nicht.“

Das entspricht überhaupt nicht der Wahrheit.

Marktpreise spiegeln den zuletzt durchgeführten Handel wider. Sie zeigen die Sicht von marginalen Käufern und Verkäufern – wer auch immer bereit war, zum höchsten Preis zu kaufen und zum niedrigsten zu verkaufen. Der aktuellste Preis kann eine oder 100.000 gehandelte Aktien repräsentieren. Was auch immer es ist, es reflektiert nicht die Meinung der überwiegenden Mehrheit, die einfach nur herumsitzt und nichts tut.

Beachte: Der S&P ist im Sommer 2011 um ca. 20 % gefallen. Das ist ein großer Fall. Aber bei Vanguard – einem der größten Vermögensverwalter, mit mehr als $3 Billionen – haben 98 % der Investoren keine einzige Änderung an ihrem Portfolio vorgenommen. „Achtundneunzig Prozent haben sich langfristig orientiert“ schrieb Vanguards Steve Utkus. „Die Anzahl derjenigen, die gehandelt haben, ist eine sehr kleine Untermenge der Investoren.“

Die meisten Kursschwankungen sind das Resultat von unsinnigen Computerspielchen. Du solltest nicht allzu viel hineininterpretieren.

Sie sagen nichts über die Wirtschaft aus

Es wäre zu einfach, aus dem Börsencrash etwas Schlechtes wie eine Rezension der Wirtschaft vorherzusehen.

Aber dies ist nicht immer der Fall.

Wie mein Freund Ben Carlson gestern gezeigt hat, gab es seit dem zweiten Weltkrieg 13 Sprünge von 10 % oder mehr, auf welche keine Rezension folgte. 1987 fielen Aktien um 35 % ohne darauffolgende Rezension.

Zwischen Aktien und Wirtschaft muss getrennt werden. Die Korrelation zwischen dem BIP-Wachstum und der darauffolgenden Rendite der nächsten fünf Jahre beträgt -0,06 – im Prinzip also gar keine Korrelation.

Vanguard zeigte einst, dass der Regenfall – ja, genau: Regen – zukünftige Markterträge besser vorhersagt als die Entwicklung der BIP-Wachstumsraten, Ertragswachstumsraten, Zinssätze oder analytische Vorhersagen. Im Grunde genommen sagen all diese Faktoren gar nichts darüber aus, wie sich der Aktienmarkt demnächst verhalten wird.

Also atme einfach mal tief durch. Geh an den Strand. Triff dich mit Freunden. Hör auf, dein Portfolio zu checken. Das Leben geht weiter.

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Dieser Artikel wurde von Morgan Housel auf Englisch verfasst und am 16.10.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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