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Zwei Lektionen von Deutschlands reichstem Mann

Foto: Wikimedia Commons, Oliver Pohlmann

Forbes hat gerade seine Liste der weltweiten Milliardäre veröffentlicht und natürlich können wir ein paar Milliardäre aus Deutschland finden.

Das ist natürlich prima für diejenigen, die ihren Namen auf der Liste finden. Ich bin sicher, dass es cool sein muss, so viel Geld zu haben. Aber was gibt es hier für den Rest von uns? Können wir etwas von dieser Liste lernen?

Ich denke ja, und heute habe ich ein paar Lektionen, die wir von Milliardär Georg Schaeffler lernen können.

Milliardär: Georg Schaeffler
Reichtum: 26.9 Milliarden USD
Unternehmen: INA Holding Schaeffler GmbH & Co. KG
Was wir mitnehmen können: Glück ist nicht immer wie es scheint

Manchmal ist Glück dein bester Freund.

Was du in einer Liste wie der von Forbes durchweg finden kannst sind reichlich Beispiele von Menschen, die einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort unter den richtigen Umständen geboren wurden. Es hilft wenn, wie bei Schaeffler, dein Vater ein Milliardär ist und schon eine großes Unternehmen besitzt.

Was kann man tun, um sich selbst in diese Lage zu kommen? Nicht so viel.

Und manchmal ist es so mit dem Markt. Manchmal hast du eine weniger empfehlenswerte Investment-Entscheidung getroffen, aber Glück hat dich gerettet. Oder du hast alles richtig gemacht und getan was du tun konntest, aber Pes kam Pech ins Spiel und dein Investment ging baden. Schade. Auch hier, es gibt manchmal einfach nicht zu viel, was du dagegen unternehmen kannst.

Ich kann es auch kurz und einfach ausdrücken: Glück kann prima sein, aber es ist keine gute Investment-Strategie.

Was dann?

Eigentlich können wir optimistisch sein und sagen „Warum sich Sorgen machen?“

Oder wir können wie der bekannte Entdecker Roald Amundsen denken. Amundsen hat als erster Mensch den Südpol erreicht und hat das Folgende gesagt:

Ich muss sagen, dass der wichtigste Faktor die Art und Weise ist, wie man für die Expedition gerüstet ist, dass man alle Schwierigkeiten voraussieht und Vorsichtsmaßnahmen trifft, diese zu überstehen oder zu vermeiden. Der Sieg wartet auf denjenigen, der auf alles vorbereitet ist – manche nennen das Glück. Die Niederlage ist demjenigen sicher, der alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen zur richtigen Zeit getroffen hat – das nennt man Pech.

Anders gesagt: Es gibt Dinge, die echtes Glück sind, zum Beispiel die Zeit in der du geboren wurdest. Aber gibt es auch Dinge, die wie Glück scheinen, aber überhaupt kein Glück sind. Sie sind einfach das Ergebnis einer guten, vollkommenen Vorbereitung.

Also könnten wir sagen, dass derjenige, der wirklich gut vorbereitet ist und mit einer angemessenen Portion Geduld und Haltung an eine Sache rangeht, sich weniger Sorgen darum machen muss, ob das Glück auf seiner Seite ist oder nicht.

Schaefflers „Glück“

Interessanterweise glaube ich, dass wir das auch bei Schaeffler beobachten können.

Schaeffler AG hatte etwas gemacht, das wahrscheinlich ein verrückter Versuch war, die Continental AG  (ETR:CON) (FRA:CON) zu übernehmen. Man könnte das als „verrückt“ beschrieben haben, weil Continental viel größer war als Schaeffler und Schaeffler viel Schulden aufnehmen musste. … Und das war im Jahr 2009 — eine besonders schlechte Zeit, viel Schuld aufzunehmen.

Es sah schrecklich aus. Tatsächlich hat The Economist 2009 geschrieben:

Jetzt scheint die Eroberung, die dank seines Wagemuts im letzten Jahr Deutschland verblüfft hatte, fast mit Sicherheit in Demütigung zu enden.

Es sah danach nicht gut aus für Schaeffler und die Firma musste von der Komplettübernahme Abstand nehmen. Außerdem musste Schaeffler ganz schön rackern, um sich selbst zu retten. Aber die Firma hat es überlebt. Und was ist heute? Die Firma Schaffler existiert noch und Forbes beziffert Georg Schaefflers Vermögen auf 26,9 Milliarden USD – er ist damit der 21. reichste Mensch der Welt und Nummer 1 in Deutschland.

Könnte man sagen dass das Glück war? Klar könnte man das. Aber welches Glück genau stand Schaeffler beiseite? Heute steht die Wirtschaft sicher besser da als 2009, aber nicht gerade prima – in den Jahren 2012 und 2013 ist die deutsche Wirtschaft nur um 0,4 % bzw. 0,1 % gewachsen. Und Banken verleihen heute mehr Geld zu niedrigeren Zinsen heute, aber eine Fremdfinanzierung ist noch lange nicht so leicht, wie sie es vor die Finanzkrise war.

Zusätzlich ist der Kurs der Conti Aktie seit 2009 stark gestiegen, was Schaeffler mit seinen Schulden geholfen hat. Aber war das Glück? Oder war es vielleicht nur ein Zeichen, dass Schaeffler ein gutes Unternehmen gefunden hatte und Anleger realisierten, dass der Aktienkurs zu Unrecht so tief stürzte.

Also was? Ich könnte postulieren, dass Schafflers Überleben viel mit guter Finanzführung zu tun hat und der Tatsache, dass das Unternehmen bereits sehr stark war – oder wie The Financial Times  das Unternehmen in 2013 beschrieben hat „ein verstecktes Juwel der deutschen Industrie“. Sicher hatte der Konzern einen schlechten Zeitpunkt für einen gigantischen Übernahmeversuch gewählt (vielleicht könnte man sagen, dass das Pech war), aber er hatte die Führungsstärke zu überleben und weiter zu florieren.

Noch einmal

Das sind also die zwei Lektionen von Milliardär Schaeffler.

  1. Glück: Manchmal ist es auf deiner Seite, aber manchmal ist es nicht. Eine gute Strategie beruht nicht auf der Hoffnung auf Glück. Du kannst es feieren, wenn du es hast – als z.B. wenn du das Kind von Milliardären bist – aber sei nicht besorgt, wenn es nicht immer auf deiner Seite ist.
  2. Sei deines eigenes Glückes Schmied: Man kann auch durch reines Glück reich werden. Kauf eine Aktie und hoff für das Beste. Aber wie in Nr.1 gesagt ist Glück keine solide Strategie. Such nach starken Unternehmen, versuch nicht den Markt zu timen, sei geduldig und halte deine Investitionen über einen langen Zeitraum. Am Ende könnte dein Erfolg wie Glück aussehen. Aber du wirst es besser wissen.

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Matt besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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