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Kann Facebook Googles YouTube überholen?

Foto: The Motley Fool

YouTube brauchte sechs Jahre, um Tag für Tag eine Video-Abspielrate von 3 Milliarden zu erreichen. Facebook (NASDAQ:FB) (ETR:FB2A) brauchte dafür nur ein einziges Jahr. Allerdings hatte Facebook natürlich auch den Vorteil, das größte soziale Netzwerk der Welt geschaffen zu haben und macht sich darüber hinaus zum Vorteil, dass nicht ganz klar definiert ist, was tatsächlich als abgespieltes Video zu bezeichnen ist. Und trotzdem kann YouTube-Betreiber Google (NASDAQ:GOOGL) (NASDAQ:GOOG) (FRA:GGQ1) nicht ignorieren, dass Facebook einen heftigen Einfluss auf den Markt von Video-Kurzformaten genommen hat.

Facebook zeigt mittlerweise 3 Milliarden Videos pro Tag. Quelle: Facebook.

 

Obwohl es für direkt auf Facebook geladene Videos kein Konzept zur Monetarisierung gibt, zieht das soziale Netzwerk stetig neue Produktionen von einigen von YouTubes größten Kanälen an. Und zwar weil Facebook gegenüber YouTube trotz finanzieller Nachteile ein Schlüsselversprechen einlöst:

Reichweite ist bare Münze wert

The Young Turks – einer von YouTubes populärsten Kanälen – hat erst kürzlich eine neue Serie entwickelt, die speziell darauf ausgerichtet ist, dass mehr und mehr Nutzer die Inhalte auf Facebook teilen. Facebook ist dazu prädestiniert, dass Inhalte geteilt werden, und das ist sein größter Vorteil gegenüber Googles YouTube.

Natürlich macht Google es leicht, ein YouTube-Video auf welchem sozialen Netzwerk auch immer zu teilen – allerdings kann es den einen einfachen Klick bei Facebook noch nicht schlagen. Jede kleinste Reibung im Vorgang verringert die Anzahl der geteilten Inhalte.

Und das könnte genau der Grund sein, aus dem die erste Episode von The Young Turks Final Judgement zwei Tage nach Erscheinen bei Facebook 56% mehr Views hatte als auf YouTube. Und die zweiter Episode hatte auf Facebook sogar noch mehr Views, und mehr als dreimal so viel wie auf YouTube.

Dabei ist Facebook viel flexibler als YouTube, wenn es darum geht, ein View zu definieren. Seit Facebook die Autoplay im Feed eingebaut hat, zählt alles als View was länger als drei Sekunden läuft. YouTube hingegen benötigt einen Klick, um das Video zu starten. Allerdings stellt Facebook den Uploadern trotzdem Daten zur Verfügung, die zeigen, wie viele Nutzer 25%, 50%, 75% oder 100% des Videos angesehen haben.

Kriegt Facebook das nochmal mit der Monetarisierung hin?

Für Facebooks Investoren ist die Entwicklung von The Young Turks spannend, weil sie beweist, dass das Unternehmen in der Lage ist, Top-Talente auf die Plattform zu locken. Und das, obwohl einige Schlüssel-Features fehlen, die YouTube bietet. Die Attraktion besteht dabei auf der Größe des Netzwerks und der enormen Reichweite.

Direkt im Facebook-Feed eingebettete Videos bieten Facebook enormen Wert, obwohl es keine eingeblendete Werbung gibt. Eingebettete Videos halten die Nutzer auf Facebook und senden sie nicht auf eine andere Plattform wie eben YouTube oder andere. Das führt zu länger auf Facebook verbrachter Zeit – und damit zu mehr Nutzern, die den Static Ads im Seitenbereich ausgesetzt sind.

Allerdings steckt das meiste Geld noch immer in den Video-Ads. YouTube hat letztes Jahr geschätzte 1,1 Milliarden USD mit Video-Ads umgesetzt, und das allein in den USA. Für Google mag das nicht viel sein, aber es handelt sich dabei um 9% des gesamten Jahresumsatz von Facebook im Jahr 2014. Es wird erwartet, dass sich die Ausgaben für digitale Video-Ads in den USA im Jahr 2018 gegenüber 2014 verdoppeln.

Facebook hat in Verbindung mit der National Football League ein Experiment veranstaltet, wobei man nach NFL-Highlights während der Playoffs Werbung von Verizon Wireless zeigte. Die Resultate stehen noch nicht fest, aber sei dir gewiss, dass Facebook weiter an Monetarisierungskonzepten im Video-Segment arbeiten wird.

Investoren, die auf eine erfolgreiche Monetarisierung hoffen, werden auf CEO Mark Zuckerberg und Team vertrauen müssen. Ganz wie damals, als Facebook sich nicht sicher war, wie man Mobile Kanäle in Geld verwandelt. Der Unterschied: Das Kerngeschäft des Unternehmens liegt – im Gegensatz zu mobilen Kanälen – nicht darin, Video zu monetarisieren. Wenn man erst einmal auf die richtige Fährte gelangt, könnte das für Facebook eine Video-Ad-Einnahmequelle sondergleichen bedeuten. Nicht nur, dass damit das Inventar an Video-Ads explodieren würde, sondern das Potenzial für Umsatzverteilung würde Video-Uploads ohnehin attraktiver machen. Für die Zukunft ist das ein interessanter Aspekt, auch wenn man sich nicht ganz klar ist, was der Testlauf in Verbindung mit der NFL eigentlich gebracht hat.

Selbst wenn Facebook nie herausfindet, wie man den Video-Content in Geldströme umwandelt, bietet man den Produzenten aufgrund der gigantischen Reichweite doch eine attraktive Option. Das sind schlechte Nachrichten für Googles YouTube, das an großen, von Facebook kommenden Traffic gewöhnt ist.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Facebook, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, Facebook, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). Dieser Artikel wurde am 14.2.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde von Alexander Langer übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilhaben können.

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