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iPhone 6 und mehr: Apples wahres Geschäftsmodell dürfte dich überraschen

Quelle: Apple

Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) ist ein ganz besonderes Unternehmen. Und obwohl man viel Aufmerksamkeit von Wall-Street-Analysten und den Medien allgemein genießt, ist das Kerngeschäft des Unternehmens oft vielen gar nicht bewusst. Denn Apple geht es nicht bloß darum, iPhones und iPads zu verkaufen. Stattdessen bietet man seinen Kunden eine spezielle Erfahrung. Und das iPhone ist lediglich das Transportmittel für diese Erfahrung. Diese Definition hat für Apple-Investoren eine große Bedeutung.

Die Wall Street versteht Apple einfach nicht

An der Wall Street begreift man Apple als ein Unternehmen, das Software, Hardware, Apps und Dienste anbietet, die diese alle miteinander integriert. Jedoch sorgt die Kombination all dieser Elemente in Verbindung mit Apples sehr distinktiver Markenpower und sehr eigenwilligem kulturellem Daumenabdruck letztlich für eine einmalige Nutzererfahrung – und diese steht letzten Endes im Herzen von Apples Geschäftsmodell.

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Analysten tendieren dazu, Apples Produkte mit denen der Konkurrenz zu vergleichen, indem sie zählbare Variablen nutzen, die Leistung oder Maße der Produkte beschreiben, die Preisverhältnisse bezeichnen. Wenn man sich lediglich auf diese Zahlen verlässt, dann ist es schwer nachzuvollziehen, wie Apple es schafft, seine produkte mit einem derart großen Preisunterschied über die Konkurrenz zu verkaufen.

Und das war schon immer das große Missverständnis. Als Apple im Jahr 2001 den iPod rausbrachte, witzelte man, dass der Begriff iPod für „Idiots Price Our Devices“ („Idioten bepreisen unsere Geräte“) stehe. Das Gerät schien gegenüber der Konkurrenz zu teuer. Dass der iPod dann doch etwas anders war und binnen weniger Jahre die gesamte Musikindustrie revolutionieren sollte, stellte sich dann später heraus.

Dasselbe passierte mit dem iPhone. Im Jahr 2007 gab Steve Ballmer, der damalige CEO von Microsoft (NASDAQ:MSFT) (FRA:MSF), der USA Today ein Interview: „Dieses Gerät wir niemals einen relevanten Marktanteil bekommen. Niemals. Es ist ein subventioniertes 500-Dollar-Teil.“

Wenn man den Ausgang der Geschichte kennt, ist es sicherlich einfach, sich über Ballmer lustig zu machen. Er lag spektakulär daneben. Allerdings war er weit davon entfernt, mit seiner Meinung der einzige zu sein. Eine zur selben Zeit bei Bloomberg veröffentlichte Meinung sagte: „Das iPhone ist nichts weiter als ein Luxusartikel, das bei ein paar Gadget-Freaks gut ankommen wird. Auf die Mobiltelefon-Industrie wird das Gerät wenig Einfluss haben.“

Acht Jahre später sind iPhone 6 und iPhone 6 Plus ein überwältigender Erfolg. Die Verkaufszahlen sind überragend: Apple verkaufte im Q4 2014 74,5 Millionen Geräte, ein Zuwachs von 46% gegenüber dem Zeitraum im Vorjahr. In reinem Geld gemessen: Verkäufe von iPhones sprangen um 57% auf 51,2 Milliarden USD.

Was bedeutet das alles für Investoren?

Wenn Kunden bereit sind, für Apple-Produkte tiefer in die Tasche zu greifen als für ein Konkurrenz-Gerät, das vergleichbare technische Leistung bringt, dann bedeutet das, dass an Apple irgendetwas anders sein muss. Etwas, das sich nicht mit Speicher oder Display-Helligkeit erklären lässt. Die Kunden-Experience ist kein greifbarer Faktor, aber er ist durchaus real und vorhanden. Und er hat für Investoren ganz offensichtlich große Auswirkungen in Sachen Profit.

Eine höhere Kundenzufriedenheit sorgt für eine Alleinstellung des Produkts, was wiederum zu höheren Preisen für Apple-Produkten sowie höheren Profitmargen für das Unternehmen führt. Laut Daten der Consumer Electronics Association ist der durchschnittliche Preis für ein Smartphone von 440 USD im Jahr 2010 auf 275 USD im Jahr 2015 (geschätzt) gesunken. Und trotzdem gelang es Apple, den durchschnittlichen Verkaufspreis im iPhone-Segment über 50 USD zu steigern – mit dem Ergebnis, das im vergangenen Quartal der Preis bei 687 USD pro Gerät lag.

Diese Entwicklung hat auch in Sachen Profitabilität eine enorme Bedeutung für Apple. Das Unternehmen konnte im letzten Quartal eine operative Marge von 32,5% vorweisen. Damit liegt man weit über den Zahlen, die Samsung (NASDAQTH:SSNLF) vorweisen kann, wo man lediglich auf 15% Betriebsmargen kam. Den meisten direkten Konkurrenten in der Branche geht es noch schlechter. Viele von ihnen machen Verluste. Ein Bericht aus jüngerer Zeit von Canaccord Genuity besagt, dass Apple großartige 93% aller Profite im Mobil-Sektor im vierten Quartal 2014 einfahren konnte.

Apple verkauft eben nicht nur Tech. Das Unternehmen stellt eine einmalige Erfahrung zur Verfügung, die bei Kunden mehr als gut ankommt – und für die sie bereit sind mehr zu zahlen. Das bedeutet außerordentliche Vorteile gegenüber der direkten Konkurrenz und einen massiven Profit, was wiederum mehr als positive Auswirkungen für Apple-Investoren jetzt und in der Zukunft bedeutet.

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The Motley Fool empfiehlt Apple. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple. Dieser Artikel wurde von Andrés Cardenal für Fool.com auf Englisch verfasst und am 18.2.2015 veröffentlicht. Er wurde von Alexander Langer übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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